Wer kennt den Glögglifrosch?

Der Naturschutzverein Ebnat-Kappel und Nesslau Krummenau organisierte eine spannende Exkursion ins Steintal – dem Lebensraum des Glögglifroschs.

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Der Naturschutzverein Ebnat-Kappel und Nesslau Krummenau organisierte eine spannende Exkursion ins Steintal – dem Lebensraum des Glögglifroschs.

Mit Andi Hnatek begab sich eine interessierte Gruppe auf eine Abendwanderung und suchte das Pro-Natura-Tier des Jahres, die Geburtshelferkröte, besser bekannt unter dem Namen Glögglifrosch. Beim Schulhaus Wier in Ebnat-Kappel begann unsere Wanderung Richtung Hüsliberg zum Steinbruch Gstaltlig. Bei schönstem Wetter sahen und hörten wir bereits auf dem Weg verschiedene Vogelarten. Zu unserer Freude begleiteten uns auch noch die Töne eines Alphorns.

Eierfäden um den Körper

Bei der Ankunft im Steinbruch war vom Glögglifrosch leider nichts zu hören, obwohl vor drei Tagen der Ruf noch da war. Zum Glück hatte ich damals eine Aufnahme angefertigt, welche dazu diente, den Naturfreunden den schönen Klang ertönen zu lassen. Die Rufe des Glögglifrosches hört man zwischen April und August. Die Männchen locken damit die Weibchen an. Zur Paarung besteigt das Männchen das Weibchen und befruchtet die vom Weibchen gelegten Eier. Die Eier sind mit einem klebrigen Faden verbunden, der es dem Männchen ermöglicht, die 20 bis 70 Eier mit den Hinterbeinen aufzunehmen und sie sich um den Körper zu wickeln. Ein Männchen kann die Eierfäden von zwei, selten auch von drei Weibchen aufnehmen. Dann versteckt sich das Männchen je nach Umgebungstemperatur während 20 bis 50 Tagen. Wenn die Eier reif sind, sucht das Männchen die Wasserstelle auf und entlässt die Larven ins Wasser. Danach beginnt das Männchen wieder zu rufen und der Zyklus beginnt von vorne.

Gefährdete Tierart

Der Name Geburtshelferkröte ist abgeleitet von diesem Brutverhalten. Er ist der einzige Froschlurch in der Schweiz, der sich auf dem Land paart und die Eier nicht direkt ins Wasser legt. Seine Larven gehören zu den wenigen, die im Wasser überwintern können. Sie werden bis zu 9 Zentimeter lang, was für eine so kleine Kröte eine grosse Leistung ist. Als Lebensraum benötigt der Glögglifrosch Überschwemmungsgebiete oder Kiesgruben mit Tümpeln, besonnte Hänge und Böschungen mit geringer Vegetation. Zum Schutz gräbt er sich im Sand und Geröll Gänge. Er ist auch in höheren Lagen bis zu 1200 Metern über Meer zu finden. Leider wird der Lebensraum für ihn immer kleiner, weshalb er zu den gefährdeten Tierarten zählt. Pro Natura hat ihn zum Tier des Jahres 2013 gewählt. Wir können ihm helfen, indem wir die vorkommenden Bestände schützen und ihm neue Lebensräume anbieten. Andi Hnatek

Nächster Anlass: Sonntag, 8. September, Passhöhe Scherb, Ebnat-Kappel, «Die Brennnessel, das Naturwunder mit dem unvergesslichen Händedruck», die Brennnessel in der Botanik, im Garten, in der Pflanzenheilkunde und in der Küche, Rahmenprogramm: Geschichten aus der Pflanzen- und Tierwelt mit Märchenerzählerin Thérès Kneubühler. www.naturschutzvereineknk.ch