Wer jetzt noch «bschöttet», wird verzeigt!

Braune, stinkende Wiesen: So die Schlagzeilen in den Zeitungen. Die selbsternannten Umweltapostel haben es auf die Bauern abgesehen. Ja, auf die Bauern kann man schon herunterhauen und dauernd herumhacken.

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Braune, stinkende Wiesen: So die Schlagzeilen in den Zeitungen. Die selbsternannten Umweltapostel haben es auf die Bauern abgesehen. Ja, auf die Bauern kann man schon herunterhauen und dauernd herumhacken. Die Bauern können machen, was sie wollen, es finden sich immer Schlauberger, die es besser wissen als die Bauern und meinen, man müsse die Bauern dauernd bevormunden. Warum betreiben solche Leute nicht selber Landwirtschaft und zeigen, wie schön es ist, mit dem Buch in der Hand die Landwirtschaft zu betreiben? Dann kann der Staat die jetzigen Bauern in die Pension schicken. Heute muss ein Landwirt ja nach dem Buch die Landwirtschaft betreiben. Die Tiere ins Freie lassen, das Gras mähen, die Jauche ausbringen. Es braucht keine Erfahrung mehr, auf das Wetter schauen muss man auch nicht. Nur auf das, was im Buch steht, das ist wichtig. Und die Erfahrungen der Vergangenheit? Alles Schmarren. Und wehe, der Bauer hält sich nicht an die schlauen Bücher. Macht die vielen Aufzeichnungen, führt Listen hier und dort und überall, hat hier einen Ordner für das, dort einen Ordner für jenes, und, und, und. Man erstickt bald einmal in der Papierflut. Dann folgen Strafen, Sanktionen, Verfahren, und, und, und. Es gibt keinen zweiten Beruf, in dem die Menschen so unterjocht werden wie in der Landwirtschaft und die Vorschriften schneller ändern und höher wachsen als das Gras. Es sei hier auf das kürzlich durchgeführte Gerichtsverfahren in Winterthur hingewiesen. Da wurde ein Bauer in 26 Punkten angeklagt. Solche Verfahren illustrieren sehr deutlich, wie die Bauern als Freiwild angesehen werden. Mit denen kann man machen, was man will. Und wenn man dann zuschauen kann, wie sich's Punkt für Punkt in Luft auflöst! Die angetrocknete Jauche wird nicht in die Bäche geschwemmt, wie die Schlagzeile «gedüngte Bäche» weismachen will. Auch Verbote sind ein Blödsinn, denn Bauern wird dieses und jenes verboten. Von Besserwissern, die weniger verstehen von der Landwirtschaft als eine Kuh von einer Atombombe, werden Vorschriften erlassen. Den Bauern wird gesagt, wie diese ihre Arbeit verrichten sollen.

Und wie ist es bei der Chemischen Industrie? Wieso haben wir solch schön vergrabenen Chemieabfall? Der heute mit unserem sauer verdienten Geld ausgegraben und teuer entsorgt werden muss? Wo waren da die Umweltapostel, diese schlauen Leute? Wie war es beim Brand von Schweizerhalle? Oder in den Zeiten, als die Basler Regierung zu der Chemischen Industrie sagte, ihr müsst halt eure giftigen, farbigen Abwässer in der Nacht in den Rhein ablassen, damit es die Bevölkerung nicht sieht. Was ist mit den giftigen Abfällen, die zum Beispiel von Europa aus nach Afrika transportiert werden und dort irgendwo in der Savanne ausgeleert werden? Wie ist es beim Goldwaschen mit Quecksilber oder dem Atomabfall in Russland, der einfach so auf der Halde liegt? Und wie ist es mit der Gentechnik im Pflanzenbau? Alles halb so schlimm, wird immer gesagt. Das schadet der Umwelt überhaupt nicht. Aber wenn ein Bauer zu einer vermeintlichen Unzeit Jauche ausbringt, dann ist die Welt schon untergegangen und auf alle Zeiten auf das schwerste vergiftet. Die Menschheit ist dem Untergang geweiht und hat nur noch einige Stunden zu leben. Aber auf den Atombergen kann der Mensch, ohne Schaden zu nehmen, seine Ferien verbringen. Das ist sogar noch gesundheitsfördernd. Ja, es ist halt einfacher, den kleinen Bauer zu schikanieren, als den Mächtigen an den Karren zu fahren. Es ist schon traurig, wie gewisse Menschen mit ihren Mitmenschen umspringen. Und erst noch den Lohn von diesen Mitmenschen erhalten. Dieses Jahr haben wir einen schönen, trockenen Herbst. Der Boden trocken, ideal, um die Tiere jeden Tag ins Freie zu lassen. Die Tiere fühlten sich wohl im Freien. Und genossen die Sonne auf ihrem Fell. Lagen entspannt auf der Erde und wiederkäuten zufrieden vor sich hin. Dieser längere Aufenthalt der Tiere im Herbst/Vorwinter, brachte es natürlich mit sich, dass ein Teil der Wiesen nicht so früh bschöttet werden konnte. Denn, wer liegt schon gerne im eigenen Dreck? Und wenn es dann dem letzten Bauer verleidet ist, kann man die Lebensmittel ja immer noch bei Aldi, Lidl, Migros, Coop, kaufen. Es besteht also gar kein Grund, zu den Menschen in der Landwirtschaft Sorge zu tragen. Und auch ihnen ein angenehmes Leben zu ermöglichen.

Alfred Meier

Weid 321, 9055 Bühler