Wer erhält Prämienverbilligung?

APPENZELL. Die individuelle Prämienverbilligung wird anhand der Richtprämien, des Gesamteinkommens und des Selbstbehalts berechnet. Für 2016 hat die Standeskommission nun die entsprechenden Sätze bestimmt.

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Die Richtprämie 2016 für Erwachsene in AI beträgt 3230 Franken. (Bild: ky)

Die Richtprämie 2016 für Erwachsene in AI beträgt 3230 Franken. (Bild: ky)

Die Standeskommission hat gemäss einer Medienmitteilung der Ratskanzlei die Richtprämien für die individuelle Prämienverbilligung 2016 im Kanton festgelegt. Anhand der Richtprämien, dem massgebenden Gesamteinkommen und dem Selbstbehalt wird die Prämienverbilligung berechnet. Das Gesundheitsamt ermittelt die beitragsberechtigten Personen automatisch anhand der Steuerdaten. Ein Antrag ist nicht nötig.

Gesamteinkommen zählt

Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden anhand des massgebenden Gesamteinkommens beurteilt. Für die Ermittlung des massgebenden Gesamteinkommens ist für die individuelle Prämienverbilligung (IPV) 2016 in der Regel die definitive Steuerveranlagung des Jahres 2014 ausschlaggebend. In besonderen Fällen – zum Beispiel bei 18- bis 25-Jährigen oder bei Personen, die im Jahr 2015 in den Kanton gezogen sind – kann das massgebende Gesamteinkommen erst nach Vorliegen der definitiven Steuerveranlagung des Jahres 2015 berechnet werden. Die Höhe der IPV wird aus der Differenz zwischen der Richtprämie und dem Selbstbehalt berechnet. Für das Jahr 2016 wurden die Richtprämien für Kinder auf 711 Franken, für junge Erwachsene (Jahrgänge 1991 bis 1997) auf 3080 Franken und für Erwachsene auf 3230 Franken festgelegt. Die Richtprämien stützen sich auf die Prämien des günstigsten Anbieters mit einer Filiale im Kanton. Der Selbstbehalt an den Richtprämien hängt von der Höhe des Gesamteinkommens ab. Bei einem Gesamteinkommen von bis zu 40 000 Franken liegt der Selbstbehalt bei acht Prozent. Bei einem Gesamteinkommen von 80 000 Franken liegt der Selbstbehalt bei 13 Prozent. Dazwischen steigt der Selbstbehalt pro 1000 Franken schrittweise um 0,125 Prozent. Personen, die zur AHV/IV-Rente Ergänzungsleistungen beziehen, erhalten ohne Berücksichtigung eines Selbstbehaltes die vom Eidgenössischen Departement des Innern festgelegten kantonalen Durchschnittsprämien. Bei den Erwachsenen belaufen sich diese auf 3924 Franken, bei den jungen Erwachsenen auf 3528 Franken und bei den Kindern auf 888 Franken.

Zeitpunkt der IPV-Verfügung

Da sich die Berechnung der IPV auf die Steuerdaten abstützt, müssen die jeweiligen definitiven Daten abgewartet werden. Die IPV, welche sich auf die Steuerdaten 2014 abstützen, werden im Verlaufe des ersten Quartals 2016 verfügt und an die Versicherungen ausbezahlt. In besonderen Fällen müssen die definitiven Steuerdaten 2015 abgewartet werden. Da bei den jungen Erwachsenen die definitiven Steuerveranlagungen des Jahres 2015 abgewartet werden müssen, können die IPV für den gesamten Haushalt erst nach Vorliegen dieser Steuerveranlagung berechnet werden. Durch eine frühe Einreichung der Steuererklärung kann auch ein allfälliger IPV-Anspruch frühzeitig geprüft werden. Bis zum Zeitpunkt der IPV-Verfügung müssen die vollen Prämienrechnungen beglichen werden. Die IPV wird der entsprechenden Versicherung jeweils rückwirkend für das gesamte Jahr 2016 vergütet. Die IPV werden in der Folge direkt den Prämienrechnungen abgezogen und höchstens in der Höhe der effektiven Prämienlast gewährt. Die Vergütung wird ab einem Gesamtanspruch von 100 Franken pro Jahr ausgerichtet. Ein Merkblatt kann über die Website www.ai.ch/ipv abgerufen oder beim Gesundheitsamt bezogen werden. (rk)

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