Wenn Kleinkinder verunfallen

Das Elternforum Ebnat-Kappel hat letzte Woche einen informativen Abend zum Thema «Notfälle bei Kleinkindern» veranstaltet. Rund 40 Personen nahmen am Vortrag und an einer Gruppenarbeit teil.

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EBNAT-KAPPEL. Am Donnerstag, 16. April, startete Ursula Minder vom Elternforum Ebnat-Kappel den Abend mit einigen selbst erlebten Szenarien zum Thema Notfälle beim Kleinkind und begrüsste den Referenten Fredi Hildebrand vom Samariterverein Ebnat-Kappel. Dieser stellte sich und seine Frau Heidi den rund 40 anwesenden Eltern zuerst vor und begann dann seinen Vortrag mit einer Unfallstatistik, welche zeigte, dass im Haushalt und in der Freizeit die meisten Unfälle passieren.

Schnelles und richtiges Handeln

Anschliessend wurde mit Hilfe des Ampelschemas das Verhalten bei einem Notfall erklärt. Gemeinsam fand man die Notrufnummern heraus, und Fredi Hildebrand erzählte, dass 80% der Telefonanrufe aufs Toxikologische Zentrum Kinder betreffen. Nach dem Aufzeigen des Meldeschemas wurde die Beurteilung beim verletzten Kind besprochen. Hierbei sei es ganz wichtig, dass Kind durch Anschauen, Anfassen, Sprechen, Zuhören und mit Hilfe der Ausdünstung/Ausscheidung zu beobachten und zu beurteilen.

Gefahren rechtzeitig erkennen

Nach diesen ersten allgemeinen Themen gab es eine kleine Gruppenarbeit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gefahren im und ums Haus mussten in Küche, Schlafzimmer, Badezimmer, Estrich/Garage und im Garten besprochen, notiert und anschliessend vorgetragen werden. Zum Thema Gefahren im Garten wurden speziell die Bienen- und Wespenstiche erwähnt. Der Referent erzählte von einem Mädchen, welches 300 Bienenstiche nur dank einem Bad in einem kalten Brunnen überlebte. Kaltes Wasser schliesst die Poren und verhindert eine Entzündung und die Verbreitung vom Gift im Körper.

Anschliessend wurden das BLS-AED-Schema und der Defibrillator erklärt. Der Einsatz eines solchen sollte nicht gescheut werden, auch wenn er nicht an vielen Orten aufzufinden ist. Auch die Themen Wundinfektion, Blutstillung und Schock fasste Fredi Hildebrand kurz zusammen. Bei den Zahnunfällen verweilte man etwas länger. Es wurde betont, dass Unfälle, bei welchen die Zähne in Mitleidenschaft geraten sind, immer ärztlich kontrolliert werden sollten.

Fragen aus dem Publikum

Immer wieder kamen auch Bemerkungen, Ergänzungen oder Fragen vom Publikum. Bei den Knochenbrüchen wurden die bei Kindern üblichen Grünholzbrüche erwähnt. Unschön anzusehen, und darum unbedingt zu verhindern, waren die Fotos von verbrannten und verbrühten Kindern. Auch von Sonnenstichen und Hitzeschlägen werden Kinder nicht verschont. Vor allem im Auto vergessene Kinder führen immer wieder zu unschönen Geschichten.

Gegen Ende der Veranstaltung kam aus dem Publikum die interessante Frage betreffend Ersticken und wie man vorgehen solle, wenn etwas im Hals des Kindes steckengeblieben ist. Zum Schluss machte der Referent Werbung für den Samariterverein und auch für einen ausführlicheren Kurs, welcher acht Stunden dauert.

Um 22 Uhr beendeten Fredi und Heidi Hildebrand den Vortrag zum Thema «Notfälle» mit Hilfe ihrer iPhones. Sie zeigten auf, dass bei Notfällen auch Apps behilflich sein könnten, da es eine Erste-Hilfe-App sowie eine Rega-App gibt. (pd)