Wenn Eltern eingezont werden

SPEERSPITZ Wer den Fussball mitverfolgt, weiss, dass es eine sogenannte technische Zone gibt. Besser bekannt als Coaching- oder Trainerzone. Es ist jener Bereich, in der sich Trainer, Betreuer und Ersatzspieler während des Spiels aufhalten müssen.

Beat Lanzendorfer
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Wattwil - Beat Lanzendorfer Redaktor Toggenburg Medien AG (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wattwil - Beat Lanzendorfer Redaktor Toggenburg Medien AG (Bild: Beat Lanzendorfer)

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Wer den Fussball mitverfolgt, weiss, dass es eine sogenannte technische Zone gibt. Besser bekannt als Coaching- oder Trainerzone. Es ist jener Bereich, in der sich Trainer, Betreuer und Ersatzspieler während des Spiels aufhalten müssen. Dieses Rechteck, es ist mit Begrenzungslinien markiert, die bis einen Meter an das Spielfeld heranreichen sowie links und rechts von der Auswechselbank den gleichen Abstand aufweisen, wurde geschaffen, um dem Treiben an der Aussenlinie Einhalt zu gebieten. Gab es früher Selbstdarsteller in der Trainerzunft, welche die rund fünfzig Meter von der Grund- bis zur Mittellinie als Bühne ihres eigenen Egos missbrauchten, hat sich dies seit Einführung der Coaching-Zone verbessert. Verfehlungen werden zudem mit Bussen geahndet. Ab der kommenden Spielzeit hat sich der Verband entschlossen, eine weitere Zone einzuführen, die Einfluss auf den Juniorenbereich hat. Es handelt sich hier um eine Zuschauerzone. Galt der Streifen rund um den Fussballplatz bisher als «rechtsfreier» Raum, so zumindest in den Augen der Eltern, Grosseltern, Gotten und Göttis, wird dies nun eingeschränkt. Die Zuschauer müssen sich neu in einer markierten Zone aufhalten. Damit den Vereinen nicht zu viel Arbeit durch die zusätzliche Markierung entsteht, kann der Bereich auch mit «Hütchen» abgesteckt werden. In der Weisung des Verbandes wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Zuschauer und speziell Eltern hinter dem Tor nichts verloren haben. Auch der Zutritt zum Spielfeld ist ausschliesslich den Kindern vorbehalten, Erwachsene haben darauf nichts verloren. Ich kann diese neue Regelung nur unterstützen. Wer heute Juniorenspiele oder -turniere besucht, fühlt sich manchmal wie auf einem Jahrmarkt. Unterstützung von der Seitenlinie finde ich grundsätzlich gut, wenn diese allerdings für die Kinder zur Belastung wird und sie nicht mehr wissen, auf wen sie nun hören sollen, ist die Grenze des Zumutbaren erreicht. Erleichtert dürften auch die Trainer sein. Sie tragen zwar die Verantwortung, können aber vielfach keinen Einfluss nehmen, weil «s Mami» und «de Papi» plötzlich alles besser wissen und den Sohnemann oder die Tochter mit Ratschlägen eindecken, die so nicht nötig sind. Also, liebe Eltern, in Zukunft dran denken: Wer einen Fussballplatz betritt, immer schön hinter dem Hütchen bleiben. Ihr Kind sagt Dankeschön.

@toggenburgmedien.ch

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