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Plauscheishockey: Beim HC Gais spielen Punkte keine Rolle

Neben dem SC Herisau gibt es im Appenzellerland weitere Eishockeymannschaften. Nicht bei allen steht die sportliche Leistung im Vordergrund. Einer dieser Plauschvereine ist der HC Gais.
Claudio Weder
Natureisbahnen, auf denen man Eishockey spielen kann, gibt es fast keine mehr – Gais bildet eine Ausnahme. (Bild: PD)

Natureisbahnen, auf denen man Eishockey spielen kann, gibt es fast keine mehr – Gais bildet eine Ausnahme. (Bild: PD)

Wenn es auf dem Eisfeld nicht ums Gewinnen oder Verlieren geht, sondern das Gesellschaftliche im Mittelpunkt steht, dann wird in der Regel Plauscheishockey gespielt. So auch beim HC Gais. Er gehört zu den Vereinen, die neben dem SC Herisau, mit dem der Eishockeysport im Appenzellerland so oft in Verbindung gebracht wird, ein Schattendasein fristen. Zu Unrecht.

Rund die Hälfte der 45 Aktivmitglieder des HC Gais spielt in der Kadermannschaft, die seit sieben Jahren gegen andere Plauschmannschaften wie den EHC Durazell, die Herisau Ponders oder den EHC Teufen (siehe Kasten) Freundschaftsspiele austrägt. «Die Regeln sind etwas angepasst: Bodychecks sind nicht erlaubt und die Spieldauer beträgt drei mal 30 Minuten brutto», erklärt Pius Neuländner, Präsident des Vereins. Zudem gebe es innerhalb der Mannschaften starke Leistungsdifferenzen. Abgesehen davon unterscheide sich Plauscheishockey aber nicht vom normalen Eishockey. Trotzdem: Einmal mit dem SC Herisau in derselben Liga zu spielen, komme für den HC Gais nicht in Frage. «Wir wollen ein Plauschverein bleiben», so Neuländner.

Eine eigene Eisbahn

Der HC Gais ist integrierender Bestandteil des Vereins Eisbahn Gais. Letzterer wurde im Jahr 2012 gegründet – mit dem Zweck, die seit 1995 zwischen dem Schulhaus Dorf und dem Kindergarten Gaiserau bestehende Natureisbahn zu betreiben und zu unterhalten. Zum selben Zeitpunkt wurde auch beschlossen, eine Plauschmannschaft zu gründen, um dem Eisfeld mehr Leben einzuhauchen.

Pius Neuländner, Präsident HC Gais. (Bild: Claudio Weder)

Pius Neuländner, Präsident HC Gais. (Bild: Claudio Weder)

Mit der Eisbahn verfügt der Verein über ein Alleinstellungsmerkmal. «Natureisbahnen gibt es heutzutage fast keine mehr», so Neuländner. Noch seltener seien Natureisbahnen, auf denen Eishockeyspiele ausgetragen werden – und die komplett ohne Schnee funktionieren. «Innerhalb von zwei Tagen ist unser Eisfeld spielbereit – sofern die Wetterbedingungen passen», sagt Neuländner. Letztere machten der Eisbahn schon etliche Male das Leben schwer. Neuländner erinnert sich an das Jahr 2004, als die Eiskunstläuferin Sarah Meier mit einer Performance die neue Bandenanlage einweihen sollte und von widrigen Wetterverhältnissen überrascht wurde.

In der Saison 2018/19 blieb das Eis grösstenteils vom Wetter verschont. Von sieben angesetzten Heimspielen konnten vier ausgetragen werden. «Das ist eine gute Quote», sagt Neuländner. Insgesamt war die Eisbahn in der diesjährigen Saison an 50 Tagen in Betrieb. Neuländners Fazit: «Es war eine überdurchschnittlich gute Saison.» Letzter Betriebstag war der 13. Februar.

Plauschturniere und Eisstockschiessen

Die Eisbahn Gais ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Dorfes. Nicht nur dank des Cafés, das ein Treffpunkt geworden ist. Auch wegen der zahlreichen Aktivitäten, die während der Saison die Eisfläche beleben. Besonderes Highlight ist das Eisstockschiessen, eine Art Boccia auf dem Eis, das einmal pro Jahr stattfindet und immer ein «Riesengaudi» ist, so Neuländner.

Zudem veranstaltet der Verein regelmässig Juniorentrainings. Der Erfolg lässt sich sehen: «Einige der Junioren, die bei uns angefangen haben zu trainieren, haben es später zum SC Herisau geschafft.»

EHC Teufen: Ein Plausch-Team mit 15 Kaderspielern

Seit 1991 hat auch Teufen eine eigene Eishockey-Mannschaft. «Wir sind eine bunte Truppe von Eishockeyanern aus Ausserrhoden und Innerrhoden, die sich nicht nur auf dem Eis, sondern auch privat ab und zu treffen», sagt Philip Pradella, der den Verein seit einem Jahr präsidiert. Wie andere Plauscheishockeyvereine hat auch das 15-köpfige Kader des EHC Teufen keine Ambitionen, einmal in der 3. oder 4. Liga zu spielen. «Wir sind nicht verbissen auf die sportliche Leistung», so Pradella. Es gehe lediglich um den Spass.

Anders als der HC Gais spielt der EHC Teufen jedoch in einer offiziellen Plauschliga – zusammen mit Mannschaften wie den Eisbären Wil oder HSG-Mannschaften wie den St. Gallen Gekkos. 12 Spiele absolvierte der EHC Teufen in dieser Saison bislang, zwei stehen noch aus. Aktuell liegen sie in der Tabelle auf Platz 6. Die Spiele der Plauschliga werden in der Eishalle Lerchenfeld in St. Gallen ausgetragen.

Was ebenso wenig im Jahreskalender des EHC Teufen fehlen darf, ist das Derby gegen den HC Gais. «Wir freuen uns immer wieder über die Einladung.» Nicht nur, weil in der Vergangenheit der EHC Teufen die Begegnung immer für sich entscheiden konnte. (wec)

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