Wenn der Name «Energie» Programm ist

Rund 500 junge Fussballer am Hallenturnier des FC Herisau: eine interessante und internationale Plattform.

Lukas Pfiffner
Merken
Drucken
Teilen
Ein Duell im Spiel zwischen Schaffhausen und St.Gallen.

Ein Duell im Spiel zwischen Schaffhausen und St.Gallen.

Bild: PF

Das Logo des FC Herisau befindet sich auf der Titelseite des Turnierprogramms neben jenem des FC St.Gallen und des FC Basel. Und der FC Eggersriet ist neben dem Grasshopper Club platziert. Royal Antwerpen aus Belgien, Augsburg und Ravensburg geben dem Energie-Kids-Turnier im Herisauer Sportzentrum einen internationalen Touch und sogar einen königlich-ritterlichen Anstrich.

Stichwort Burg: Etwas in dieser Art haben die Organisatoren am Spielfeldrand mit Tischen und Schwedenkästen aufgebaut – dort befindet sich das logistische Zentrum mit Computern, Bildschirmen, Ersatzbällen. Domenico Troccoli, der Trainer der ersten Mannschaft des FC Herisau, gibt am Mikrofon die Torschützen und nächsten Paarungen bekannt.

«Wir sind damit schlank unterwegs»

Rund 20 Personen aus dem Umfeld des FCH-Supporterclubs bilden das Organisationskomitee. «Wir sind damit schlank unterwegs», erzählt Roger Widmer. Er sieht sich nicht als Präsident des OK, sondern «als einer von denen, die da mitarbeiten». Es laufe sehr gut, sagt er am Sonntagmittag. Es seien weniger Sitzungen nötig gewesen als bei der ersten Austragung vor zwei Jahren. «Alle packen in ihrem Ressort an und wissen, was zu tun ist.» Die Bezeichnung «Energie-Kids-Hallenmasters» ist nicht einem Sponsorennamen geschuldet, sondern von den Organisatoren bewusst gewählt worden. Das Stichwort Energie ist quasi Programm und im Zusammenhang mit der Dynamik und der Zukunft der jungen Fussballer zu sehen.

Zurufe wie im grossen Fussball

Rund 500 Spieler von 10 bis 14 Jahren sind in den 42 Mannschaften aktiv. Ein Souvenir-Bogen mit Aufklebern der teilnehmenden Vereine liegt dem Programm bei. Bei den Kontakten zu den internationalen Gästen arbeitet der FC Herisau im Vorfeld jeweils mit dem Future Champs Ostschweiz zusammen. «We are flying high», tönt die Melodie aus den Lautsprechern, als in der Kategorie FE 13 die Grasshoppers gegen St.Gallen à 6:1 in Führung geht. «Mitte kompakt!» «Positionen!» «Achtung, dort im Rücken!» Die Zurufe der Trainer und Mitspieler tönen wie im grossen Fussball. Letzterer ist auch durch Richard Fischbacher, den FCSG-Speaker im Kybunpark, vertreten: Mit seiner Stimme werden im Sportzentrum zwischendurch die Namen der Sponsoren eingespielt. Ohne diese ginge es nicht. Man gebe den jungen Fussballern gerne diese Plattform, sagt Roger Widmer. Die grosse Herausforderung seien aber die Finanzen.

Eine Premiere für die Belgier

Parallel zum Turnierprogramm in der Halle des Sportzentrums laufen Outdoorspiele auf den Kunstrasen im Kreckel und im Gründenmoos. Einerseits lohne sich dadurch die Anreise von acht Stunden für ein Team wie Antwerpen eher, als wenn es nur gerade fünfmal 15 Minuten Hallenfussball spielen könne. «Zum zweiten sind es auch interessante Leistungsvergleiche auf internationaler Ebene.» Die Gäste, die von weit her kommen, logieren am Wochenende in der Chälblihalle, die mit 150 Plätzen ausgebucht ist. Dort werden auch Lunchpakete abgegeben.

Die Delegation aus Belgien machte am Samstag einen Ausflug auf den Säntis. «Viele der Spieler waren noch nie auf einem solchen Berg, und sie haben zum Teil zum ersten Mal richtig Schnee gesehen», erzählt Widmer. Das Datum für die vierte Austragung des Energie-Kids-Masters ist fixiert: Der Nachwuchs trifft sich in Herisau am 26./27./28.Februar 2021.