Wenn der (Hem-)Berg ruft

Bei erst optimalem Wetter und mit einer kleinen Steigerung der Zuschauerzahl ist am Wochenende das vierte Bergrennen Hemberg nach neuer Zählung über die Bühne gegangen. Der letzte Lauf wurde wegen eines Gewitters abgebrochen und nicht mehr gewertet.

Michael Hug
Merken
Drucken
Teilen
In Hemberg können die Zuschauer die Rennwagen aus nächster Nähe erleben. (Bild: Ralph Ribi)

In Hemberg können die Zuschauer die Rennwagen aus nächster Nähe erleben. (Bild: Ralph Ribi)

HEMBERG. «Der Berg ruft» steht am Heck eines Begleitbusses eines Rennfahrers. Der Berg zur Schweizer Bergmeisterschaft ruft dieses Jahr neun Mal. Das Bergrennen Hemberg machte übers Wochenende den Auftakt zur neuen Saison. Knapp 200 Schweizer Rennfahrer und ein halbes Dutzend Rennfahrerinnen folgten dem Ruf nach Hemberg. Damit verzeichnet das «neue» Bergrennen einen Teilnehmerrekord. Aber auch bei den Zuschauern war ein Plus zu verzeichnen: 7 500 Zuschauende seien an den beiden Tagen gekommen, liess das OK unter dem Toggenburger Christian Schmid gestern nachmittag verlauten.

Genuss der Flugshow

Rund 2 500 Besuchende konnten das Rennspektakel schon am Samstagmittag erleben. Sie kamen auch in den Genuss der Flugshow der Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, die aus neun Pilatus Porter PC-7 und deren Piloten besteht. Die aufsehenerregende Show der rot-weissen Propellerflugzeuge dauerte 20 Minuten und wurde am Sonntag – mit kompetentem Kommentar eines Luftwaffenangehörigen über die Lautsprecheranlage – wiederholt. Trotz fehlendem blauen Himmel vermochte die Show über den Hügeln der Gemeinde Hemberg zu faszinieren.

Äusserst optimales Wetter

Wirklich optimal aber zeigte sich das Wetter für die Rennfahrer und das Publikum. Nicht zu heiss, aber auch nicht feucht, trotz ständig drohend bewölktem Himmel, waren die Bedingungen für alle Beteiligten angenehm. Denn das Bergrennen nimmt einen ganzen Tag – mit dem Training am Samstag zwei Tage – in Anspruch. Viele Fans aus der halben Schweiz reisten schon am Vormittag an und blieben bis zum letzten Rennlauf am späten Nachmittag. So lange an sengender Sonne zu sitzen tut keinem gut, deshalb waren die Wolken am Himmel ein willkommener Schutz vor Sonnenbrand und -stichen. Die Abkühlung kurz vor Rennende in Form eines kräftigen Gewitters wurde vom Publikum mit Humor aufgenommen. Das Rennen jedoch musste nach zwei Läufen abgebrochen werden; es wird für die Meisterschaft dennoch gewertet.

Eine Art Ausnahmezustand

Wiederum war die Zusammenarbeit der Hemberger Gewerbler, Vereine und Privatgrundbesitzer beeindruckend. Fast kein Hausvorplatz ohne Fahrerlager, fast keine Einheimischen, die nicht irgendwo in der Organisation involviert waren, fast kein Laden- oder Restaurantbetreiber, der sich nicht auf den Ansturm vorbereitet hätte. Ansturm ist das richtige Wort: Hemberg erlebte einmal mehr eine Art Ausnahmezustand. Das Dorf war zwei Tage verkehrsmässig weiträumig abgeriegelt und somit eigentlich isoliert. Doch effiziente Shuttledienste und ausgelagerte Parkplätze sorgten für komfortables An- und Wegkommen aus Hemberg und Bächli. Der Durchgangsverkehr jedoch musste Umwege in Kauf nehmen.

Mit der Erinnerung aufgeräumt

Mit der Erinnerung der etwas chaotisch verlaufenen Premiere im Jahr 2012 hat die vierte Durchführung des neuen Hemberger Bergrennens aufgeräumt. Das OK hat den Anlass nun vollständig im Griff und wird mit jährlich leicht steigenden Zuschauerzahlen belohnt. Noch immer wissen die Verantwortlichen da und dort die Infrastruktur für Fahrer wie Zuschauer zu verbessern. Heuer machte ein Barzelt über der Dorfkreuzung auf sich aufmerksam. War dieser Standort zur Beobachtung des Rennens zwar völlig ungeeignet, bot sie trotzdem beste Übersicht auf das Geschehen auf der Kreuzung, die vom Freitag- bis Sonntagabend als Dreh- und Angelpunkt des Rennens permanent im Mittelpunkt des Geschehens stand.

Einzig der Verkehrskadett hielt durch, das Rennen wurde am Nachmittag wegen eines Gewitters abgebrochen. (Bild: Michael Hug)

Einzig der Verkehrskadett hielt durch, das Rennen wurde am Nachmittag wegen eines Gewitters abgebrochen. (Bild: Michael Hug)

Die PC-7-Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe begeisterte mit einer spektakulären Flugshow die Zuschauer am Bergrennen Hemberg. (Bild: Ralph Ribi)

Die PC-7-Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe begeisterte mit einer spektakulären Flugshow die Zuschauer am Bergrennen Hemberg. (Bild: Ralph Ribi)