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Wenn der Bus zweimal fährt

Es war noch Sommer, als ein Arbeitskollege eine Geschichte übers Busfahren im Toggenburg in dieser Zeitung publizierte. Beim Lesen musste ich leise über die kleinen Missverständnisse im Tagesbetrieb schmunzeln. «ÖV-Fahren kann echt nicht so kompliziert sein», dachte ich.
Liska Meier
Liska Meier Produzentin (Bild: Urs Jaudas)

Liska Meier Produzentin (Bild: Urs Jaudas)

Es war noch Sommer, als ein Arbeitskollege eine Geschichte übers Busfahren im Toggenburg in dieser Zeitung publizierte. Beim Lesen musste ich leise über die kleinen Missverständnisse im Tagesbetrieb schmunzeln. «ÖV-Fahren kann echt nicht so kompliziert sein», dachte ich. Doch dann erinnerte ich mich an den Tag im Tessin, als alle Passagiere eines vollbesetzten Busses über mich lachten. Und zwar laut.

Ich machte eine Wanderung durch die beliebteste Hochebene der Schweiz und musste mich sputen, um den letzten Bus des Tages im hintersten Dörfchen zu erwischen. Noch schnaufend ob des Sprintes zog ich den Fahrplan aus dem Rucksack. Drei Stationen fahren stand da, dann müsse man umsteigen. Am richtigen Ort stieg ich aus und war erst mal baff. Ich stand im Schotter neben einer krummen Haltestellentafel und vor mir tat sich ein Loch auf. Eine Baustelle. Erwartet hatte ich zumindest eine Art Busbahnhof. Noch bevor ich über Plan B nachdenken konnte, schaukelte ein Bus, in den Bewegungen einem Kamel gleichend, wieder die Baustelle hoch. Aber halt. Das war doch der gleiche, der mich vorhin in die Kiesgrube entlassen hatte. In den gleichen Farben. Er transportierte die gleichen Passagiere. Jemand Freches hockte sogar auf meinem Platz. Der Chauffeur öffnete grinsend die Türe und liess mich wieder einsteigen. Sagte etwas auf Italienisch. In allen Reihen lachten die Passagiere. Tja, nur rot zu werden ist ja das Eine. Vor Befangenheit am liebsten unter die Sitze kriechen zu wollen, das Andere. Künftig werde ich mich hüten, über der Gegend unkundige Passagiere zu lachen, welche im Toggenburg Bus fahren wollen.

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