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Weniger Gemeinden, mehr Auswahl

Die Gemeindewahlen in Kirchberg und Wattwil, den beiden bevölkerungsstärksten Gemeinden des Wahlkreises, könnten unterschiedlicher nicht ausgefallen sein.
Serge Hediger

Die Gemeindewahlen in Kirchberg und Wattwil, den beiden bevölkerungsstärksten Gemeinden des Wahlkreises, könnten unterschiedlicher nicht ausgefallen sein.

Hier drei Kandidaten für den einen Sitz des Gemeindepräsidenten und neun Kandidaten für die acht Sitze im Schulrat. Dort je ein Kandidat für ein jedes Amt. Hier Auswahl für den Stimmbürger. Dort die Sorge, mit Kampfwahlen womöglich Kandidaten zu verheizen. Hier auch nach engagiertem Wahlkampf noch keinen Präsidenten. Dort alle Ämter seifenglatt besetzt – nicht zuletzt auch durch das Gentleman's Agreement der Ortsparteipräsidenten, die den freiwerdenden Sitz der CVP schon vorgängig der SVP zusprachen, um das Gleichgewicht der Parteien wiederherzustellen.

Bei allem Stolz, den die Kirchberger Parteien für ihre reiche Auswahl empfunden haben – die Regel ist das nicht. Für kommunale Aufgaben Kandidaten zu finden, bleibt schwierig. Ihr Druck im Job wird weiter wachsen, ihr Bedürfnis nach genügend Freizeit wird weiter zunehmen. Gleichzeitig wird ihre Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, weiter sinken.

Es sei denn… Ja, was könnte der viel zitierten Politikverdrossenheit in den zwölf Gemeinden des kleinräumigen Thur- und Neckertals entgegenwirken? Die Antwort auf diese Frage finden wir 50 Kilometer weiter südlich. Hier hat die Glarner Landsgemeinde 2006 die Fusion von 25 Orts-, 18 Schul-, 16 Fürsorge- und neun Bürgergemeinden beschlossen. 2011 wurde die Strukturreform umgesetzt. Und heute ziehen die drei Fusionsgemeinden des Kantons positive Bilanz: Steuern gespart, Verwaltung professionalisiert, Autonomie gestärkt. Und das ist nicht alles: Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Amtsträgern sind Vergangenheit. Wo früher nicht einmal genügend Gemeinderäte zusammenkamen, sind heute Kampfwahlen die Regel. So könnte es dereinst auch sein – im nach Wil orientierten Toggenburg Nord, dem industriellen Toggenburg Mitte und dem touristischen Toggenburg Süd.

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