Wenige Fragen zum Projekt Hofwis

Ein zeitgemässer Komfort für alle Zimmer im Alters- und Pflegeheim Hofwis ist ein Ziel des Umbau- und Erweiterungsprojekts. Die Gemeinde ist überzeugt, dass sich die Investition rechnet. Nach dem Umbau werden die Pensionspreise steigen.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen

MOSNANG. «Euch muss es gefallen», sagte Stefan Räbsamen als Vertreter des Architekturbüros Buob aus Rorschacherberg. Dieses hat den Auftrag für das Projekt für die Erweiterung und den Umbau des Alters- und Pflegeheims (APH) Hofwis in Mosnang erhalten. Am Donnerstagabend informierte die Gemeinde über das Projekt. Rund 40 Personen waren in der Oberstufenturnhalle anwesend.

Zeitgemässer Komfort

Die Vorgabe für das Projekt sei ein zeitgemässer Komfort. Einzelzimmer mit Nasszellen und eigenem Aussenbereich würden heute erwartet, sagte Gemeindepräsident Bernhard Graf. Mit einem besseren Angebot könne man die Wirtschaftlichkeit verbessern, da sich die Fixkosten auf mehr Zimmer verteilten und die billigsten Zimmer in Zukunft nicht mehr angeboten würden.

Es gebe Anforderungen, die ein Betrieb erfüllen müsse. So kreuzten sich beispielsweise im APH Hofwis die Wege von Bewohnern und Personal. Diese Wege müsse man entflechten. Wer mit dem Auto anreise, lande zudem beim Lieferanteneingang, sagte Stefan Räbsamen, der das Projekt vorstellte.

Jede Station solle einen Aufenthaltsraum erhalten, sagte er. Im «Gartengeschoss» würden zwei Garagen zu Zimmern mit Gartensitzplatz umgebaut werden. Im Erdgeschoss sind im neuen Anbau vier Zimmer für demente Pensionäre vorgesehen. Im Anbau von 2006 entsteht ein kleiner Rundlauf, da Demente viel Bewegungsdrang haben.

Im ersten Stock würden Zimmer für Nasszellen und Aufenthaltsräume geopfert. Man müsse – nicht tragende – Wände herausbrechen, sagte Stefan Räbsamen. Im zweiten Stock brauche es nur wenige Eingriffe.

Die Zimmer würden 20 bis 33 Quadratmeter gross sein, sagte Stefan Räbsamen. Sie erhielten eine künstliche Lüftung, unter anderem, damit man Pollenfilter für Allergiker einbauen könne. Die Fenster solle man dennoch öffnen können. Der neue Anbau lehnt sich bei der Traufhöhe und der Fassadengestaltung an die heutigen Gebäude an.

Nördlich des Altbaus und östlich des Anbaus von 2006 entsteht ein kleiner Dementengarten, der für alle Bewohner zugänglich ist. Betriebsleiter Johann Wehrli sagte, dass ein halboffener Garten angestrebt werde. Das APH Bad Säntisblick, Waldstatt, habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ein Votant kritisierte, dass der Dementengarten nur am Morgen Sonne habe. Es sei wahrscheinlich nicht möglich, den Garten auf die Südseite des Altbaus zu verlegen, räumte Stefan Räbsamen ein.

Nicht mehr das billigste Haus

Ein Viertel der Baukosten oder 1,5 Millionen Franken will der Gemeinderat aus Steuermitteln tragen. Drei Viertel werden über den Betrieb finanziert. Andere Gemeinden in der Region hätten ähnliche Kostenteiler, sagte Bernhard Graf. Er nannte als Beispiel Neckertal. Der Gemeindebeitrag und die über den Betrieb zu deckenden Baukosten sollen laut dem Gutachten über 33 Jahre abgeschrieben werden. Er gehe davon aus, dass wegen der Abschreibungen keine Steuererhöhung nötig sei, sagte der Gemeindepräsident.

Die Baukosten betragen sechs Millionen Franken, von denen 5,2 Millionen auf das Gebäude entfallen und im Abstimmungsgutachten nicht weiter aufgeschlüsselt sind. Ein Votant fragte nach dem Kubikmeterpreis des Anbaus. Man habe darauf verzichtet, die Kosten auf den Neubau- und den Umbauteil aufzuteilen, sagte Norbert Fritschi. Er ist Mitbesitzer des Architekturbüros b + p in Uzwil und wird die Bauleitung übernehmen.

Das Raumprogramm in einem Neubau würde mindestens zwölf Millionen Franken kosten, zeigte sich Johann Wehrli, Betriebsleiter des APH Hofwis, überzeugt. Das APH Hofwis werde künftig nicht mehr das billigste Heim in der Region sein, sagte der Gemeindepräsident. Die Pensionspreise für die Zimmer im Anbau von 2006 würden den Massstab für den neuen Anbau bilden.

Norbert Fritschi (von links), Bernhard Graf und Stefan Räbsamen stellten das Erweiterungsprojekt vor. (Bild: Martin Knoepfel)

Norbert Fritschi (von links), Bernhard Graf und Stefan Räbsamen stellten das Erweiterungsprojekt vor. (Bild: Martin Knoepfel)