Wenige Christbäume aus dem Wald

Zwar stehen während der Weihnachtszeit in sehr vielen Stuben und Kirchen im Toggenburg geschmückte Weihnachtsbäume. Die meisten dieser Tannenbäume wachsen aber nicht in der freien Natur, sondern in speziellen Baumkulturen. So bleiben die schönen Bäume im Wald stehen.

Sabine Schmid
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Beim Kauf eines Christbaums sind die Baumart, die Grösse und auch der persönliche Geschmack die wichtigsten Kaufkriterien. (Bild: Sabine Schmid)

Beim Kauf eines Christbaums sind die Baumart, die Grösse und auch der persönliche Geschmack die wichtigsten Kaufkriterien. (Bild: Sabine Schmid)

TOGGENBURG. Wie der perfekte Weihnachtsbaum aussehen soll, ist Geschmacksache. Der eine hat am liebsten eine Nordmannstanne, der andere steht auf Weisstannen, während der dritte am liebsten eine Fichte in seiner Stube stehen hat. Christbaumverkäufer versuchen daher, den verschiedenen Wünschen ihrer Kunden gerecht zu werden. Auch Mario Schernthanner, der Betriebsleiter des Forstbetriebs Obertoggenburg AG Foag. Am Samstag verkaufte der Forstbetrieb in Nesslau rund 150 Bäume. Diese haben die Forstwarte aber nicht selber in den Wäldern geerntet. «Nein, sie stammen aus Christbaumkulturen im Kanton Thurgau», sagt Mario Schernthanner. Die Kosten wären zu hoch, um die Bäume selbst zu schlagen, nennt er den Hauptgrund, warum er sich als Zwischenhändler und nicht als «Produzent» betätigt. Einzig an Gemeinden und Kirchgemeinden liefert der Foag Bäume. Zwei Exemplare stehen auf den Dorfplätzen von Alt St. Johann und Wildhaus.

Sinnvoll, aber nicht schön

Bei den Christbäumen geht die Foag auf die Wünsche der Käuferinnen und Käufer ein. Einige hätten vor dem Verkauf gemeldet, welche Baumart sie möchten und wie gross der Baum sein sollte. Gesucht sind vor allem Weisstannen und Nordmanntannen, aber auch einige Fichten und Blautannen werden gekauft. Die Baumart und die Grösse sind gemäss Mario Schernthanner die Hauptkriterien für einen Weihnachtsbaum. «Man darf aber nie vergessen, dass die Bäume ein Naturprodukt sind und daher jeder anders aussieht», stellt er klar. Er kann darum verstehen, dass einige sich Zeit nehmen mit der Auswahl der Bäume. Andere nehmen den ersten, den sie sehen. Das sei ähnlich wie mit Kleidern, zieht ein Käufer am Baumverkauf in Nesslau einen Vergleich. Er hat sich für den ersten Baum entschieden. Seine Frau, so glaubt er, hätte das nie gekonnt.

Aus forstlicher Sicht wäre es sinnvoll, Jungbäume im Alter zwischen vier und sieben Jahren aus dem Wald zu holen. Bei der Jungwaldpflege sägen die Forstarbeiter aber nie die schönsten Bäume ab. Daher würden sich diese Bäumchen wohl schlecht als Weihnachtsbaum machen, schätzt Mario Schernthanner.

Kaum Diebe unterwegs

Wenn jemand Wald besitzt, steht es ihm frei, dort einen Baum zu holen. Dass jemand in einem fremden Wald einen Christbaum aussucht und absägt, komme kaum vor, sagt Mario Schernthanner. Vor allem Schnee halte einige davon ab, den Weihnachtsbaum selbst im Wald zu holen. Der Förster hat aber schon festgestellt, dass einige Leute den Bäumen Äste abschneiden und sie als Dekoration brauchen. Erst kürzlich hätten sich Leute an Weisstannenästen bedient, die am Strassenrand gelagert und eigentlich für einen anderen Zweck gedacht waren.

Mario Schernthanner weiss auch, wie es dem Baum in der guten und geheizten Stube wohl ist. «Man sollte den Baum so lange wie möglich draussen lassen», sagt der Förster. Dann sollte man ihn in einen Ständer stellen und diesen mit Wasser füllen. Der Baum nehme noch Wasser auf und bleibe so über die Weihnachts- und Neujahrstage frisch.

Ab in den Ofen

Sind die Weihnachtstage um, wollen viele den Baum schnell weghaben. Mario Schernthanner empfiehlt, den Baum der Grünabfuhr mitzugeben. Zurück in die Natur, sprich in den Wald, ist keine Alternative. Vor allem, weil Nordmanntannen und Blautannen im Toggenburg nicht heimisch seien, begründet Mario Schernthanner. Zudem bringen entsorgte Christbäume Unordnung in den Wald.

Nach den Weihnachtstagen kann man die Christbäume auch der Kehrichtabfuhr mitgeben. Oder sie im eigenen Ofen verbrennen. Wenn der Baum trocken und naturbelassen sei, sei dies kein Problem, bestätigt der Ebnat-Kappler Kaminfeger Guido Alpiger. Er empfiehlt aber, den Baum vor dem Verbrennen zu zerstückeln, denn fängt ein ganzer Baum zu brennen an, gibt es eine sehr grosse Flamme.

Unbenannt-1, page 1 @ Preflight ( Einfaches CMYK ) (Bild: SABINE SCHMID)

Unbenannt-1, page 1 @ Preflight ( Einfaches CMYK ) (Bild: SABINE SCHMID)