Wendepunkt Pension

Da hat Herr oder Frau Schweizer rund 60 Jahre Lebensweg begangen und dann steht ein neuer Wendepunkt bevor, die Pensionierung.

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Da hat Herr oder Frau Schweizer rund 60 Jahre Lebensweg begangen und dann steht ein neuer Wendepunkt bevor, die Pensionierung. Schon mehrere solcher Übergänge galt es zu bewältigen: Die erste Arbeitsstelle, der Wegzug aus dem Elternhaus, die Gründung einer Familie, ein Stellen- oder Wohnortwechsel, vielleicht eine Scheidung und das Eingehen einer neuen Beziehung, solches sind Übergänge, die uns herausfordern und die zum Leben gehören.

Hinsichtlich der Pensionierung macht man sich Gedanken über das Finanzielle. Die Altersvorsorge besteht aus der AHV, oft auch der Pensionskasse und vielleicht auch aus Vermögen. Die Höhe der Pensionskassenrente kann dem jährlichen Versicherungsausweis entnommen oder bei der Vorsorgeeinrichtung nachgefragt werden. Die AHV-Rente richtet sich nach den vorhandenen Gutschriften auf dem AHV-Konto. Sie beträgt bei lückenlosen Beitragsjahren minimal 1160 Franken und maximal 2320 Franken, wobei ein Ehepaar zusammen auf maximal 3480 Franken kommen kann. Wer im Voraus wissen will, wie hoch die AHV ausfallen wird, kann bei seiner Ausgleichskasse eine provisorische Berechnung verlangen. Je nach finanzieller Lage kann später der Anspruch auf eine Zusatzrente geprüft werden. Berücksichtigt man, dass Menschen 30 oder 40 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz verbringen, dort Beschäftigung, soziale Kontakte und einen geregelten Tagesablauf finden, wird klar, dass mit der Pensionierung das Leben neu gestaltet werden muss. Die privaten Kontakte werden wichtig. Vielleicht nutzt man die neue Freizeit für ein soziales Engagement und lernt hier Menschen kennen. Manchmal bieten Enkel einen gefreuten Lebensinhalt. Die neuen Freiräume werden auch für neue Hobbies genutzt, vielleicht auch fürs Reisen. Ob allein lebend oder in einer Partnerschaft – nach der Pensionierung gilt es, das Leben zu gestalten, neue Inhalte und einen eigenen Rhythmus zu finden. In der ersten Phase geht es um Teilnahme, um Aktivität und gesellschaftliche Solidarität. Später, so ab dem 80. Lebensjahr treten zunehmend die Grenzen des Lebens hervor. Man spricht vom fragilen Lebensalter. Auch diese Phase, die individuell verschieden eintritt, gilt es, zu gestalten und die vorhandenen Spielräume zu nutzen.

Früher wurde man einfach alt, heute realisieren wir, dass man das Alter bewusst gestalten muss. Da gibt es Unterschiede. Die einen sind aktiv, lernen bis ins hohe Alter, pflegen Kontakte, und sorgen für Bewegung. Andere haben mit 55 oder 60 Jahren resigniert und machen nicht mehr viel. Die schwierigste Phase ist eindeutig der Übergang ins fragile Lebensalter..

Urs Meier,

Sozialarbeiter

Pro Senectute Toggenburg-Wil