Weltweit einzigartiges Solarfaltdach wird ausgefaltet: «Wir wollen ein Zeichen für die Umsetzung der Energiestrategie setzen»

Nach 13-monatiger Bauzeit wurde das Solarfaltdach über dem Parkplatz der Kronbergbahn in Betrieb genommen. Das Dach erzeugt zum einen Strom, bietet aber auch Schatten für 152 parkierte Personenwagen.

Stephanie Häberli
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Das Solarfaltdach, welches über dem Parkplatz der Kronbergbahn im Jakobsbad installiert ist, wurdeam Montag offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der SAK (St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG) und der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg. «Es handelt sich hierbei um ein Leuchtturmprojekt, dass in dieser Bauweise, installiert über einem Parkplatz, weltweit einzigartig ist», sagt Walter Vogel, Verwaltungsratspräsident der SAK.

Walter Vogel, Verwaltungsratspräsident

Walter Vogel, Verwaltungsratspräsident

Bild: TBM

Das Fotovoltaik-Faltdach weist eine Grösse von 4000 Quadratmetern auf. Nebst der Lichtstromerzeugung hat es noch einen weiteren Vorteil: Es spendet Schatten für 152 parkierte Personenwagen. Das Solarkraftwerk soll jährlich 350 000 Kilowattstunden (kWh) Strom produzieren. Dies entspricht laut der SAK dem jährlichen Strombedarf von rund 70 Haushalten.

Doch damit die Solarzellen Strom produzieren, ist Sonnenschein nicht zwingend von Nöten. Thomas Rechsteiner Projektleiter Produktion der SAK sagt:

«Auch wenn es bewölkt ist, wird durch die sogenannte diffuse Strahlung trotzdem ungefähr ein Viertel des Stroms, der bei Sonnenschein erzeugt wird, produziert.»

Im Gegensatz zu fix installierten Solarpanels, kann das Solarfaltdach auch im Winter Strom produzieren. «Da das Dach mobil ist, also ein- und ausgefahren werden kann, ist es im Winter nicht vom Schnee bedeckt. Bei Schneefall wird das Dach eingefahren. Erst wenn dieser vorüber ist, wird es wieder ausgebreitet», erklärt Rechsteiner. Weiter sei auch die Höhe des Faltdaches optimal: «Jakobsbad liegt oberhalb der Nebelregionen. Hier scheint die Sonne also verhältnismässig viel.»

Kronbergseilbahn wird mit Solarstrom betrieben

Ein Viertel der produzierten Energie soll für den Betrieb der Kronbergseilbahn verwendet werden. Das entspricht der Energie von 330 Panels. Auch die SAK nutzt die gleiche Anzahl Zellen für ihren Verbrauch. Für die restlichen 660 können Nutzungsrechte für 15 Jahre erworben werden. Aktuell stehen laut der SAK noch rund 500 Panels zum Verkauf zur Verfügung.

Die Investition in die Energiezukunft ist der SAK wichtig: «Mit diesem Projekt wollen wir einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten», sagt Walter Vogel. Dies sei auch für das Appenzellerland und den Tourismus von Bedeutung. Thomas Bischofberger, Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg sagt:

«Das Appenzellerland lebt von der Natur. Umso wichtiger ist es, dass wir hier mit diesem Projekt ein Zeichen für die Umsetzung der Energiestrategie setzen.»

Aus diesem Anlass soll in Zukunft auch den Besuchern des Kronbergs die Solarstromthematik etwa in Form von Solarführungen weitergegeben werden. «Unser Ziel ist, ihnen die Technologie näherzubringen und diese erlebbar zu machen», fährt Bischofberger fort.

Nachdem das Solarfaltdach anlässlich der Inbetriebnahme offiziell ausgefaltet wurde, wurde es durch den Pater Markus des naheliegenden Kapuzinerklosters Jakobsbad geweiht und gesegnet.

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