Weltrangliste gibt Ziel vor

Langläufer Beda Klee wird ab Mittwoch an der Junioren-WM in Kasachstan als zweifacher Schweizer Meister dreimal eingesetzt. Er visiert Top-20-Plätze an.

Urs Huwyler
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Beda Klee. (Bild: Urs Huwyler)

Beda Klee. (Bild: Urs Huwyler)

LANGLAUF. Seit den Erfolgen von Olympiasieger Dario Cologna interessiert sich die Sportöffentlichkeit vermehrt für den Langlauf. In den Fokus rückt dadurch auch der Nachwuchs. «An Medaillen zu denken, wäre vermessen», tönt es zusammengefasst bei Beda Klee (Wattwil). Seit gestern Montag weilt er mit der Schweizer WM-Delegation in Almaty, der mit 1,5 Mio. Einwohnern grössten Stadt Kasachstans. Bis zur Grenze von Kirgisistan sind es 25 Kilometer, China liegt 300 Kilometer entfernt. Geographisch stösst der bisher vorwiegend in Nachbarländern eingesetzte 19jährige Athlet des SC Speer Ebnat-Kappel damit in neue Regionen vor. Ob dies auch sportlich gilt, werden die WM-Tage zeigen.

Starke Konkurrenz

In der Kategorie U20 weisen auf der FIS-Liste 16 Konkurrenten bessere Punkte auf als Beda Klee, der zum zweitenmal an der Junioren-WM eingesetzt wird. «Der internationalen Plazierung entsprechend, müssten Ränge unter den besten zwanzig möglich sein», nennt das Talent aus dem Toggenburg seine persönlichen WM-Ziele. 2014 belegte er in Val di Fiemme (It) die Plätze 27 und 30. In Almaty wird er mit Jahrgang 1996 erneut zu den jüngeren Läufern zählen, im nächsten Winter kann er nochmals bei den U20 starten. «Sollte ich näher an die Spitze heran laufen als bei meinem Début, wäre dies optimal», weiss der Teamleader.

Bisher verliefen die Schneewochen wie erhofft. Beda Klee gewann beide Meistertitel, wurde für die WM selektioniert und kann mit Ausnahme des Sprints alle Rennen bestreiten. Also auch die Staffel, die in Italien mit Rang sechs hinter Norwegen, Frankreich, Russland, Schweden und Finnland überraschte. «Was möglich ist, lässt sich im Vorfeld kaum sagen. Bis zum vierten Platz fehlte uns 2014 eine halbe Minute. Andererseits büssten Kasachstan und Italien auf uns nur zehn Sekunden ein. Aber mit der Staffel müsste die beste Klassierung herausschauen. Ein Exploit ist ebenso möglich wie ein enttäuschendes Ergebnis.»

Der Skiathlon (10 km klassisch/10 km Freistil) entspricht den Allrounder-Qualitäten des Rossignol-Läufers. Werden aus der 2014er-Rangliste die altersbedingt (Jahrgang 1994) nicht mehr zugelassenen Teilnehmer gestrichen, wäre es in Val di Fiemme Position elf geworden. «Es rücken jüngere Athleten nach. Die Norweger oder Russen verfügen über unzählige Junioren, die sie teilweise schon im Weltcup einsetzen könnten. Im Continental-Cup haben zudem die Franzosen oder Deutschen überzeugt. Es wird jedenfalls spannend», weiss Beda Klee, dessen Eltern Cosima und Rolf als Zuschauer live vor Ort sein werden.

Mehr Erfahrung

Am Mittwoch beginnt das kasachische WM-Abenteuer für den C-Kader-Angehörigen mit den 10 km klassisch, zwei Tage später folgt der Skiathlon, und am kommenden Sonntag werden die Titelkämpfe mit der Staffel (4 x 5 km) abgeschlossen.

«Wir haben die Strecken besichtigt und trainiert. Ich sollte eigentlich bereit sein. In der laufenden Saison war ich teilweise gesundheitlich etwas angeschlagen, davon spüre ich nichts mehr. Und inzwischen», ist sich Techniker Beda Klee bewusst, «verfüge ich über mehr Erfahrung bei internationalen Starts. Dadurch erhoffe ich mir ebenfalls einiges.»

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