Weltliche Hilfe für Wonnenstein

Die Schwestern des Klosters in Niederteufen erhalten Unterstützung von unerwarteter Seite. Die Altherrenschaft der St. Galler Studentenverbindung Bodania begleitet die Schwestern ab sofort in weltlichen Belangen.

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Das Kapuzinerinnenkloster Wonnenstein – auch genannt Kloster Mariä Rosengarten – in Niederteufen mit Kirche. (Bild: Sabine Rüthemann)

Das Kapuzinerinnenkloster Wonnenstein – auch genannt Kloster Mariä Rosengarten – in Niederteufen mit Kirche. (Bild: Sabine Rüthemann)

NIEDERTEUFEN. Im Kloster Wonnenstein leben heute noch fünf Schwestern, die sich neben dem Gebet vor allem dem Garten, der Klosterapotheke und der Hausarbeit widmen. Bereits heute helfen in den Alltagsarbeiten viele Freiwillige. Der Landwirtschaftsbetrieb ist seit über 20 Jahren verpachtet.

Die Kräfte schwinden

Nun erhalten die Schwestern Unterstützung von der Altherrenschaft der St. Galler Studentenverbindung Bodania. Dies in den zahlreichen weltlichen und verwalterischen Aufgaben. Diese Unterstützung ist notwendig, da die Schwestern älter werden und ihre Kräfte abnehmen. So wird sichergestellt, dass die Schwestern möglichst lang in Wonnenstein leben und sich dem Gebet und der Kontemplation widmen können. Zudem werden sich die Altherren der Bodania für den langfristigen Erhalt der Klosterkirche und der Klostergebäude einsetzen. «Unser Einsatz für das Kloster Wonnenstein ist Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit dem Kloster», sagt Altherrenpräsident Andreas C. Brändle. Denn seit über 65 Jahren führen die Bodaner jährlich eine Wallfahrt ins Kloster Wonnenstein durch. So sind ein regelmässiger Kontakt und eine enge Bindung zum Kloster und den Schwestern entstanden. «Die ungewisse Zukunft, der das Kloster entgegengeht, hat uns dazu bewogen, uns für das Kloster einzusetzen», sagt Brändle. Im Kloster und im Bistum St. Gallen ist man froh um diese Initiative. «Uns Schwestern ist diese Hilfe hochwillkommen» betont Oberin Sr. Gabriela Hug. Auch Claudius Luterbacher, Kanzler und Beauftragter für die Klöster im Bistum St. Gallen, begrüsst das Engagement der Bodaner: «Das Kloster Wonnenstein ist ein wichtiger Ort in unserem Bistum. Es ist eine dringende Aufgabe unserer Generation, dieses geistige und kulturelle Erbe verantwortet in die Zukunft zu führen.»

Anfänge im 13. Jahrhundert

Die Anfänge des Klosters Wonnenstein gehen ins 13. Jahrhundert zurück. In den 800 Jahren bewegter Geschichte überlebte das Kloster manchen Sturm, etwa die Reformation oder eine pestartige Krankheit 1629. Von Wonnenstein aus wurde 1851 das Kloster Leiden Christi in Jakobsbad gegründet. Zudem unterstützte es personell im Lauf der Geschichte zahlreiche weitere Kapuzinerinnenklöster der Schweiz.

Die heutigen Klostergebäude wurden gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Von 1634 bis 2011 wohnte im Kloster Wonnenstein ein Benediktiner-Pater als Spiritual, zuerst von der Insel Reichenau, dann vom Kloster Fischingen, schliesslich vom Kloster Engelberg. Das Gebiet innerhalb der Klostermauern gehört zum Kanton Appenzell Innerrhoden, dasjenige ausserhalb zu Appenzell Ausserrhoden. Am meisten Schwestern gehörten im Jahr 1938 zum Kloster, 47 an der Zahl. (red.)