Wellen, Tricks und wilde Sprünge

Maurus Zwicker aus Appenzell ist Wakeboard-Profi. Er konnte bereits einige Erfolge feiern. In seinen Zukunftsplänen spielt der Seealpsee eine Rolle.

Jesko Calderara
Merken
Drucken
Teilen
Im Frühling bereitet sich Maurus Zwicker jeweils in den USA auf die Wakeboard-Saison vor. (Bild: PD)

Im Frühling bereitet sich Maurus Zwicker jeweils in den USA auf die Wakeboard-Saison vor. (Bild: PD)

Die Clips auf der Plattform vimeo sind spektakulär. Sie zeigen, wie Maurus Zwicker mit seinem Wakeboard übers Wasser gleitet und atemberaubende Sprünge vorführt. Seit 2007 übt der 27jährige Appenzeller diese Risikosportart aus. Bereits vor längerer Zeit machte er seine Leidenschaft zum Beruf. Wakeboarden hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Wasserskifahren. «Es ist aber abwechslungsreicher», betont Zwicker.

Der Wakeboarder steht auf einem Brett und wird von einem Boot oder Wasserskilift gezogen. Wake sind die Heckwellen des ziehenden Motorbootes, welche als Absprungrampe dienen. Um den Effekt zu verstärken, werden die Boote mit Gewichten in Form von gefüllten Wassertanks beladen. Im Seilbahnbetrieb nutzen die Fahrer schwimmende Schanzen als Hindernisse. Solche Anlagen gibt es beispielsweise in Friedrichshafen und Davos. Eine dritte Möglichkeit ist die mobile Seilwinde. Mit seiner solchen Anlage hat der gelernte Automechaniker schon auf der Sitter in Appenzell trainiert.

Früher gehörte Maurus Zwickers Leidenschaft dem Snow- und Skateboarden, bevor er ungefähr vor zehn Jahren umstieg. Er habe schon immer Freude an Brettsportarten gehabt. «Mir machen heute weniger die Wettbewerbe, sondern mehr die Shootings mit den Sponsoren Spass.» Auch gefalle ihm das familiäre Umfeld in der Szene, sagt Zwicker. «Wakeboarden wird sich nie zum Breitensport entwickeln, was wir auch gar nicht wollen.» Im Frühling bereitet sich der junge Innerrhoder drei Monate in den USA auf die neue Saison vor. Nach der Rückkehr stehen dann bis im Oktober wöchentlich Wakeboard-Wettkämpfe in der Schweiz, Deutschland oder Italien auf dem Programm. Dabei gilt es jeweils, zwei Runden auf einem rund 400 Meter langen Parcours zu absolvieren. Die Teilnehmer müssen möglichst spannende Tricks und spektakuläre Sprünge zeigen. Eine Jury bewertet die Shows.

Präsident des eigenen Teams

Bei Wettbewerben geht Maurus Zwicker für das Malibu-Swiss-Wakeboard-Team an den Start. Es ist Präsident der in Schmerikon beheimateten Equipe. Als Profi in einer Randsportart überleben zu können, ist nicht einfach. Weil es in der Schweiz kaum Preisgelder zu gewinnen gibt, nimmt Zwicker bevorzugt an Events im Ausland teil. So belegte er am German Wakeboard Open in Berlin den dritten Platz. Als besonderes Erlebnis bezeichnet er auch den Sieg an der Heim-Veranstaltung in Goldach.

Fürs Training fährt der Wakeboarder aus Appenzell oft nach Schmerikon an den Obersee, wo die Bedingungen ideal sind. Aufgrund der vielen Boote eigne sich der Bodensee dagegen weniger. «Zudem weht der Wind oftmals zu schwach. » Für die Zukunft hat sich Maurus Zwicker ein grosses Ziel gesetzt. Zusammen mit einem seiner Sponsoren, dem Getränkehersteller Red Bull, plant er ein Projekt auf dem Seealpsee. Details verrät er noch nicht. Boote sollen im sensiblen Gebiet allerdings keine zum Einsatz gekommen. Noch fehlt allerdings die Bewilligung der Standeskommission.

Maurus Zwicker Wakeboard-Profi (Bild: PD)

Maurus Zwicker Wakeboard-Profi (Bild: PD)