Weiteres Teilprojekt startet 2016

BÜTSCHWIL. Im Januar beginnt der Bau des Tunnels beim Bahnhof Bütschwil. Er wird in offener Bauweise erstellt. Der Aushub, der abtransportiert werden soll, wird noch zwischengelagert, bis der Tunnel Engi benutzt werden kann.

Martin Knoepfel
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Im Bereich des Bahnhofs sind Vorbereitungsarbeiten für den Tagbautunnel schon sichtbar. Der Soorpark liegt im Rücken des Betrachters. (Bild: Martin Knoepfel)

Im Bereich des Bahnhofs sind Vorbereitungsarbeiten für den Tagbautunnel schon sichtbar. Der Soorpark liegt im Rücken des Betrachters. (Bild: Martin Knoepfel)

Wenn das Wetter es zulasse, beginne der Bau des Tunnels Bahnhof der Umfahrung Bütschwil am 4. Januar nächsten Jahres. Das ist einer Medienmitteilung des Kantons vom Dienstag zu entnehmen.

Ein starker Wintereinbruch mit heftigem Schneefall würde den Beginn der Arbeiten verzögern, sagt dazu Ruedi Vögeli, Leiter Kunstbauten im kantonalen Tiefbauamt. Als eine der ersten Arbeiten werde ein Schutzgerüst gegen die Bahnlinie der SBB erstellt. Das müsse in den nächtlichen Betriebspausen geschehen. Damit werde man jedoch nicht gleich am 4. Januar beginnen, sagt Ruedi Vögeli und stellte eine Information der Anwohner in Aussicht. Der Tunnel Bahnhof soll Ende 2017 fertiggestellt sein.

Offene Bauweise

Der Tunnel Bahnhof wird im Tagbau erstellt und erhält deshalb wie der Tunnel Engi ein rechteckiges Profil. Der Tunnel Bahnhof ist 480 Meter lang und verläuft zwischen der Bahnlinie und dem Soorpark. Die engen Platzverhältnisse bildeten die grosse Herausforderung beim Bau des Tunnels Bahnhof, erklärt Ruedi Vögeli. Der Tunnel wird nach der Fertigstellung wieder mit Erde bedeckt werden. Die Überdeckung misst an den meisten Stellen nur rund anderthalb Meter in der Höhe.

Wenn der Tunnel Bahnhof 21 Meter länger wäre, müsste er künstlich belüftet werden. Der längste Tunnel der Umfahrung Bütschwil ist der Tunnel Engi mit genau 500 Metern. Der Tunnel Neu-Dietfurt wird 300 Meter und der Tunnel Michelau 140 Meter messen.

Der Aushub des Tunnels Bahnhof umfasst rund 90 000 Kubikmeter. Einen Teil des Aushubs wird der Kanton laut Ruedi Vögeli für Hinterfüllungen im Bereich des Tagbautunnels und für Aufschüttungen im Abschnitt zwischen der Laufenstrasse und der Michelau verwenden. Das gute Aushubmaterial werde man an einen Bauunternehmer verkaufen, sagt Ruedi Vögeli.

Soorpark bleibt erreichbar

Da der Abtransport des Aushubs des Tunnels Bahnhof über die künftige Umfahrung erfolgen solle und weil der Innenausbau des Tunnels Engi noch im Gang sei, werde der Aushub zwischengelagert. Beim Bahnhof Bütschwil sind schon grosse Flächen zu sehen, auf denen der Humus entfernt worden ist. Der Innenausbau des Tunnels Engi soll gemäss Ruedi Vögeli Ende 2016 fertiggestellt sein. 13 000 Meter Bohrpfähle dienten zur Sicherung der Baugrube respektive dazu, dass weder die Gebäude des Soorparks noch die Gleise der SBB in die Baugrube rutschten. Das bestätigt Ruedi Vögeli auf eine Frage dieser Zeitung. Wegen der Nähe zu den Wohngebieten werde am Tunnel Bahnhof zu den normalen Zeiten gearbeitet. Es gibt also keinen Schichtbetrieb.

Beim Bau des Tunnels müsse sichergestellt werden, dass der Soorpark immer für Fahrzeuge erreichbar sei. Der Tunnel Bahnhof werde deshalb in drei Etappen erstellt, zuerst der nördlichen, dann der südlichen und zuletzt der mittleren, bestätigt Ruedi Vögeli. Der Kanton versuche, so wenig Baustellenverkehr als möglich über die Kantonsstrasse abzuwickeln. Es sei aber unvermeidlich, dass ein Teil der Baustellentransporte über die bestehenden Strassen abgewickelt würden. Die Soorstrasse Süd werde aber während des Baus des südlichen Teils des Tunnels gesperrt sein, schreibt der Kanton in seinem Communiqué. Da das Johannisbächli auf der Route der Umfahrung liegt, wird es mit einem Düker, einer Art grossem Syphon, unter dem Tunnel Bahnhof hindurchgeführt.

«Im Kostenvoranschlag»

Im Februar 2016 beginnt laut Ruedi Vögeli ebenfalls der Bau der Thurbrücke der Umfahrung Bütschwil. Die Brücke liegt in einer Kurve und muss aus Gründen des Landschaftsschutzes ohne Pfeiler erstellt werden.

Der Auftrag für den Tunnel Bahnhof ging nach Auskunft von Ruedi Vögeli an die Arge, welche schon den Tunnel Engi erstellt. Nach Angaben auf der Homepage des Kantons handelt es sich dabei um die Firmen Pozzi, Prader, Kibag, Oberholzer und Grob Kies. Den Auftrag für den Bau der Thurbrücke habe die Firma Implenia aus Zürich erhalten, sagte Ruedi Vögeli. Auf die Frage nach den Kosten antwortete er, der Kanton habe die Teilprojekte Tunnel Bahnhof und Thurbrücke jeweils im Kostenvoranschlag vergeben können.

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