Weiteres Jahr ohne Bauland

Bevor auf der Sommerau Nord Land für Betriebe bereitsteht, dürfte ein weiteres Jahr verstreichen. Während die Migros die Erschliessung plant, bietet die Stadt Alternativen an.

Johannes Wey
Merken
Drucken
Teilen
Die Sommerau Nord bleibt voraussichtlich noch ein weiteres Jahr grün. (Bild: Ralph Ribi)

Die Sommerau Nord bleibt voraussichtlich noch ein weiteres Jahr grün. (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Was auf dem Gewerbegebiet Sommerau Nord gebaut werden soll, ist noch immer ungewiss. Seit die Migros Ostschweiz das Gelände Ende des vergangenen Jahres der IG Sommerau abgekauft hat, hegen Gossauer Gewerbler und Industriebetriebe Hoffnungen, ein Stück der Baulandreserve des Grossverteilers ergattern zu können. Denn schon beim Kauf hatte die Migros zu verstehen gegeben, dass sie einen Teil des Landes wieder abtreten möchte. In welchem Umfang ist allerdings noch nicht bekannt. Und das wird es noch rund ein Jahr bleiben, wie Migros-Sprecher Andreas Bühler sagt.

Eigenbedarf wird abgeklärt

Bevor die Bebauung geplant werden kann, muss laut Bühler erst die Frage der Erschliessung geklärt werden. «Das Genehmigungsverfahren ist sehr umfangreich.» Derzeit stehe man in Kontakt mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) und dem Kanton. Das Astra ist involviert, weil bei der Erschliessung auch der nahe gelegene Autobahnanschluss eine Rolle spielt. «Wenn diese Frage geklärt ist, könnte es mit der weiteren Planung aber zügig gehen.» Parallel dazu kläre die Migros ab, welchen Baulandbedarf sie selbst habe und wie viel an Dritte weitergegeben werden könnte. «Wir haben eine zweistellige Zahl an Interessenten. Aber wir werden sicher nicht alle zufriedenstellen können.» Den Interessenten sei mitgeteilt worden, dass sich die Migros wieder melde, sobald ihr Eigenbedarf feststehe.

Weiteres Energienetz geplant

Bei der Handels- und Industrievereinigung Gossau (HIG), zu deren Mitgliedern auch die Migros Ostschweiz zählt, hat man Verständnis für die sich hinziehenden Planungen. Die HIG sei mit der Grundeigentümerin in Kontakt. Gespräche vor rund einem Monat hätten ergeben, dass die Migros einen Teil des Landes sobald als möglich veräussern möchte. Zudem strebt die HIG ein weiteres Energienetz ähnlich dem Energienetz Gossau-St. Gallen-Gaiserwald mit betriebsübergreifendem Wärme- und Energieverbund an.

Markus Hutter, Präsident des Gewerbevereins Gossau, weiss zum Stand der Dinge in der Sommerau hingegen «nicht mehr als Otto Normalverbraucher». Er hat seine Mitglieder im Februar dazu aufgerufen, das Interesse an Bauland der Migros möglichst bald kundzutun. Wie viele diesem Aufruf gefolgt sind, weiss Hutter nicht. «Eine Fläche dieser Grösse ist in erster Linie für grössere Firmen mit entsprechender Wertschöpfung interessant.» Auch Hutter hat Verständnis für die sich hinziehenden Planungen, findet aber, dass eine aktivere Kommunikation seitens der Migros wünschenswert wäre. Der Gewerbeverein habe sich in der Zwischenzeit bei der alljährlichen Aussprache mit dem Stadtrat nach verkäuflichen Gewerbeflächen im Besitz der Stadt erkundigt. Daraufhin stellte die Stadt eine Liste mit den vier Gebieten Wilerstrasse/Moosburg, Langfeld, Baumatt und Bächigenstrasse/Mülimoosstrasse zur Verfügung, die alle ab 2016 verfügbar wären. Insgesamt geht es um fast 43 000 Quadratmeter Land, wovon das Gebiet Bächigenstrasse/Mülimoosstrasse allerdings noch von der Wohn- und Gewerbezone der Industrie- und Gewerbezone zugewiesen werden müsste.

«Zügig» ist relativ

Auch Stadtpräsident Alex Brühwiler ist sich bewusst, wie viel Zeit die Planungen für ein solches Gebiet benötigen. «In unserem Interesse wäre es, wenn es in der Sommerau Nord zügig vorwärts geht», sagt er. Aber «zügig» sei relativ.