Weiterer Schritt zum neuen Herisauer Bahnhof

Der Ausserrhoder Regierungsrat hat den Umbau der Bahnhofskreuzung in Herisau genehmigt. Die Abstimmung über den Kredit findet kommendes Frühjahr statt. Wird dieser gutgeheissen, ist die Voraussetzung geschaffen, um das Bahnhofareal neu zu gestalten.

Astrid Zysset
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So soll sich das neue Bahnhofsareal präsentieren. Umgesetzt kann es aber nur werden, wenn der Kreisel bei der Kirche kommt. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll sich das neue Bahnhofsareal präsentieren. Umgesetzt kann es aber nur werden, wenn der Kreisel bei der Kirche kommt. (Bild: Visualisierung: PD)

Die Arealentwicklung beim Bahnhof Herisau schreitet voran: Der Ausserrhoder Regierungsrat hat das Kreiselprojekt bewilligt. Dieses sieht vor, dass der Bahnhofkreisel in Richtung Katholische Kirche verschoben wird, bis hin zur Parkgaragen-Einfahrt beim Bahnhof. Die Mühlestrasse würde gleichzeitig angehoben, sodass sie direkt in den neuen Kreisel mündet – zusammen mit der Gossauer, Bahnhof- und Güterstrasse. Der Bahntunnel der Appenzeller Bahnen müsste um 55 Meter auf insgesamt 115 Meter verlängert werden, und der heutige Strassentunnel der Mühlestrasse würde abgebrochen. Ziel des ganzen Bauvorhabens: Der Fremdverkehr ins Bahnhofareal hinein soll verringert und Raum für den neuen Bushof sowie für einen attraktiven Bahnhofplatz geschaffen werden. Die Abstimmung über den kantonalen Kreditanteil ist im Frühjahr 2020.

«Ich bin sehr zuversichtlich, dass es ein ‹Ja› an der Urne gibt, denn die neue Verkehrsführung dient weit in die Zukunft», sagt Kantonsingenieur Urban Keller. Das Kreiselprojekt schaffe die notwendigen Platzverhältnisse für den Umbau des Bahnhofareals. Jenes ist ein Gemeindeprojekt. Gemeindepräsident Renzo Andreani erwähnt ebenfalls den direkten Zusammenhang beider Projekte. «Es wäre fatal, würde der Kredit nicht gutgeheissen.» Einen Plan B gebe es nicht. Wird das Projekt abgelehnt, «fangen wir bei der Bahnhofneugestaltung wieder bei Null an», so Andreani weiter. Aktuell habe man ein stimmiges Projekt ausgearbeitet. Kommt der Kreisel nicht, müsste alles neu betrachtet und geplant werden.

Baubeginn im Sommer 2020

Wird der Kredit gutgeheissen, könnte bereits nach den Sommerferien 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich drei Jahre. In dieser Zeit werde es zu Einschränkungen kommen, sagt Keller. Komplett geschlossen wird die Verbindung zum Bahnhof indes nicht. «Der Busverkehr wird immer aufrechterhalten bleiben. Auch die Fussgänger können den Bahnhof jederzeit erreichen.» An einzelnen Tagen müssten aber die Autofahrer über die Waisenhausstrasse ausweichen.

Einst war geplant gewesen, den Kredit über den Bau des Bahnhofkreisels bereits 2018 dem Volk vorzulegen. Doch es kam zu Verzögerungen. Der Bund hatte dem Bahnhofprojekt lange Zeit aufgrund einer verfahrenstechnischen Frage keine A-Priorität im Agglomerationsprogramm 2019-2023 zugestanden. «Das hat uns mindestens ein halbes Jahr Zeit gekostet», so Keller. Weiter wurde auf die Genehmigung des kantonalen Richtplanes wie auch des Strassenbauprogrammes gewartet. Beides liegt mittlerweile vor. Die Kredite für die Agglomerationsprogramme stehen aktuell im Parlament in Bern zur Diskussion.

In den nächsten Wochen kommt das Projekt Bahnhofkreisel zur Planauflage. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 17,2 Millionen Franken. Der Kantonsanteil wird über die Strassenrechnung finanziert. Der Regierungsrat hat den entsprechenden Bericht und Antrag an den Kantonsrat verabschiedet. Für die Gemeinde sind die Kosten gemäss kantonalem Strassengesetz gebunden. Der Bund hat in Aussicht gestellt, für das Vorhaben im Rahmen des Agglomerationsprogrammes einen finanziellen Beitrag zu leisten. Wie hoch der ist, ist aber noch offen.