Weiterer Schritt in Richtung London

Beim zweiten Aufeinandertreffen der Schreiner-Nationalmannschaft setzte sich die Appenzeller Dominanz fort: Der Herisauer Peter Müller feierte einen knappen Sieg vor dem Walliser Denis Roch und dem Innerrhoder Peter Enzler.

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Die Sieger – frisch geduscht und in Schale: Peter Müller, Peter Enzler und Denis Roch (von links). (Bild: pd)

Die Sieger – frisch geduscht und in Schale: Peter Müller, Peter Enzler und Denis Roch (von links). (Bild: pd)

Bulle FR. Auf die Frage wie sich dieser Sieg anfühle, entgegnete Peter Müller trocken: «Gleich wie beim ersten Mal.» Beobachtet man den 18jährigen Herisauer beim Schreinern, dann ist er die Ruhe in Person – nichts scheint ihn beim Hämmern, Sägen oder Schleifen vom Ziel abzubringen. Nach seinem Sieg zum Auftakt der Berufsmeisterschaften des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten im vergangenen April ist dies bereits das zweite Mal, dass er die Jury von seinen Fähigkeiten überzeugen konnte.

Die lange Reise ins freiburgische Bulle am letzten Samstag hatte sich für ihn gelohnt und war gleichbedeutend mit dem Führungsausbau im Gesamtklassement.

Konkurrenz aus dem Wallis

Dabei war sein Sieg nicht ungefährdet. Dem Walliser Denis Roch gelang es, die Appenzeller Dominanz ein wenig aufzumischen; er klassierte sich nur knapp hinter Müller.

Seine Ausführung des Zielobjekts war, am hohen Schwierigkeitsgrad gemessen, ebenfalls sehr überzeugend: Innerhalb von nur sieben Stunden fertigte er einen fast einwandfreien Holzrahmen an. «Vor allem die komplexen Winkel und Doppelzapfen machten diese Aufgabe sehr anspruchsvoll», sagte Betreuer und Jurymitglied Roger Huwyler. Für diese jungen Schreiner mit wenig Berufserfahrung sei dies eine grosse Herausforderung.

Peter Enzler, Appenzell, vervollständigte als Drittklassierter das Podest. Zum zweiten Mal musste er sich nur knapp von seinem Herisauer Kollegen geschlagen geben. «Da ist auch Glück dabei, beim nächsten Mal werde ich oben stehen», sagte er mit einem Augenzwinkern. In der Nebendisziplin «Power-Schreinern» war ihm dies bereits gelungen. In knapp einer Stunde fertigte er eine komplexe Holzkonstruktion am schnellsten von allen und unterstrich damit, dass er einer der heissesten Kandidaten ist,

um Peter Müller den Gesamtsieg und die Teilnahme an den Berufsweltmeisterschaften in London noch streitig zu machen.

Mit Spannung nach Bern

Am Ende des Tages waren in der neu umgebauten Gérald Minnig & Fils-Schreinerei müde, aber zufriedene Gesichter zu sehen. Nach über zehn Stunden Hochkonzentration durften alle Kandidaten einen dekorierten Essenskorb mit regionalen Spezialitäten in Empfang nehmen, ehe der Fondueplausch für die schweisstreibende Aufgabe entschädigte.

Bereits wird mit Spannung auf den dritten Event am 25. Juni in Bern geschielt. Obwohl sich Peter Müller mit seinen zwei Siegen in die Favoritenrolle brachte, bleibt die Konkurrenz spannend. Die Abstände sind klein und der Druck steigt, je näher London rückt. (pd)

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