Neues Zuhause für Innerrhodens Gerichte geplant

Die Innerrhoder Standeskommission will dem Volk an der Landsgemeinde 2019 einen Rahmenkredit von 19,8 Millionen Franken für ein neues Verwaltungsgebäude vorlegen. Etliches will man darin integrieren.

Roger Fuchs
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Der vordere Bau mit dem darin integrierten Architekturbüro und das Wohnhaus links davon sollen einem Verwaltungsgebäude weichen. (Bild: RF)

Der vordere Bau mit dem darin integrierten Architekturbüro und das Wohnhaus links davon sollen einem Verwaltungsgebäude weichen. (Bild: RF)

Nachdem die Innerrhoder Landleute in den letzten Jahren für das Hallenbad und ein neues Spital Kredite in der Gesamthöhe von 61 Millionen Franken gewährt haben, folgt nun das nächste Hochbauprojekt. Mitten im Dorf an der Marktgasse 14 und 16 − dem alten Coop − soll ein neues Verwaltungsgebäude entstehen. Dazu wird ein Rahmenkredit von 19,8 Millionen Franken beantragt, über den als Erstes der Grosse Rat und im 2019 dann die Landsgemeinde befinden soll.

Unterbringen will man im Neubau die Gerichte, das Landesarchiv, die Kantonsbibliothek, die Volksbibliothek sowie weitere Amtsstellen. Während bei den Gerichten die heutigen Räume in keinerlei Hinsicht den anerkannten Anforderungen entsprechen und der Neubau entsprechende Verbesserungen bringen würde, kann mit einem Umzug von verschiedenen Dienststellen wie auch dem Landesarchiv den heute engen Platzverhältnissen ein Ende gesetzt werden. Die gleichzeitige Platzierung von Volksbibliothek und Kantonsbibliothek im neuen Gebäude wird unter anderem mit Synergien begründet, was sich positiv auf Personal- und Betriebsaufwand auswirken soll. Auch den Kundennutzen unterstreicht die Standeskommission.

Lösung für Kantonspolizei in zweitem Schritt

Die Gerichte sind heute ebenso wie die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft in einem der kantonalen Versicherungskasse gehörenden Haus im Unteren Ziel beheimatet. Besagtes Gebäude muss saniert werden. Ergo braucht es auch für die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft eine Lösung. Dies wird jedoch erst in einem zweiten Schritt erfolgen und könnte dann auf die Landsgemeinde 2020/21 hin spruchreif werden, wie Ratschreiber Markus Dörig klärt. Eine Platzierung von Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft im Dorfkern kommt nicht in Frage. Einsatzfahrzeuge der Polizei müssten rasch auf die Entlastungsstrasse gelangen können, heisst es in den Unterlagen zuhanden des Grossen Rates. Auf jeden Fall sollen aus organisatorischen Gründen und zur Wahrung einer effizienten Zusammenarbeit die Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft am gleichen Standort untergebracht werden. Nach wie vor favorisiert wird dazu das Spitalareal.

Machbarkeitsstudie erstellt

Für das neue Verwaltungsgebäude an der Marktgasse wurde eine Machbarkeitsstudie angefertigt. Nach Rücksprache mit Feuerschaukommission und Heimatschutz wird davon ausgegangen, dass die für das Projekt vorgesehenen drei Vollgeschosse gebaut werden dürfen.

Stimmt die Landsgemeinde dem Rahmenkredit zu, folgt in einem nächsten Schritt ein Architekturwettbewerb. Auch müssten die geplante Zusammenführung der Kantons- und der Volksbibliothek sowie die Finanzierung für den Bereich der Volksbibliothek gesetzlich geregelt werden. Letztere wird heute durch einen Verein betrieben, wobei 75 Prozent der Kosten die öffentliche Hand trägt. Der Grosse Rat tagt das nächste Mal am 22. Oktober.