WEISSBAD: Gericht pfeift Bezirk zurück

Ab sofort hat das Hotel Hof Weissbad zwei Möglichkeiten für den Bau neuer Tennisplätze. Das Verwaltungsgericht Innerrhodens erklärt die Planungszone im Gebiet Nanisau für nichtig. Die Strategie beim «Hof Weissbad» ist derweil klar.

Roger Fuchs
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Das Gebiet Nanisau bleibt die Notfalllösung für das «Hof Weissbad». Die Planungszone scheitert vor dem Verwaltungsgericht. (Bild: rf)

Das Gebiet Nanisau bleibt die Notfalllösung für das «Hof Weissbad». Die Planungszone scheitert vor dem Verwaltungsgericht. (Bild: rf)

WEISSBAD. Gross war die Enttäuschung des Verwaltungsrates der Hof Weissbad AG, als der Bezirk Schwende im letzten Juli auf der Liegenschaft Nanisau eine Planungszone erliess. Damit wurden jegliche Bauvorhaben blockiert – auch die vom «Hof Weissbad» geplanten Tennisplätze. Der Verwaltungsrat des Hotels machte Einsprache gegen die Planungszone, scheiterte damit aber vor der Standeskommission. Nach dem Weiterzug ans Verwaltungsgericht erklärt dieses nun die Planungszone für nichtig. Der Entscheid der Standeskommission wird aufgehoben. Eine Begründung will das Gericht in einigen Wochen nachliefern.

Strategie des «Hof Weissbad»

Sepp Breitenmoser, Verwaltungsratspräsident des «Hof Weissbad», konnte den Entscheid des Gerichts noch nicht mit dem Verwaltungsrat besprechen. In einer ersten persönlichen Stellungnahme zeigt er sich aber erleichtert. Das Baugesuch für die Tennisplätze auf der Nanisau könnte nun zügig weiterverfolgt werden. «Die Strategie des Verwaltungsrates des <Hof Weissbad> sieht aber anders aus», sagt Sepp Breitenmoser. Auch habe sich inzwischen die Ausgangslage geändert. Damit spielt Sepp Breitenmoser auf die Bezirksgemeinden an, welche grünes Licht gaben für die Realisierung von Sportanlagen auf der Liegenschaft Schaies. Auch Tennisplätze sollen einen Teil dieser Anlage bilden – Tennisplätze, auf die man beim «Hof Weissbad» sehnlichst wartet. Erst wenn man dem Tennisclub Appenzell eine Alternative für die heutigen Plätze hinter dem Hotel anbieten kann, wird der Weg frei für einen Hotelerweiterungsbau.

Unter Zeitdruck

Unmissverständlich unterstreicht Breitenmoser die Bestrebung, dass man zwischenzeitlich «ohne Wenn und Aber» auf Schaies will. Nach dem Entscheid des Verwaltungsgerichts hätte man nun aber eine weitere Möglichkeit, falls auf Schaies alle Stricke reissen sollten. Damit der Zeitplan des Hotels Hof Weissbad aufgeht, braucht es 2017 eine Baubewilligung für Schaies. «Würden Einsprachen die ganze Sache stark verzögern, müssten wir die Situation neu beurteilen», so Sepp Breitenmoser.

Beim «Hof Weissbad» will man nun zwei Absichtserklärungen vorbereiten. Eine mit dem Tennisclub Appenzell, eine mit dem Lenkungsausschuss von Schaies. Der Tennisclub Appenzell soll in der Absichtserklärung versichern, dass er die heutigen Tennisplätze hinter dem Hotel auf die Spielsaison 2018 verlässt. In der Absichtserklärung mit dem Lenkungsausschuss Schaies soll stehen, wie viel das Hotel Hof Weissbad zahlen wird. Am 26. Mai wird der Verwaltungsrat den finanziellen Betrag fixieren. Nach wie vor will man gemäss Breitenmoser zwei Tennisplätze finanzieren und einen Anteil ans multifunktionale Clubhaus sprechen. «Nebst diesem Beitrag wollen wir aber mit der Sportanlage nichts weiter zu tun haben.» Das Ganze sei eine öffentliche Angelegenheit. Der Hauptmann des Bezirks Schwende war gestern nicht erreichbar.