Weissbad: Volksmusik-Nachwuchspreis macht Familie Dobler stolz

In der SRF-Samstagabend-Sendung «Viva Volksmusik» bewies eine Appenzeller Familie ihr musikalisches Talent. Für die «Striichmusig Dobler» bleibt das Musizieren aber ein Hobby.

Valentina Thurnherr
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Martin Dobler und seine drei ältesten Kinder Anja, Andrin und Fabian. (Bild: PD)

Martin Dobler und seine drei ältesten Kinder Anja, Andrin und Fabian. (Bild: PD)

Unter der musikalischen Leitung von Martin Dobler zeigte die Formation am Samstagabend in der SRF-Sendung «Viva Volksmusik» ihr Können. Unterstützt wird er an der Geige durch den ältesten Sohn Andrin, am Hackbrett durch Fabian und Cello spielt die einzige Tochter Anja. Auch Lorenz, der Jüngste und Vierte im Bunde, spielt bereits Geige und durfte vor kurzem seinen ersten öffentlichen Auftritt mit der Familie bestreiten.

Das Musizieren in der Familie – was bedeutet Ihnen das?

Das ist unser Hobby und absolut das Grösste für uns. In unserer Familie hat das Musizieren eine längere Tradition. Mein Vater war der «Horn-Sepp», ein begeisterter und weitherum bekannter Volksmusiker und Komponist. Er hat seine Leidenschaft an uns Kinder weitergegeben. Er war in den 50er-Jahren einer der letzten Geiger in Innerrhoden und die Tradition der Appenzeller Streichmusik drohte auszusterben.

Erst in den letzten 30 Jahren gab es einen richtigen Aufschwung in der Volksmusik. Mein Vater hat viel dazu beigetragen, indem er anfing, Unterricht zu geben und Formationen zusammenzustellen. Zudem durften Kinder, die eines der Instrumente aus der Appenzeller Streichmusik lernten, damals gratis in den Unterricht gehen. Dies wurde vom Kanton finanziert. Im Moment hat es im Appenzell Innerrhoden 25 Jung- und 25 Erwachsenenformationen – das ist für einen so kleinen Kanton sehr viel (lacht).

Wie gross war die Freude über Ihren Sieg?

Die Freude war sehr gross. Wenn man an so einer Sendung teilnehmen darf, hofft man natürlich ein wenig auf den Sieg, aber wirklich erwarten, tut man es nicht. Allerdings hat ein solcher Erfolg auch Nachwirkungen. Der Moment, in dem es passierte, war so kurz, dass wir es erst etwas verdauen mussten.

Wir durften am Sonntag ein Interview in der Sendung Musikwellen-Brunch auf SRF geben. Später am Tag sind wir dann noch mit der Familie zusammengesessen und haben uns die Sendung in aller Ruhe angeschaut.

Wie kam es überhaupt zu der Teilnahme?

Wir haben uns für den Folklore-Nachwuchswettbewerb in Winterthur angemeldet. Dort gab es drei Kategorien – Instrumental, Gesang und Alphorn. Insgesamt waren etwa 160 Musiker dabei. Die Sieger der jeweiligen Kategorien zogen dann automatisch ins Finale von «Viva Volksmusik» ein. Während der Sendung durfte das Fernsehpublikum anrufen, um den Sieger zu bestimmen.

Wie haben Sie sich auf den Auftritt vorbereitet?

Dahinter steckt regelmässiges Üben. Wir haben in den zwei Wochen vor der Sendung jeden Abend miteinander geprobt. Einzelne schwierige Stellen musste jedes Kind für sich alleine üben. Bei der Show war dann alles live. Da können einem, trotz viel Übung, die Nerven einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Kinder waren nervös. Ihnen war klar, dass hier ein grosses Publikum am Fernsehen zusieht und sie wollten natürlich ihr Bestes geben, da es ihr erster Fernsehauftritt war. Die lange Wartezeit im Vorfeld liess die Spannung zusätzlich steigen. Als wir dann aber anfingen zu spielen, war die Nervosität praktisch weg.

Wie geht es nun weiter?

Bei uns wird es ganz normal weitergehen. Wichtig sind die Schule und eine gute Ausbildung für die Kinder. Das Musizieren ist ein schönes Hobby, das wir zusammen ausleben. Wir schauen aber auch, was kommt in diesem Jahr. Sicher ist, dass wir die Sendung «Potzmusig» mitgestalten dürfen. Wir werden dort vorgestellt und dürfen die musikalischen Gäste auswählen.