WEISSBAD: Ein Sprung ins kalte Wasser

Manuel Schiess aus Teufen gehört zu den jüngsten Führungskräften des Hotels Hof Weissbad. Der 24-Jährige leitet den Bereich Restauration mit 45 Mitarbeitenden. Nebst der Lehre haben ihm noch andere Faktoren zur Karriere verholfen.

Jesko Calderara
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Als Vorbereitung auf seine neue Aufgabe hat Manuel Schiess Managementkurse besucht. (Bild: cal)

Als Vorbereitung auf seine neue Aufgabe hat Manuel Schiess Managementkurse besucht. (Bild: cal)

WEISSBAD. Bereits in jungen Jahren führt Manuel Schiess ein Team mit 45 Mitarbeitenden. Der 24-Jährige leitet seit März die Restauration des Hotels Hof Weissbad. An seiner Tätigkeit bereitet Schiess vor allem der Umgang mit Gästen grosse Freude. Viele von ihnen gehören zur Stammkundschaft und gönnen sich regelmässig eine Auszeit im Appenzellerland. «Dadurch entstehen ehrliche und persönliche Bindungen», sagt der gebürtige Teufner.

Diverse Führungsaufgaben

In seiner Position ist Manuel Schiess für verschiedene Aufgaben zuständig. Unter anderem plant er die Einsätze seiner Mitarbeitenden. Zudem ist er ihr Ansprechpartner und für die Führung der ihm unterstellten Restaurationsfachleute verantwortlich. Alle Führungskräfte des Hotels treffen sich zudem täglich zu einer Sitzung, um den anstehenden Tag zu besprechen. Trotz organisatorischer Verpflichtungen nimmt sich Schiess, der sich als Gastgeber aus Leidenschaft bezeichnet, zwischendurch bewusst Zeit für die Begrüssung der Gäste oder ein Gespräch. Mit Führungsthemen war er an seiner vorherigen Arbeitsstelle nicht konfrontiert. Nach dem Lehrabschluss arbeitete Schiess zwei Jahre im Hotel Anker in Teufen. Eine Zeit, an die er sich gerne erinnert. «Dort habe ich alles, was zum Beruf Restaurationsfachmann gehört, von Grund auf gelernt.»

Zuerst Zweifel gehabt

Eines Tages kam die Anfrage seines ehemaligen Lehrbetriebs. Im Hotel Hof Weissbad absolvierte Manuel Schiess einst eine Lehre als Restaurationsfachmann. Offenbar hinterliess er bei den Verantwortlichen einen derart guten Eindruck, dass sie ihn ungeachtet seines jungen Alters zum Chef de Service und nur kurz darauf zum Leiter der Restauration beförderten. Nach einigem Zögern sagte Schiess zu, obschon er auch Zweifel hatte, der Aufgabe gewachsen zu sein. «Meine Bedingung war, dass ich Weiterbildungen besuchen kann.» Unter anderem absolvierte Schiess eine Leadership-Ausbildung und holte sich den fachlichen Feinschliff am Schulzentrum Hotel & Gastro formation in Weggis mit einem Fachausweis als Bereichsleiter Restauration. Eine zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeit für Restaurationsfachleute ist die Spezialisierung als Wein-, Bier- oder Käse-Sommelier.

Gute Bewerbungen für 2017

Nach der Schulzeit hatte Manuel Schiess als Hotelfachmann im «Hof Weissbad» geschnuppert. Die Arbeit auf der Etage habe ihm jedoch weniger gefallen als jene an der Front. An seinem Arbeitgeber schätzt er insbesondere die über alle Stufen hinweg vorgelebte Menschlichkeit. «Das Resultat dieser Haltung ist eine tiefe Mitarbeiterfluktuation.» Zurzeit ist Schiess dabei, zwei bis drei Lernende als Restaurationsfachmann oder Restaurationsfachfrau für 2017 auszuwählen. «Wir haben einige gute Bewerbungen erhalten.» Bei Schulabgängern achte er mehr auf Sozialkompetenz als auf die schulischen Leistungen. Wichtige Voraussetzung seien darüber hinaus Freude am Job und Flexibilität. Letztere ist aufgrund der unregelmässigen Arbeitszeiten notwendig. Für jemanden, der aus der Schule komme, sei die Umstellung nicht einfach, sagt Schiess. «Man muss sich bewusst sein, dass beispielsweise die Teilnahme am Vereinsleben nur schwierig möglich ist.» Jedoch ist die Lehre laut dem Teufner ein gutes Fundament für eine berufliche Laufbahn. Es brauche in der Gastronomie wieder mehr Berufsstolz als Grundlage für Spitzenleistungen.

Bild: JESKO CALDERARA

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