Weil ich da bin, wo ich bin

Brosmete

Roger Fuchs
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Manchmal kommt es anders, als man denkt. Oder man denkt gar nicht, sondern es kommt einfach. Genau so geht es doch im Leben. Niemand von uns weiss bei der Geburt, wohin er oder sie sich jemals bewegen wird. Es ist wie im Auto auf einer Strasse. Wir fahren vorwärts (wobei auch der Rückwärtsgang mich einen Schritt weiterbringen kann), kommen an Kreuzungen und Abzweigungen, müssen uns stets wieder von Neuem entscheiden.

Welche Ausfahrt wir zu welchem Zeitpunkt im Leben antreffen und nehmen, sagt uns kein Navigationsgerät voraus. Folglich stelle ich mir manchmal die Frage, warum ich eigentlich da bin, wo ich bin. Und wie es herausgekommen wäre, wenn ich statt im Rheintal im Bernbiet oder in Baselland auf die Welt gekommen wäre? Und wo stünde ich wohl, wenn ich mich statt in Jugendverbandskreisen in Sportclubs bewegt hätte? Wäre ich vielleicht gar nie aus dem Beruf des Primarlehrers ausgestiegen, wenn ich meine Lehrerstelle noch ein Jahr länger behalten hätte? Dann aber hätte ich alle meine medialen Fähigkeiten nicht entdeckt und die bisherigen Aufgaben in dieser Branche nie ausüben dürfen.

So lässt sich das gesamte berufliche und private Leben rekapitulieren und bei jeder Abzweigung überlegen, was wäre, wenn… Irgendwann endet dieses Spielchen wohl in der Frage, wie viel Zufall eigentlich hinter der Tatsache steckt, dass ich heute und jetzt exakt da bin, wo ich bin. Denn wie gesagt: Ich handle nach keinem vorgeschriebenen Handbuch. Oder werden Sie und ich allenfalls doch ferngesteuert von einer höheren Macht, wie es in Kirchen gepredigt wird? Mit dieser Überlegung bin ich nun aber auf ein streitbares Gleis abgedriftet. Die einen werden zustimmen, andere nicht. Vielleicht ist es auch nur eine journalistische Krankheit, Fragen zu stellen – zu viele Fragen zu stellen.

Roger Fuchs

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