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Weil das Einkommen nicht stimmt: Wirtefamilie verlässt «Krone» in Wolfhalden

Heute wurde bekannt, dass die Betreiber des Gasthofs Krone das Pachtverhältnis auflösen.
Karin Erni
Die Gemeinde Wolfhalden muss nach der Kündigung einen neuen Pächter für den Restaurationsbetrieb suchen. Bild: PD

Die Gemeinde Wolfhalden muss nach der Kündigung einen neuen Pächter für den Restaurationsbetrieb suchen. Bild: PD

«Zu viele Arbeitsstunden, zu wenig Verdienst», fasst Pächter Markus Steger den Grund für seinen Weggang in der Wolfhäldler «Krone» zusammen. Er und seine Partnerin stünden täglich von sieben Uhr morgens bis um elf Uhr in der Nacht im Betrieb.

«Wenn es hoch kommt, können wir uns von unserer Arbeit einmal im Jahr zwei Wochen Ferien leisten.»

Markus Steger übernahm das Gasthaus vor 14 Jahren. 2009 stieg seine Partnerin Heidi Bauhofer ins Geschäft ein und übernahm Anfang 2016 nebst der Kindererziehung und dem Haushalt die Verantwortung für den Betrieb. Sie erledigt das Administrative und kümmert sich um die Hotelzimmer oder hilft in Küche und Service mit, wenn Not an Mann ist. Seither kann sich Steger ganz auf die Küche konzentrieren. Er hat sein Handwerk in renommierten Betrieben der Region gelernt und sich im Appenzellerland schnell einen guten Namen als Koch gemacht.

Mehr Zeit für die Familie haben

Das Paar hat zwei Kinder und möchte künftig vermehrt für die Familie da sein können. Damit man wenigstens räumlich näher beisammen sei, hätten sie im letzten Jahr den privaten Wohnsitz in die «Krone», verlegt sagt Markus Steger. «Dafür mussten fünf der neun Hotelzimmer geopfert werden, damit die Kinder Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten im Haus haben. Den Umbau der Zimmer und den Einbau einer Küche haben wir selbst finanziert.»

Markus Steger. Bild: APZ

Markus Steger. Bild: APZ

Die Rechnung mit den Hotelzimmern sei ohnehin nie richtig aufgegangen, sagt der Gastgeber. Zwar seien sie von April bis Oktober jeweils gut gebucht gewesen. «Die meisten Gäste bleiben aber jeweils nur eine Nacht. Und ein Zimmer täglich neu herzurichten bedeutet einen grossen Aufwand. Es würde sich nur lohnen, wenn die Leute zwei bis drei Nächte bleiben würden.

Betrieb ist wichtig für Attraktivität des Dorfs

Die «Krone» ist seit 1980 im Besitz der Gemeinde Wolfhalden. Der zuständige Gemeinderat Daniel Lindner sagt auf Anfrage, das sei zwar eine unschöne Situation, aber man sei zuversichtlich, dass wieder neue Pächter gefunden werden könnten. Wer dafür in Frage komme, sei derzeit noch nicht klar. «Wir werden die Situation an der nächsten Gemeinderatssitzung diskutieren und dann beschliessen wie es konkret weitergehen soll.»

Seiner Meinung nach müsste der Gastbetrieb bestehen bleiben, um die Attraktivität des Dorfes zu erhalten, sagt Daniel Lindner. «Aber es gibt natürlich immer Leute, die finden, dass der Betrieb eines Restaurants nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde gehört.» Weil sich in der «Krone» auch der Gemeindesaal befinde, sei das natürlich eine andere Situation. Die Liegenschaft sei grundsätzlich in einem guten Zustand, sagt Lindner.

«Wir haben in den letzten Jahren im Restaurant und im Saal immer wieder investiert.»

Wohin er mit seiner Familie gehen wird, weiss Markus Steger derzeit noch nicht. Das Pachtverhältnis der «Krone» läuft noch bis Ende Januar 2020.

Sorge um «Adler» Wolfhalden

Wie diese Woche bekannt wurde, ist die Gründung einer Genossenschaft zum Kauf und Erhalt des benachbarten Restaurants Adler gescheitert. Gemäss den Initianten war eine Kombination aus Restaurant und Mietwohnungen geplant, um die Zukunft des Betriebs langfristig zu sichern. «Nach Abklärungen zu den nötigen Umbau- und Renovationsarbeiten mussten wir leider feststellen, dass mit den aktuellen finanziellen Mitteln die Umsetzung nicht möglich ist», schreiben die Initianten. Sie rechnen auch nicht damit, dass sie das nötige Kapital innert nützlicher Frist beschaffen können. «Das Interesse an einer intakten Dorfbeiz ist in der Bevölkerung offenbar weniger breit abgestützt, als wir erwartet haben. Wir werden uns Gedanken machen, ob es andere Möglichkeiten gibt, um den Adler als Dorfbeiz im Herzen von Wolfhalden zu erhalten. Für den Moment ist dies mit Sandra Mäder als Pächterin sichergestellt», schreiben die Initianten weiter. (ker)

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