Weihnachtsschmuck

Mögen Sie Weihnachtsschmuck auch so gern wie ich? Im Advent zieren zahlreiche Dekorationen unsere Umgebung. Da sind zunächst die vielen Lichter, die im Freien montiert werden. Die Lichterfiguren, Bäume oder Rentiere und ähnliches. Manches davon bewegt sich sogar.

Oliver Gengenbach
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Oliver Gengenbach Pfarrer Reformierte Kirchgemeinde Unteres Neckertal (Bild: Urs M. Hemm)

Oliver Gengenbach Pfarrer Reformierte Kirchgemeinde Unteres Neckertal (Bild: Urs M. Hemm)

Mögen Sie Weihnachtsschmuck auch so gern wie ich? Im Advent zieren zahlreiche Dekorationen unsere Umgebung. Da sind zunächst die vielen Lichter, die im Freien montiert werden. Die Lichterfiguren, Bäume oder Rentiere und ähnliches. Manches davon bewegt sich sogar. Oder künstliche Eiszapfen, durch die hindurch Leuchtpunkte wie Tropfen hinablaufen. Solche Dinge füllen die kalte, dunkle Natur zur winterlichen Jahreszeit mit Leben. Sie verzaubern die unwirtliche Welt draussen.

Aber wir holen die Natur auch nach Hause. Den immergrünen, duftenden Adventskranz. Indem wir ihn mit Schlaufen und Kerzen versehen, ehren wir das Leben im Tannenreisig und seine Qualitäten. Und dann, als Höhepunkt: Der Tannenbaum. Mehr Natur zu Hause kann ich mir schwer vorstellen.

Der Tannenbaum bringt Waldgeruch, frisches Grün, ist hoffentlich schön im Wuchs, ist genügsam – und wehe, er bekommt zu wenig Wasser. Wir verzieren ihn mit Lichtern, mit Kugeln und Glimmerfäden und anderen Objekten, auch mit Süssigkeiten oder kleinen Überraschungspäckchen. Vielleicht kommt sogar der Baumschmuck der Eltern, der Gross- oder gar Urgrosseltern zu Ehren.

Darunter sind vertraute Stücke, die den familiären Zusammenhalt unterstreichen. Bei uns zu Hause hatte ein handgrosser fliegender Engel diese besondere Funktion.

Der Zahn der Zeit hatte ihn restaurationsbedürftig und gerade dadurch zu etwas Besonderem gemacht. Er sorgte für heitere Dialoge schon beim Baumschmücken.

Farbe und Machart des Weihnachtsschmucks haben ihre eigene Wirkung. Was glitzert und schillert, ist geheimnisvoll, lässt Überraschungen ahnen, drückt auch Reichtum und Herrlichkeit aus. Blaue, silberne oder weisse Kugeln können Metapher für Kälte und Schnee sein und einen Kontrast zum warmen Kerzenlicht bilden. Rot steht für Wärme, menschliche Gefühlsstärke und Leidenschaft. Den höchsten Symbolwert hat für mich die rote, goldverzierte Weihnachtskugel. Rot symbolisiert für mich die Liebe von und zu Christus, die Leidenschaft seiner Gegenwart. Die Kugelform erfasst die Ganzheitlichkeit dieser Liebe. Die Goldverzierung wird zum Hinweis auf das Königtum Christi und zur Verheissung des Reiches Gottes. Es ist diese Verheissung und Herrlichkeit, die von der Geburt Christi ausgeht und die Welt verzaubert. Kinder sind empfänglich für den Zauber des Weihnachtsschmucks.

Ist es schlimm, wenn ich es als Erwachsener auch noch bin? Ich muss an das Wort Jesu denken, das im Markusevangelium (Kapitel 10, V. 15) steht:

«Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.»

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