Weihnachtsgeschäft auf Niveau 2013

WATTWIL. Das Weihnachtsgeschäft 2014 beurteilten die Fachgeschäfte als zufriedenstellend bis gut. Bei Spielwaren waren etwa Metallbaukästen stärker gefragt. Im Modebereich zog mit dem Wintereinbruch die Nachfrage nach warmen Sachen an. Bei Weinen findet der Prosecco mehr Liebhaber.

Martin Knoepfel
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Ein Buch wird als Weihnachtsgeschenk hübsch verpackt. (Bild: Coralie Wenger)

Ein Buch wird als Weihnachtsgeschenk hübsch verpackt. (Bild: Coralie Wenger)

Trotz ungünstigen Umständen sei das Weihnachtsgeschäft gut angelaufen, schrieb die UBS im am letzten Montag veröffentlichten Konsumindikator. Allerdings wird auch von Unterschieden zwischen den Branchen berichtet. Fachgeschäfte für Wintersportartikel hatten zudem vor Weihnachten unter dem milden Wetter gelitten (Bericht in dieser Zeitung).

Mit Belletristik zufrieden

Wie verlief das Weihnachtsgeschäft 2014 im Toggenburg? Eine Umfrage bei einigen Fachgeschäften erbrachte überwiegend positive Antworten. Sie sei mit dem Verkauf von Belletristik zufrieden, sagte Karin Weber, Filialleiterin bei der Buchhandlung und Papeterie Kostezer in Wattwil. Allerdings habe man es gespürt, dass 2014 im Gegensatz zu den beiden Vorjahren kein Werk zu einem regionalen Thema veröffentlicht worden sei. Solche Bücher, etwa die «Alpen im Toggenburg» oder «Ein Leben lang unterwegs zum Leben», stiessen jeweils auf grosses Interesse, sagte Karin Weber. In der Papeterie laufe das Geschäft nach einem ersten Peak vor Beginn der Adventszeit, wenn Artikel zum Basteln gekauft würden, erst nach dem 6. Dezember richtig an.

Qualitätsweine stärker gefragt

Ruedi Steiner (Steiner Weine Scheftenau) spricht von einem guten Weihnachtsgeschäft. Qualitätsweine hätten in den letzten Jahren den Marktanteil etwas gesteigert. Stark zugelegt habe die Nachfrage nach Prosecco, sagt Ruedi Steiner, der Liebhabern rät, darauf zu achten, Prosecco mit der Bezeichnung DOGC zu kaufen, da es sonst unter Umständen nur Frizzante sei. Ein weiterer Trend sei, dass innovative Winzer einen Viertel bis einen Drittel der Trauben trocknen und die Weinbeeren gären liessen, bevor sie sie mit dem aus den übrigen Trauben stammenden Wein zusammenfügten. Dieser natürliche Prozess ergebe Qualitätsweine mit Restsüsse und mit intensiver Fruchtnote.

Zeit zum Shoppen

Nach den Feiertagen seien die Leute erholt und hätten jetzt Zeit zum Shoppen, hat Erich Weber vom gleichnamigen, unter anderem in Wattwil ansässigen, Modehaus festgestellt. Vor Weihnachten seien viele Geschenkgutscheine verkauft worden, die nun eingelöst würden. Das Weihnachtsgeschäft sei etwa auf dem Vorjahresniveau gewesen, sagt Erich Weber. Mit dem Temperatursturz habe die Nachfrage nach warmer Bekleidung zugenommen. Jetzt seien auch Schnäppchenjäger unterwegs, da es schon Reduktionen gebe.

«Familienspiele sehr stark»

Familienspiele, etwa «Monopoly» oder die «Siedler von Catan», seien jetzt sehr gefragt, sagt Ernst Kengelbacher (Keba Spiel und Freizeit, Wattwil). Recht angezogen habe die Nachfrage nach Metallbaukästen, nach einer Flaute. Er sei mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, sei aber froh, wenn der Umsatz 2013 erreicht werde, sagt Ernst Kengelbacher, der betont, dass Spielwaren in den letzten Jahren günstiger wurden, die Fixkosten aber gleich blieben. Mädchen interessierten sich weiter für Puppen und für Spielsachen mit hauswirtschaftlichem Bezug. Natürlich liebten viele Kinder Lego- oder Playmobil-Produkte, sagt Ernst Kengelbacher.

René Perret (Perret Uhren und Bijouterie) hat festgestellt, dass ein Trend zu persönlicher Beratung und nachhaltigem Service immer wichtiger wird. Die Kunden schätzten das. Die Wünsche der Kundinnen und Kunden seien im Rahmen der Vorjahre gewesen, antwortete René Perret.

Apple-Produkte gefragt

In der Warenhauskette Manor, die auch in Wattwil und Wil präsent ist, waren Spielwaren, Parfums, Kleidungen, Multimedia-Produkte, Schmuck und Dekorationen im Trend. Das schreibt Mediensprecherin Ellen Steinbrecher. Bei Damenkleidern seien vor allem Accessoires und Taschen in hellen Farben auf Anklang gestossen, bei Herrenkleidern Unterwäsche mit Weihnachtsmotiven und Hemden-Geschenkboxen. Weihnachtsmotive seien auch bei Kinderkleidung beliebt gewesen. Ellen Steinbrecher schreibt, dass man vor dem letzten wichtigen Verkaufstag auf Vorjahreskurs liege. Im Bereich Multimedia seien I-Pads und I-Phones auf viel Interesse gestossen. Bei Spielsachen seien etwa Lego und in-teraktive Kuschentiere populär.

Sich selber beschenken

Yvan Gämperle (E. P. Gämperle Kirchberg und Wattwil) spricht von einem an beiden Orten guten Weihnachtsgeschäft. Überdurchschnittlich sei die Zahl vor Weihnachten installierter Geräte und Anlagen. Ein Dauerbrenner seien gute Fernseher nach dem Motto: Man schenkt sich selber etwas Rechtes. Vor Weihnachten hätten sie auch viele Kleingeräte, etwa DAB-Radios, verkauft. In Wattwil wirke sich positiv aus, dass man Bang & Olufsen (B&O) ins Sortiment aufgenommen habe. Die Sonntagsverkäufe am ersten Advent (Kirchberg) und vor Weihnachten (Wattwil) seien sehr gut genutzt worden.

Schon bald nach Weihnachten beginnt der Ausverkauf wie hier in der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Jaudas)

Schon bald nach Weihnachten beginnt der Ausverkauf wie hier in der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Jaudas)