Weiden und Wiesen: Schön vielfältig

TROGEN/GAIS. Am zweiten Spaziergang im Rahmen des Internationalen Jahrs der Biodiversität entdeckten über 40 Besucher die natürliche Vielfalt in Weiden und Wiesen auf dem Suruggen.

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Aug in Aug mit der Vielfalt: Aufgeteilt in Gruppen, entdeckten die Besucherinnen und Besucher die Pflanzen- und Tierwelt auf dem Suruggen. (Bild: Daniel Ammann)

Aug in Aug mit der Vielfalt: Aufgeteilt in Gruppen, entdeckten die Besucherinnen und Besucher die Pflanzen- und Tierwelt auf dem Suruggen. (Bild: Daniel Ammann)

Seit 1495 besteht die Trattrhode Vierhöfe in Altstätten; Grundeigentümer und Bewirtschafter der besuchten Weiden im Gebiet Suruggen der Gemeinden Trogen und Gais. Je nach Lage, ob Nord- oder Südhang, je nach Boden, ob trocken oder nass, und je nach Nutzung, ob Weide oder Wiese, hat sich eine ganz unterschiedliche Lebensraumvielfalt herausgeschält. Magere und artenreiche Weiden und Wiesen sind also das Resultat langjähriger, angepasster bäuerlicher Nutzung.

Suruggen: Trocken und sonnig

Von der Landmark auf die sonnige Krete des Suruggen führte der Biodiversitäts-Spaziergang vom 29. Mai. Felsbänder mit Nagelfluh, trocken, sonnig und mager seien der ideale Lebensraum für Heuschrecken, Schmetterlinge und Wildbienen, schreibt die kantonale Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz. Ein vielfältiges Blütenangebot von Wolfsmilch bis Wiesenknopf biete fast den ganzen Sommer über Nahrung.

Denn anders als in Wiesen hätten Weiden den Vorteil, eine grosse Auswahl an Lebensräumen zu bieten – von Wiesenblumen und Gehölz über Sträucher zu Fels und offenem Boden.

Artenreichtum gezielt fördern

Eine Frage brannte den über 40 Teilnehmenden an der Begehung besonders auf der Zunge: Wie kann ich in meinem Garten oder auf meiner Wiese mehr Artenvielfalt und Blumenreichtum erreichen? Erfolgreiche Ansaaten von Wiesenblumenmischungen brauchen drei

Dinge: Zeit, Geduld und ideale Bedingungen, nämlich trockene, sonnige und magere Böden, Entfernen der bestehenden Vegetation vor der Ansaat und gezielte Unkrautbekämpfung. Viele Wiesenblumen blühten erst im zweiten oder dritten Jahr.

Zu viele Pflanzen in «roter Liste»

Magere Weiden und Wiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz, schreibt die Fachstelle weiter.

Im gesamtschweizerischen Inventar der Trockenwiesen und Weiden seien diese Flächen kartiert und aufgenommen. In Appenzell Ausserrhoden, mit seinen vielen Niederschlägen und tiefgründigen Böden, sind trockene und magere Lebensräume selten und darum besonders wertvoll. Die ungedüngten Weiden und Wiesen umfassen rund 650 ha oder sechs Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Fast die Hälfte der Pflanzen in mageren und trockenen Wiesen und Weiden sind in ihrem Bestand gefährdet und darum auf der «roten Liste». Die wichtigsten mageren Wiesen und Weiden sind in Ausserrhoden deshalb seit 1991 unter Schutz gestellt. (kk)

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