Wegkreuze strahlen in neuem Glanz

Viktor Oberhänsli widmet einen schönen Teil seiner Freizeit der Allgemeinheit. Zum einen sorgt er dafür, dass die 35 Bänkli des Verkehrsvereins immer in einem tadellosen Zustand sind. Zum anderen hat er kürzlich zusammen mit seiner Frau Ruth und Sepp Birchler zwei Wegkreuze restauriert.

Beatrice Bollhalder
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MOSNANG. Wer von Grämigen her über Lütschwil Richtung Mosnang unterwegs ist, staunt nicht schlecht. Am Strässchen vor Walkers Hof steht ein Wegkreuz, das in neuer Pracht erstrahlt. Es gehört der Familie Walker. Restauriert worden ist es aber von einem ganzen Team unter der Leitung von Viktor Oberhänsli. Dieser erzählt, dass ihm Landwirt Alfred Walker verraten habe, dass damals, als er den Betrieb in Lütschwil gekauft habe, die Bedingung daran geknüpft war, für die Erhaltung des Kreuzes zu sorgen.

Handwerker sind gefragt

Anlässlich der Wartung der Bänklis des Verkehrsvereins ist Viktor Oberhänsli im vergangenen Jahr darauf aufmerksam gemacht worden, dass in diesem Teil der Gemeinde Mosnang neben den Bänkli auch zwei Wegkreuze erneuert werden sollten. Das eine stand bereits seit zwei Jahren nicht mehr beim Aussichtspunkt im Langaufeld. Landwirt Rüthemann hatte den Korpus ins Haus geholt, damit dieser nicht weiter beschädigt wird. Viktor Oberhänsli und Sepp Birchler, zwei Mosnanger Männer im Rentenalter, die beide handwerklich sehr begabt sind, haben sich der Aufgabe angenommen. Sie haben als Erstes Lärchenholz bestellt. «Als wir es abholen wollten, wurde uns gesagt, dass es noch schwierig gewesen sei, das Holz zu beschaffen», erzählt Viktor Oberhänsli. Amüsiert erzählt er dann weiter, dass nach genauerem Hinsehen das Rätsel schnell gelöst werden konnte. Durch ein Missverständnis war nämlich Eichenholz besorgt worden. Da er nun das teurere Holz zum Preis des günstigeren erhalten habe, ist dieses Kreuz ebenfalls aus Eichenholz gefertigt worden. Der Körper, der aus Bronzeguss gefertigt worden ist, musste an einer Stelle geschweisst werden.

Unterstützung mit Fonds

Dafür, Wegkreuze sanieren zu können, gibt es in Mosnang extra einen Fonds. Dieser wird mit Sammlungen in der Kirche jeweils wieder aufgestockt. «Den Heiland habe ich einfach hinten auf meine Vespa geladen und habe ihn mit zu mir nach Hause genommen, um ihn zu restaurieren», lacht Viktor Oberhänsli. Überhaupt sei er meist mit seiner alten blinkerlosen Vespa – er muss den anderen Verkehrsteilnehmern noch mit Handzeichen bekannt geben, wenn er abbiegen will – unterwegs, wenn er Arbeiten für den Verkehrsverein ausführe. «Damit komme ich überallhin und brauche keinen grossen Parkplatz», lacht er.

Mit Farbe und Pinsel

Beim zweiten Kreuz musste Viktor Oberhänsli zuerst einmal nachforschen, wem dieses wohl gehören könnte. Dem Buch «Die Zeichen der Volksfrömmigkeit in der Gemeinde Mosnang», das Edgar Koller vor drei Jahren verfasst hat, konnte Viktor Oberhänsli entnehmen, dass die Familie Walker die Eigentümer sind. Bei diesem Wegkreuz, das am vielbegangenen Strässchen steht, das von Grämigen her querfeldein nach Mosnang führt, war mehr Aufwand nötig. Hier bröckelte alles und sogar bei einem der beiden seitlichen Bänkchen fehlte eine Ecke. Kurzerhand wurden die Bänke wieder anbetoniert. Das Holz stand in diesem Fall zur Verfügung. Alfred Walker hatte es bereits gerichtet, war aber nie dazu gekommen, ein neues Kreuz anzufertigen. Sepp Birchler hat dann das Holz, das maschinell gehobelt worden ist, weiterbearbeitet. Und Viktor Oberhänsli hat die Holzteile geölt. Während das Kreuz selber in einer dunkleren Farbe erstrahlt, wurde der Hintergrund bewusst in einem helleren Ton gehalten. Damit wurde eine schöne Akzentuierung erreicht. Der Korpus, der Körper des Heilands, wie er an den Wegkreuzen üblich ist, musste intensiver überarbeitet werden. Nachdem eine von einem Spezialisten eingeholte Offerte nach deren Verständnis zu hoch ausgefallen ist, haben sich Viktor Oberhänsli und seine Frau Ruth auf die Suche nach der passenden Farbe gemacht. So kam es, dass Ruth Oberhänsli den Korpus schliff und dreimal bemalte. Auch die beiden am Kreuz befestigten Täfeli tragen ihre Handschrift. Beat Walker, der Sohn des Besitzers, fertigte als gelernter Spengler ein schützendes Dach für das Kreuz an.

Einsegnungsfeier für Wegkreuze am 10. Mai: Die beiden Kreuze stehen seit drei Monaten wieder an ihren früheren Standorten und erfreuen damit die Menschen. Noch sind sie aber nicht eingesegnet. Diese Einsegnung wird am Samstag, 10. Mai, mit einer schlichten Feier stattfinden.