Wegen Überschneidungen mit den Bundesregelungen: Appenzell Innerrhoden passt Coronamassnahmen an

Die Standeskommission hat erst kürzlich neue Regelungen zur Bekämpfung der Coronapandemie erlassen. Kurz darauf hat der Bund ebenfalls Massnahmen beschlossen. In der Folge hat die Standeskommission ihren Beschluss nochmals überarbeitet.

Miguel Lo Bartolo
Drucken
Teilen
Das Tanzverbot bleibt für Bars und Klubs bestehen. Bei Tanzschulen, Vereinen und professionellen Darbietungen ist man kulanter.

Das Tanzverbot bleibt für Bars und Klubs bestehen. Bei Tanzschulen, Vereinen und professionellen Darbietungen ist man kulanter.

Bild: Keystone

(pd) Die Standeskommission hat am 16. Oktober 2020 eine umfängliche Regelung zur Bekämpfung der Coronapandemie erlassen. Darin enthalten sind Vorgaben zu Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, zum Gastgewerbe, zum Tanzen und zu den Kontaktdaten. Als der Bund am 18. Oktober 2020 ebenfalls Regelungen zu Veranstaltungen erlassen hat, konnten mehrere Überlagerungen mit den kantonalen Bestimmungen festgestellt werden. «Die Standeskommission hat daher beschlossen, eine Bereinigung vorzunehmen», wie die Ratskanzlei Appenzell Innerrhoden in ihrer Mitteilung schreibt.

Hinsichtlich der Veranstaltungen gilt vordergründig Bundesrecht. Die kantonale Regelung wird auf folgende zwei Ergänzungen beschränkt:

  • Wird für eine private Veranstaltung ein Catering-Service eingesetzt, gilt für das Personal – gleich wie in Gastronomiebetrieben – eine Maskenpflicht.
  • Die Pflicht zur Konsumation im Sitzen gilt auch für alle privaten Veranstaltungen, also auch für solche mit weniger als 15 Teilnehmenden.

Tanzen in Sportvereinen und Tanzschulen bleibt möglich

Weil der Bund hinsichtlich des Tanzens keine Regelung getroffen hat, ist das seit kurzem geltende Tanzverbot nicht berührt. Die Standeskommission hat aber im Sinne einer gewissen Einheitlichkeit eine Angleichung an die Regelung im Kanton St. Gallen vorgenommen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Das Tanzen in Fitnessstudios, Sportvereinen, Tanzschulen und ähnlichen Einrichtungen bleibt damit möglich.

Bedingung ist allerdings, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Auch professionelle Tanzdarbietungen und Proben bleiben erlaubt.

Aus der Mitteilung der Ratskanzlei heisst es weiter, dass für Kulturschaffende bereits heute ein Programm zur Abgeltung der wirtschaftlichen Auswirkungen, die mit der Coronapandemie eingetreten sind, besteht. Die Massnahme laufe allerdings in diesen Tagen ab. Sie werde deshalb durch ein Anschlussprogramm abgelöst, das bis Ende 2021 gilt. Der Kanton habe mit dem Bund eine entsprechende Leistungsvereinbarung abgeschlossen, gemäss welcher der Bund und der Kanton weiterhin je die Hälfte der Kosten tragen.

Für den Kantonsanteil wird ein Betrag von maximal 174'500 Franken bereitgestellt.

Der Standeskommissionsbeschluss betreffend die Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie sei entsprechend angepasst geworden. Die Neuregelung tritt am Freitag, 23. Oktober, in Kraft.