Wegen steigender Schülerzahlen: Speicher plant Aufstockung der Schulhäuser im Buchen

Das Schulareal Buchen in Speicher wird saniert – und erweitert. Bis zum Jahr 2035 müssen wegen steigender Schülerzahlen fünf zusätzliche Klassenzimmer realisiert werden. Was in den Plänen jedoch auch ins Auge sticht: Die Dreifachturnhalle ist vorerst vom Tisch.

Astrid Zysset
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Steigende Schülerzahlen machen es in Speicher notwendig, dass der Schulraum erweitert werden muss. Im Buchen stehen hierfür zwei Varianten zur Auswahl.

Steigende Schülerzahlen machen es in Speicher notwendig, dass der Schulraum erweitert werden muss. Im Buchen stehen hierfür zwei Varianten zur Auswahl.

Bild: Samuel Golay

Zwei Varianten standen für den Speicherer Gemeinderat zur Auswahl: Eine sah vor, die beiden Schulhäuser im Areal Buchen zu sanieren und aufzustocken. In einem zweiten Schritt, ab 2035, würde dann ein Erweiterungsbau ins Auge gefasst. Die andere Möglichkeit umfasste eine Sanierung und direkt einen Neubau im bestehenden Areal. Dieser könnte dann in einem zweiten Schritt im Bedarfsfall aufgestockt werden. Für Architekt Stephan Flühler, der die beiden Optionen im Rahmen der Informationsveranstaltung «Forum» am Dienstagabend im Buchensaal präsentierte, hat die erste einen entscheidenden Vorteil:

«Sie lässt einen Spielraum zwischen 2025 und 2035 zu, da sie noch keine freie Fläche verbaut: In dieser Zeit kann flexibel auf die Entwicklung der Schülerzahlen reagiert werden.»

Das sah wohl auch der Gemeinderat so und will nun die erste Variante weiterverfolgen.

Eine Erweiterung der Schulgebäude im Buchen ist notwendig, da die Schülerzahlen in den kommenden Jahren ansteigen. Aktuell stehen im Schulareal 13 Klassenzimmer zur Verfügung. 2025 würden bereits 15 benötigt, und 2035 wären es sogar 18. Das eine Gebäude stammt aus dem Jahre 1970, das andere aus 1986. Der Gemeinderat beauftragte Flühler Architektur St. Gallen mit einer Bestandesanalyse. Diese besagt: Vor allem eine energetische Sanierung drängt sich auf. Konstruktion und Tragwerk seien ansonsten in gutem Zustand. Aber eben: Der Platz ist knapp. Beide Varianten würden mit jeweils rund zehn Millionen Franken zu Buche schlagen.

Dreifachturnhalle wäre nicht mehr vorgesehen

Was in den Plänen jedoch auch ersichtlich wird: Die Turnhalle würde für rund eine Million Franken saniert werden. Damit wäre eine Lebensdauer für die kommenden 20 Jahre gesichert, so Flühler. Eine Vergrösserung der Turnhalle respektive den Bau einer Dreifachturnhalle, für welche sich die Vereine schon seit längerem starkmachen, wäre damit vordergründig keine Option mehr. Gemeindepräsident Paul König:

«Wir möchten kein taugliches Gebäude abreissen.»

Zum Vergleich zog er das Bauprojekt einer Dreifachturnhalle in Heiden heran, welches rund 13,5 Millionen Franken kostet.

«Es ist schwierig, den Abbruch unserer Turnhalle zu rechtfertigen, wenn sie für nur eine Million Franken saniert werden könnte und anschliessend den Anforderungen des Schulturnens genügt.»

Allerdings machte König an der Versammlung auch deutlich, dass jetzt erst der politische Prozess angestossen wurde. Auch werde der Boden in Richtung Haus Kühne freigehalten, sodass zu einem späteren Zeitpunkt eine Dreifachturnhalle allenfalls trotzdem realisiert werden könnte.

Aufwandüberschuss von 900'000 Franken budgetiert

Am «Forum» wurde auch der Voranschlag 2021 der Gemeinde vorgestellt. Dieser sieht bei einem Gesamtaufwand von rund 28,7 Millionen und einem Ertrag von 27,5 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von fast 900'000 Franken vor. Hauptgründe für das Minus sind einerseits die Steuerausfälle aufgrund der Pandemie, andererseits die Kosten für die zusätzlichen Klassen, die wegen der steigenden Schülerzahlen eingerichtet werden müssen. Das Minus könne aber mit den Gewinnen der Vorjahre aufgefangen werden, so der Gemeindepräsident weiter. Der Steuerfuss soll darum bei 3.6 Einheiten belassen werden. Eine allfällige Steuerfusserhöhung «im moderaten Rahmen», wie König betonte, soll frühstens ab 2022 ins Auge gefasst werden.

Im kommenden Jahr stehen weitere Nettoinvestitionen von insgesamt 3,4 Millionen Franken an. Der Hauptanteil verschlingt mit 900'000 Franken die Sanierung des Kunstrasens. Weiter müssen 800'000 Franken für die Sanierung der Kohlhaldenstrasse und fast eine Million für den Wasser- und Abwasserleitungsbau aufgewendet werden.