Wegen Coronakrise und schönem Wetter steigt die Zahl der Töfffahrer auf Ausserrhodens Strassen: Kantonspolizei verstärkt Kontrollen 

Das schöne Wetter und die leeren Strassen locken Zweiradfahrer nach draussen. Auch die Zahl der Raserdelikte steigt. 

Alessia Pagani
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Vor allem kurvige Strecken wie es sie im Appenzellerland viele hat, ziehen die Töfffahrer an.

Vor allem kurvige Strecken wie es sie im Appenzellerland viele hat, ziehen die Töfffahrer an. 

Max Tinner

Das schöne Wetter lockt nicht nur Spaziergänger nach draussen – sondern vermehrt auch Töfffahrer. Wie die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden auf Anfrage bestätigt, hat die Zahl der Töfffahrer auf Ausserrhodes Strassen mit der Coronakrise zugenommen - und damit verbunden auch die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen. «Das schöne Wetter zieht die Töfffahrer immer nach draussen. Nun kommt hinzu, dass der Verkehr mit der Krise grundsätzlich weniger geworden ist, was einige zum Schnellfahren animiert», sagt Mediensprecher Hanspeter Saxer.

Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden

Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden

Fabio Baranzini

Abgesehen vom Wetter und der freien Zeit sieht er noch andere Gründe im Mehrverkehr: Häufig würden eingefleischte Töfffans im Frühling, beispielsweise an der Ostertagen, Ausflüge ins Ausland unternehmen. Diese seien nun ebenfalls gestrichen, weshalb sich der Verkehr auf den Ausserrhoder Strassen zusätzlich verstärkt habe.

Nicht mehr nur klassische Töffstrecken

Wie Saxer weiter festgestellt hat, konzentrieren sich die Töffler in diesem Jahr nicht nur auf die klassischen Töffstrecken wie die Schwägalpstrasse oder den Stoss. Saxer:

«Wir haben Rückmeldungen aus dem gesamten Kantonsgebiet. Nun werden auch weniger attraktive Strecken befahren. Viele dort Ansässige sind sich den Verkehr und den Motorenlärm nicht gewohnt und reagieren verunsichert.»

Die ungewohnten Motorengeräusche würden bei Vielen den Eindruck hinterlassen, dass alle Töfffahrer rasen. Der Schein trüge allerdings, so Saxer. «Der Grossteil hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.»

Trotzdem: die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden sieht sich gefordert: «Wir sind präsent und wollen ein Zeichen setzen. Wir tolerieren das Schnellfahren und die Raserei nicht», so Saxer weiter.

Lärmbelästigungen sind gestiegen

Die Kantonspolizei muss sich in Zeiten von Corona nicht nur mit Schnellfahrern beschäftigen. Vor allem in der Zentrumsgemeinde Herisau hätten sich «Spazierfahrten» mit Autos und das Verursachen von Lärm gehäuft, so Saxer.

«Vor allem jene mit leistungsstarken Autos wollen diese zeigen und fahren teilweise mehrmals und vor allem unnötig an zentralen Orten hin und her und lassen wenn möglich noch die Motoren aufheulen.»

Ein Verhalten, das die Polizei nicht toleriert. Solche Fahrer werden wegen Lärmbelästigung gebüsst.

Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden hat angesichts der veränderten Situation die Kontrollen verstärkt. Mit Erfolg. So wurden am Freitag und Samstag  im Appenzeller Hinterland bei Verkehrskontrollen über 50 Fahrerinnen und Fahrer gebüsst - abgesehen von einigen Lärmbelästigungen zum Grossteil wegen Geschwindigkeitsübertretungen. Bei fünf Fahrern war die Überschreitung so gross, dass sie zur Anzeige gebracht wurden.

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