Kommentar

Der Schutz der Natur ist wichtiger als Freizeitinteressen

Ein geplanter Wanderweg in der Rotbachschlucht zwischen Gais und Bühler kann nicht realisiert werden. Der Wildschutz hat Vorrang.

Karin Erni
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Karin Erni, Redaktorin Appenzeller Zeitung

Karin Erni, Redaktorin Appenzeller Zeitung

Wer in den Wald eintaucht, tut etwas für seine Gesundheit – in Japan gilt Waldbaden gar als Medizin. Auch hierzulande suchen immer mehr Gestresste Erholung im Grünen. Wenn dabei respektvoll mit der Natur umgegangen wird, sind solche Aktivitäten durchaus zu begrüssen.

Doch leider ist dies nicht immer der Fall. Läufer und Mountainbiker hetzen oft abseits der Wege durchs Unterholz und scheuchen das Wild auf. Selbst die Dunkelheit hält sie nicht davon ab, dann wird die Stirnlampe zu Hilfe genommen. Immer wieder kann man Hunde beobachten, die ein flüchtendes Reh verfolgen. Unbedarfte Pilzsammler zertrampeln alles, was sie als nicht essbar identifizieren. An den Feuerstellen bleibt Abfall liegen. Wo ein Weg ist, ist es bald fertig mit der Idylle.

Im Appenzellerland gibt es schon genügend bestehende Wanderwege. Geniessen wir diese und überlassen den Wald den Tieren. Sie brauchen ihn noch dringender als wir.