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«Wedertäktig» bringt leider keinen Kranz

Beim 7. Toggenburger Priisbödelä am Freitag in Hemberg nahmen wieder über 35 Männern und Frauen aus der Ost- und Innerschweiz teil. Es gewann ein Mann, derselbe wie im letzten Jahr. Und die einheimischen Männer haben Nachholbedarf.
Michael Hug

HEMBERG. Es gibt solche, die drehen sich linksherum, andere liegt rechtsherum besser. Einige bleiben fast am Ort und hämmern ihre Sohlen ins gefederte Parkett. Auch Frauen bödelen, und sie arbeiten sich Jahr für Jahr weiter nach vorne in der Rangliste. Dann gibt es solche, vorab aus der Innerschweiz, die bödelen «wedertäktig», es sind richtige «Free-Bödelär» mit eigenem Stil und viel Improvisationskunst. Das sieht interessant aus und tönt anspruchsvoll, aber für die Rangierung bringt's leider nichts. Doch würde vielleicht gerade ein derart kreativer Bödelär die Tanzpartnerin, die Umworbene im übertragenen Sinn, eher überzeugen als ein exakt nach den Vorgaben Bödelnder. Ein einfallsreicher Bödelär mag sicher auch ein guter Mann fürs Leben sein, einer, der ihr zwar nicht immer gehorcht, sie aber immerhin zum Lachen bringt und dabei ins Schwitzen kommt.

Die Regeln sind klar

Wenn der Gewinner des «Priisbödelä» derjenige ist, der am besten gehorcht, dann ist da bestimmt auch etwas Wahres dran. Denn die Regeln sind klar, wer sich daran hält, hat schon mal gute Karten. «Zu stark abgehacktes Bödelä wird nicht erwünscht» steht da – aber ebenso wenig möchte die Jury «das durchwegs eintönige, maschinenmässige Bödelä» hören und sehen. Der Abstand zwischen Schuh und Tanzboden soll nicht mehr als 4 bis 6 Zentimeter betragen, steht ebenfalls in den Regeln. Nun, die Jury misst den Abstand natürlich nicht nach, doch sie hat ein geschultes Auge. Sie schaut auch, dass der Wettkämpfer aufrecht steht, nicht zu versteift oder verkrampft. Er soll eine natürliche Haltung einnehmen, er soll aber nicht turnen oder gar hüpfen.

Doch so mancher aus der Innerschweiz hüpft halt doch dann und wann, mitgerissen von Takt und Eifer – und vielleicht auch vor lauter Imponierlust. Den bödelnden Damen geht es etwas anders. Sie, es waren sechs, bödelen durchwegs regelgerecht, in natürlicher, entspannter Haltung, lächelnd selbstverständlich, fern jedes Gockelgehabes. Und doch reicht es keiner in die vorderen Ränge. Immerhin schafft es Regula Holenstein aus Schwellbrunn zum 12. Rang und somit noch zum letzten Kranz. Die drei Teilnehmerinnen aus Hemberg, Edith, Marlene und Andrea Roth – trotz desselben Nachnamens haben alle einen anderen Vater, wie Moderator Werner Roth schmunzelnd betont – schaffen es auch nicht in die erste Tabellenhälfte. Doch damit schliessen sie immer noch besser ab als die Hemberger Männer, von denen nicht mal einer teilnimmt.

Zum viertenmal insgesamt

Gewonnen hat, wie schon die letzten beiden Male und zum viertenmal insgesamt, Frowin Neff aus Rothenturm. Diesmal aber wurde es knapp, denn vom Zweiten, Osi Zurfluh aus Ibach, trennten ihn nur 0,04 Punkte. Dritter wurde Simon Lüthi junior aus Ebnat Kappel, der auch im Organisationskomitee sass und zudem an diesem Tag auch noch seinen Geburtstag feiern konnte. Teilgenommen hatten am 7. Toggenburger «Priisbödelä» 37 Männer und Frauen, die Toggenburger brachten drei ihrer Vertreter in die Kranzränge.

Ländlertrio Urschwyzer

Einen Preis bekommen hat, auch das ist schon Tradition am Toggenburger Priisbödelä, jede und jeder Teilnehmende. Im Nachgang des eigentlichen Wettbewerbs, zu mitternächtlicher Stunde, konnte dann zu den Klängen des Innerschweizer Ländlertrio Urschwyzer gebödelet werden, wie es das Herz begehrt und die innere Stimmung wollte, weit weg von jeglicher Regel und den Augen der Juroren. Auch das Publikum machte dabei mit, und das Fest in Hemberg dauerte fast bis zum nächsten Morgen.

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