Heiden: Kritik an der Gerbeturnhalle

Zu hohe Kosten, kein Bedarf, fehlende Planungsgrundlagen: Paul Weder spricht sich gegen die geplante Dreifachturnhalle aus. Nebst Kritik üben, macht er einen konkreten Vorschlag.

Jesko Calderara
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Ob Heiden beim Schulhaus Gerbe eine neue Dreifachturnhalle realisiert, entscheidet sich am Sonntag an der Urne. (Bild: Visualisierung: PD)

Ob Heiden beim Schulhaus Gerbe eine neue Dreifachturnhalle realisiert, entscheidet sich am Sonntag an der Urne. (Bild: Visualisierung: PD)

Wie schon 2015 gehört Paul Weder auch beim vorliegenden Projekt für eine Dreifachturnhalle Gerbe zu den Gegnern. «Die Grundlagen für einen solch wichtigen Entscheid sind nicht vorhanden», sagt der ausgebildete Sportkoordinator BASPO. Damit meint Weder in erster Linie das Sportanlagenkonzept samt Leitbild der Gemeinde Heiden, das kürzlich bei den Vereinen in der Vernehmlassung war. Dieses sei lediglich eine Bestandesaufnahme der vorhandenen Sportanlagen. «Das genügt nicht, um ein transparentes Bild über die planerischen und finanziellen Auswirkungen zu erhalten.» Als Beispiel erwähnt Weder den Sportplatz Gerbe. Dieser müsse dereinst saniert werden. Im Konzept fehlten jedoch Angaben zum Zeitpunkt, wann dies geschehen soll, und zu den erwarteten Investitionskosten. Andere Anlagen, wie der Kinderspielplatz oder der Schützenstand, seien darin gar nicht aufgeführt. Für Weder ist der Fall klar: «Das Sportkonzept taugt nicht als Planungsgrundlage für den Ersatzneubau der Sporthalle Gerbe, so wie dies der Gemeinderat betont.» Dazu brauche es übergeordnete raumplanerische Überlegungen darüber, wie die Sportinfrastruktur 2030 aussehen soll.

Paul Weder war einst Gemeinderat in Heiden.

Paul Weder war einst Gemeinderat in Heiden.

Abgesehen davon bezweifelt Weder den Bedarf nach einer zweiten Dreifachturnhalle. «Solange es noch Trainings mit weniger als zehn Personen gibt, braucht es zuerst eine bessere Nutzung der bestehenden Hallen», sagt er. Damit liessen sich zusätzlich Kapazitäten schaffen, zumal das Angebot für den Schulsport ausreichend sei.

Bei einem Nein am nächsten Sonntag an der Urne will der Gemeinderat die Turnhallen Gerbe und Asyl für rund 5,4 Millionen Franken sanieren lassen. Dieser Lösung kann Weder aufgrund des fehlenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses nichts Positives abgewinnen. Stattdessen befürwortet er den Bau einer Zweifachturnhalle, bevorzugt aus Holz. Für die Bedürfnisse der Sportvereine, insbesondere jener der Unihockeyaner und Fussballer, reiche das. Der BSG Vorderland würde in diesem Fall primär die Turnhalle Wies zur Verfügung stehen.

Günstigere Dreifachhalle in Zuzwil

Seine ablehnende Haltung zur Kreditvorlage von 16,2 Millionen Franken (inklusive Zusatzoption) begründet Weder auch mit finanzpolitischen Überlegungen. Die Kosten für das Gerbe-Projekt sind seiner Ansicht nach zu hoch, die Betriebskosten dagegen zu tief geschätzt. Er verweist in diesem Zusammenhang auf vergleichbare Vorhaben in anderen Gemeinden. So realisiert Zuzwil zurzeit eine Dreifachturnhalle für etwas mehr als zehn Millionen Franken.