Wechsel zu Roland Mühlig

In der Fazenda da Esperança im Kloster Wattwil hat eine Wachablösung stattgefunden. Jan Colruyt hat die Geschäftsleitung dem Hofleiter Roland Mühlig übergeben.

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Thomas Huber, Jan Colruyt, Roland Mühlig und Cornel Huber freuen sich auf eine neue Art der Zusammenarbeit (von links). (Bild: pd)

Thomas Huber, Jan Colruyt, Roland Mühlig und Cornel Huber freuen sich auf eine neue Art der Zusammenarbeit (von links). (Bild: pd)

WATTWIL. Für Jan Colruyt ist es kein endgültiger Abschied von der Fazenda. Er wird weiterhin als Sponsor und Freiwilliger im Nebenamt für die Fazenda und das ehemalige Kapuzinerinnenkloster tätig bleiben. Der Wechsel zu Roland Mühlig war schon länger vorbereitet. Mühlig hat als erfahrener Hofleiter die Verantwortung fürs Operative Geschäft der Wohngruppe kompetent übernommen. Administrativ wird er von Thomas Huber unterstützt. Cornel Huber, ehemaliger Pfarrer der Seelsorgeeinheit Mittleres Toggenburg, ist pensioniert, wohnt im Pförtnerhaus und hat schrittweise mehr Zeit für seine Berufung in der geistlichen Begleitung der Fazenda-Gemeinschaft. Er unterstützt die Hofleitung zudem in strategischen Fragen. Jan Colruyt ist es ein Anliegen, Dankbarkeit und Freude auszudrücken, für die schöne Zusammenarbeit in den vier ersten Jahren, für das Vertrauen, für die Begegnungen. «Mit jedem einzelnen der Rekuperanten, Verantwortlichen, Geschäftspartner und Behörden werde ich weiterhin tief verbunden bleiben», sagt er.

Ein Schlüsselerlebnis

Die erste Begegnung 2008 zwischen Frei Hans Stapel, dem Gründer der weltweiten Fazenda-Bewegung, und Sr. Johanna an der Pforte des Klosters in Wattwil war für ihn ein Schlüsselerlebnis, auf das Jan Colruyt ergriffen zurückblickt. «Da habe ich innerlich Ja gesagt, Geld, Zeit, Energie und Liebe zu investieren, damit aus dem Kloster eine Fazenda entstehen könne.» Für Jan Colruyt war aber von Anfang an klar, dass er ein zeitlich beschränktes Engagement haben würde. Unterdessen hat Jan Colruyt die ganze Klosteranlage und die Fazenda-Wohngemeinschaft kennen- und schätzen gelernt. Das Erbe der Schwestern bedeutet ihm sehr viel. «Ich spüre den Geist und das 400jährige Beten der Schwestern und bin ihnen äusserst dankbar für ihr Ja zur Fazenda», sagt Jan Colruyt.

Seit der Gründung der Fazenda wurde viel gearbeitet in der Klosteranlage. Die Schwestern waren kräftemässig nicht mehr in der Lage, Räumungsarbeiten zu erledigen. Dies haben die Fazenda-Bewohner über Wochen nachgeholt, Raum für Raum, Estrich für Estrich, in über hundert Räumen. Die Gebäude sind nach und nach den Bedürfnissen der Gemeinschaft angepasst worden: Das Pächterhaus wurde intensiv renoviert und hat eine neue Heizung, das Pförtnerhaus ist umgebaut und isoliert worden. Nun stehen darin zwei Wohnungen für Priester zur Verfügung. Im Kloster selber wurde die Küche komplett saniert. Zurzeit ist die Gemeinschaft dran, die Fenster und Läden im Pächterhaus zu renovieren und die ganze Klostermauer zu flicken und neu zu streichen. Im Garten ist die alte barocke Kreuzstruktur wiederhergestellt und es wächst viel Gemüse für den Eigenbedarf. «Seit der Eröffnung gibt es nebst den Bewohnern eine grosse Gruppe von treuen Freiwilligen aus der Umgebung, die wöchentlich ehrenamtlich fixe Aufgaben übernehmen», sagt Jan Colruyt dankbar.

Zeit für Liegengebliebenes

Jan Colruyt nimmt sich nun einige Monate Auszeit, um sich neu zu orientieren und im eigenen Haus und Garten zu erledigen, wofür jetzt vier Jahre lang zu wenig Zeit vorhanden war. Ebenso freut er sich, mehr Zeit daheim mit der Familie zu verbringen. (pd)

Das Fazenda-Team freut sich auf Kontakt mit der Bevölkerung an den Weihnachtsmärkten von Wattwil (27. November) und Brunnadern (29. November). Ebenso sind Begegnungen im Hofcafé möglich, Sonntags von 15–17 Uhr