WECHSEL: Klinik rüstet sich für Wachstum

Ende 2018 soll der Erweiterungsbau der Klinik Gais mit 85 zusätzlichen Betten fertig sein. Verwaltungsrat und Direktion bereiten sich mit Anpassungen in der Organisation auf die steigende Zahl der Patienten vor.

Mea Mc Ghee
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Die Klinik Gais behandelte im vergangenen Jahr 1700 Patienten. (Bilder: Mea Mc Ghee)

Die Klinik Gais behandelte im vergangenen Jahr 1700 Patienten. (Bilder: Mea Mc Ghee)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Die Arbeiten für den 30-Millionen-Neubau der Klinik Gais schreiten planmässig voran. Aktuell laufen Bohrungen für die Erdsonden, und bis Ende April sollen die Aushubarbeiten beendet sein. Der Rohbau soll vor Wintereinbruch stehen, sodass Anfang des nächsten Jahres mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Bei Vollendung des Neubaus verfügt die Klinik Gais ab Ende 2018 über 85 zusätzliche Betten. Die Zahl der Vollzeitstellen wächst von heute 140 auf rund 210. Die Klinik Gais ist der grösste Arbeitgeber der Gemeinde Gais.

Im Hinblick auf den Ausbau des Betriebs gibt sich die Klinikleitung neue Strukturen. An der heutigen Generalversammlung der Klinik Gais AG werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Rolf Engler, seit 1997 im Verwaltungsrat und seit 1998 an dessen Spitze, will sich sukzessive zurückziehen. Als Nachfolger wird Klinikdirektor Georg Stoffels aufgebaut, der heute zum Delegierten des Verwaltungsrates gewählt wird. Stoffels arbeitet seit 1994 in der Klinik Gais und ist seit 2003 Direktor. «Ich habe die Entwicklung miterlebt und mitgestaltet», sagt er. Als VR-Delegierter werde er künftig Spezialaufgaben übernehmen und eine Scharnierfunktion zwischen Verwaltungsrat und Klinikdirektion ausüben. Wenn der Neubau steht, soll Stoffels das Präsidium des Verwaltungsrates übernehmen.

Neue Direktorin der Klinik Gais Betriebs AG wird per Anfang April Daniela Rohner. Sie ist seit elf Jahren in der Klinik Gais tätig und wirkt seit 2013 als stellvertretende Direktorin.

Auch der Verwaltungsrat erfährt eine Verjüngung. Die langjährigen Mitglieder Max Heidelberger und Andreas Painter scheiden aus. Als neues VR-Mitglied ist Alexandra Heilbronner vorgesehen, Geschäftsleitungsmitglied des Stadtspitals Waid in Zürich. Weiter im Verwaltungsrat sind Nicolo Paganini, Manfred Manser und Albert F. W. Roelen.

Neuer Chefarzt per Ende Juni

Die Klink Gais ist spezialisiert auf Rehabilitation in den Bereichen Kardiologie/Innere Medizin/Onkologie sowie Psychosomatik/Psychiatrie. Für letztere zwei Bereiche verfüge man seit einem Jahr über Leistungsaufträge. In der medizinischen Leitung kommt es zu einem Wechsel. Per Ende Juni gibt Thomas Baisch seinen Posten als Chefarzt Psychosomatik und Psychiatrie nach sechs Jahren ab. Sein Stellvertreter Frank Zimmerhackl, der nach einem Engagement in Deutschland in die Klinik Gais zurückgekehrt ist, wird neuer Chefarzt. «Diese Rochade garantiert einen optimalen Übergang und Kontinuität», freut sich VR-Präsident Engler.

Chefarzt der Kardiologie ist Artur Bernardo. Ihm unterstellt ist aktuell die onkologische Rehabilitation. Geplant sei, diese als eigenständige Abteilung mit eigenem Chefarzt zu führen. Vorgängig müssten aber die geplanten Umbauarbeiten auf drei Bettenstockwerken des Altbaus abgeschlossen sein. Dies könnte frühestens im Laufe des Jahres 2019 der Fall sein, so Klinikdirektor Georg Stoffels.

Kardiologie zieht in den Neubau ein

Mit der Anpassung der Infrastruktur werde den veränderten Patientenbedürfnissen Rechnung getragen, so Georg Stoffels. Er erwähnt das gestiegene Alter der kardialen Patienten und den Bedarf nach rollstuhlgerechten Räumlichkeiten. Die bestehenden Patientenzimmer waren für Rollstühle zu eng. Der Neubau wird mit dem bestehenden Gebäude verbunden sein. Er verfügt über drei Bettenstöcke für die Kardiologie sowie eine Etage für die onkologische Rehabilitation. Die Psychosomatik und Psychiatrie bleiben im zu renovierenden Altbau.