WECHSEL: Die «Rose» in Müselbach steht zum Verkauf

Maya Frischknecht und Erich Willener suchen einen Käufer für ihr Landgasthaus zur Rose. Sie ziehen sich aus Altersgründen zurück. Im Gebäude soll weiterhin ein Restaurant betrieben werden.

Simon Dudle
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Ob die Müselbacher «Rose» auch weiterhin ein Speiserestaurant ist, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. (Bild: PD)

Ob die Müselbacher «Rose» auch weiterhin ein Speiserestaurant ist, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. (Bild: PD)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Als Maya Frischknecht und Erich Willener vor fast auf den Tag genau einem Jahrzehnt die «Rose» in Müselbach kauften, sagten sie, zehn Jahre lang den Betrieb führen zu wollen. Die Aussage wurde damals im Dorf zur Kenntnis genommen, ohne ihr viel Bedeutung zuzumessen. Doch nun ist es so weit: Per Inserat wurde der gut gehende Landgasthof im idyllischen Kirchberger Gemeindeteil zum Verkauf ausgeschrieben. Bis Ende Jahr soll dieser erfolgt sein. Beide werden dann in den Ruhestand treten. «Für uns hat erste Priorität, dass es in ähnlicher Form weitergeht, das Restaurant also bestehen bleibt», sagt Willener. Es wäre aus seiner Sicht auch wichtig für das Dorf.

Eine Garantie, dass dies gelingt, gibt es allerdings nicht. Noch wach sind die Erinnerungen an das vergangene Jahrzehnt, als die Restauranttüren der «Rose» nach dem Tod des vormaligen Besitzers fünf Jahre geschlossen geblieben waren.

Am Wochenende Reservationen nötig

«Es muss jemand sein, der weiss, dass der Job mit viel Arbeit verbunden ist», sagt Willener. Es sei mehr Regel als Ausnahme, 14,5 Stunden pro Tag zu arbeiten. Ein Klagelied wollen die beiden deswegen nicht anstimmen, ganz im Gegenteil. Im Jahr 2007 sind die beiden Lebenspartner aus Heris­au zugezogen und haben viel Herzblut in den Betrieb gesteckt. Denn neben den langen Arbeitstagen war ihnen auch wichtig, das Haus in Schwung zu halten. Im vergangenen Jahrzehnt wurde die Beleuchtung erneuert, die Küche modernisiert, die Heizung auf Vordermann gebracht und die Fassade neu gestaltet. «Man muss regelmässig investieren. Sonst wird der Bedarf plötzlich viel zu gross», sagt Willener. Der Erfolg gibt ihnen recht und entschädigt für so manche Überstunde. Obwohl Müselbach nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar ist, konnten sich die beiden nie über zu wenige Gäste beklagen. An den Wochenenden ist eine Reservation oftmals zwingend, um einen der 85 Plätze auf sicher zu haben.

Wieso die «Rose» bei Gault-Millau fehlt

Doch was ist in Zeiten, in welchen Wirte immer lauter klagen, das Erfolgsrezept? Frischknecht und Willener sind sich einig: Man müsse ein «geborener Dienstleister» sein, um Erfolg zu haben. Und weiter: «Der Chef muss immer zugegen sein. Darum kam für uns nie in Frage, einen Zweitbetrieb zu übernehmen. Da wäre die Chance zu gross, sich zu verzetteln», sagt Willener. Zudem sei es wichtig, im Dorf integriert zu sein und die Vereine zu unterstützen. Das komme zurück. «Die Dorfbevölkerung muss sich das Restaurant leisten können. Zudem darf man nicht knausrig sein. Bei uns gibt es immer Fleisch-Nachservice. Das kostet uns wenig, bleibt beim Gast aber haften.»

Auf die Frage, wie viel Geld sich verdienen lässt, sagt Willener: «So viel, dass man sich einen anständigen Lohn auszahlen und Reinvestitionen tätigen kann. In kurzer Zeit reich wird man in dieser Branche nicht.» Eine abschliessende Frage bleibt: Wieso ist die «Rose» nicht bei Gault-Millau vertreten? «Das wäre ein ständiger Druck und bringt niemandem etwas. Sterne gehören in den Himmel», sagt Maya Frischknecht.