Weber hat die Nase vorn

Mit unterschiedlichen Budgets und Mitteln werben die Parteien für ihre Nationalratskandidaten. Im Facebook marschiert der SP-Kandidat vorneweg. Die Kandidierenden haben auch neue Websites. Doch nicht alle sind leicht zu finden.

Roger Fuchs
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Markus Bänziger wird zum Durstlöscher: Apfelmolke als Werbegeschenk. (Bild: sso)

Markus Bänziger wird zum Durstlöscher: Apfelmolke als Werbegeschenk. (Bild: sso)

AUSSERRHODEN. Würde der diesjährige Wahlkampf um den Ausserrhoder Nationalratssitz im Facebook entschieden, so gliche dieser einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Überraschungen. Sowohl Markus Bänziger (FDP) als auch Jens Weber (SP) und David Zuberbühler (SVP) haben angesichts ihrer Kandidatur zu den bereits bestehenden persönlichen Profilen ein eigenes Politiker-Profil geschaffen, das mit «Gefällt mir» geklickt werden kann. Bänziger hatte gestern Nachmittag 184 «Gefällt mir», Weber 189 und Zuberbühler 167.

Unterschiedlich auffindbar

Der Wahlkampf bringt es auch mit sich, dass für alle drei Kandidierenden eigene Websites aus dem Boden gestampft wurden. Auffallend dabei ist, dass bei Eingabe der Namen in der Suchmaschine Google nur die Website von Markus Bänziger unter den ersten Treffern angezeigt wird. Die anderen zwei Websites sind bei Google offenbar noch zu wenig bekannt oder haben fehlende Schlagwörter. Auch die Programmierung kann eine Rolle spielen. Immerhin, die Eingabe «David Zuberbühler» führt zur Website seines Unternehmens und auch zur Mitgliederliste des Kantonsrats. Unter den ersten Treffern für Jens Weber wird man zur Bachstiftung geleitet, wo sich ein junger Weber als Tenor mit Wuschelkopf zeigt.

Plakate blieben bis gestern aus – zumindest fast. Zuberbühler lächelte einem an den Bahnhöfen St. Gallen und Gossau entgegen. Man wolle dort präsent sein, wo viele Pendler unterwegs seien, heisst es beim Wahlkomitee. Seit gestern ist nun auch die wilde Plakatierung im Kanton Appenzell Ausserrhoden erlaubt. Gleichzeitig fragt man sich aber, was bis zum heutigen Zeitpunkt von den Kandidierenden eigentlich bekannt ist. Sie tauchten bislang zwar an unterschiedlichen Anlässen auf, doch ein prägender Slogan mit Inhalt fehlt. Das einzige, was im Kopf haften bleibt – auch wenn es sich nicht als Slogan anhört – ,ist der Ausruf «Dä Zubi».

Und so sei die Frage erlaubt, welche Überlegungen sich die Wahlkampf-Verantwortlichen im Vorfeld gemacht haben. Eine Aussage wird dabei von allen wiederholt: Sie wollen den Kandidaten als Person in den Vordergrund rücken. Bei den weiteren Präzisierungen fallen teils ähnliche Worte. Yves Noël Balmer vom SP-Wahlkomitee wie auch Monika Bodenmann, Wahlkampfleiterin bei der FDP, nennen die Vielseitigkeit ihres Kandidaten, die zum Ausdruck kommen soll. Auch das Wort Authentizität fällt zweimal – bei Balmer und bei SVP-Co-Wahlkampfleiter Ralf Menet.

Die Budgets der Parteien

Die Werbemittel, um Kandidaten zu präsentieren, sind sehr unterschiedlich. Bei Bänziger sticht beispielsweise sein Konterfei auf Apfelmolke-Flaschen heraus, bei Zuberbühler erregt das dreirädrige Zubimobil die Aufmerksamkeit. Bei der SP fehlt ein unerwarteter Gag bislang. Sie sind es auch, die das niedrigste Wahlkampfbudget bekanntgeben. Yves Noël Balmer spricht von knapp 40 000 Franken, die SVP investiert rund 60 000 Franken, wie Ralf Menet sagt. Die FDP budgetiert gemäss Monika Bodenmann mit Erfahrungswerten aus früheren Wahlkämpfen, ergo mit 70 000 bis 90 000 Franken.

Unisono ist die Rede von plus/minus einem Drittel der Kosten, welche der Kandidat selbst zu tragen habe.

Das Zubimobil stand die letzten Tage an der Alpsteinstrasse in Herisau. (Bild: cal)

Das Zubimobil stand die letzten Tage an der Alpsteinstrasse in Herisau. (Bild: cal)

Jens Weber zeigt sich bisher erst auf klassischen Werbemitteln. (Bild: pd)

Jens Weber zeigt sich bisher erst auf klassischen Werbemitteln. (Bild: pd)