Weba in Appenzell baut bis zu 20 Stellen ab

APPENZELL. Die Weberei Weba in Appenzell baut bis zu 20 Stellen ab. Wegen der Frankenstärke und branchenbedingten Veränderungen könne ein Grossteil des Sortiments nicht mehr kostendeckend in Appenzell produziert werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

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Die Frankenstärke wird der Weba zum Verhängnis: Sie reduziert die Zahl der Angestellten. (Bild: Chris Mansfield/Archiv)

Die Frankenstärke wird der Weba zum Verhängnis: Sie reduziert die Zahl der Angestellten. (Bild: Chris Mansfield/Archiv)

Die Weba beschäftigt am Standort Appenzell bisher rund 100 Mitarbeitende. Bis zu einem Fünftel der Stellen will die letzte selbständige Buntweberei für Hemd− und Blusenstoffe in der Schweiz jetzt abbauen und ihre Kapazitäten spürbar reduzieren.

Natürliche Fluktuationen und Sozialplan
Ein Teil des Stellenabbaus soll über natürliche Fluktuationen geschehen, wie es im Communiqué heisst. Zudem werde ein Sozialplan ausgearbeitet. Derzeit läuft noch das gesetzlich vorgegebene Konsultationsverfahren.
Durch die Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank hätten sich die bereits schwierigen Rahmenbedingungen für die Gewebeproduktion in der Schweiz nochmals schlagartig akzentuiert. Trotz Sparmassnahmen und einer Erhöhung der Arbeitszeit auf 45 Stunden im Mai war Weba nicht mehr konkurrenzfähig.

Fässler: Harter Schlag für Innerrhoden
Der Stellenabbau sei ein «einschneidender Schritt für die Appenzeller Unternehmung», schreibt das Unternehmen. Der Innerrhoder Regierungsrat Daniel Fässler sprach gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von Radio SRF von einem harten Schlag für den Wirtschaftsstandort.

In Zukunft will sich die Textilgruppe noch mehr auf Nischenprodukte und innovative Spezialitäten konzentrieren. In Appenzell sollen weiterhin mit 80 Angestellten hochwertige Stoffe hergestellt werden. Das mittlere Preissegment will die Weba durch ihre Schwestergesellschaft in Ägypten abdecken. (sda)