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WATTWIL/WIL: Teilzeitarbeit erobert Spitäler in der Region

Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg gehört erstmals zu den 100 Unternehmen, die am meisten Teilzeitarbeitsstellen anbieten. Das Unternehmen hat sich auf den 87. Platz vorgearbeitet.
Marco Cappellari
Das Pflegepersonal gehört zu den Mitarbeitergruppen, bei denen Teilzeitarbeit bereits weit verbreitet ist. (Bild: Archiv TZ)

Das Pflegepersonal gehört zu den Mitarbeitergruppen, bei denen Teilzeitarbeit bereits weit verbreitet ist. (Bild: Archiv TZ)

Marco Cappellari

marco.cappellari@wilerzeitung.ch

Die Organisation Teilzeitkarriere hat kürzlich ein Ranking veröffentlicht. Dabei werden jedes Jahr die führenden Teilzeit-Arbeitgeber der Schweiz ausgezeichnet. Kriterium ist die Anzahl ausgeschriebener Stellen eines Unternehmens im jeweiligen Jahr. Aus der Region ist auf dem 87. Platz mit der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT), zu der die Spitäler Wil und Wattwil gehören, ein Arbeitgeber vertreten, der bereits in vielen Bereichen auf Teilzeitarbeit setzt. Aus der weiteren Umgebung ist das Kantonsspital St. Gallen (Platz 13) und die Spital Thurgau AG (Platz 27) vertreten. Auf Platz 1 schaffte es, wie bereits im Vorjahr, Lidl Schweiz.

«Die Teilzeitarbeit hat in der SRFT einen hohen Stellenwert», erklärt Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation bei der SRFT. Teilzeitstellen seien sehr attraktiv. Nur vereinzelt würden noch Stellen ausschliesslich als Vollzeitstellen ausgeschrieben. Meist würden diese mit 80-100 Prozent ausgeschrieben. «Das Verhältnis liegt momentan bei rund 60 Prozent Teilzeit- zu 40 Prozent Vollzeitangestellten.»

Fast nur Vorteile bei Teilzeitarbeit

«Zum einen erhöhen Teilzeitarbeitende die Flexibilität in der Personalplanung, was in einem Spital mit der schwankenden Anzahl an Patienten sehr relevant ist», sagt Barbara Anderegg. Zum anderen würden Teilzeitarbeitsmodelle auch zur Attraktivität von Stellen beitragen. «Gerade bezüglich der Work-Life-Balance, was besonders angesichts des Fachkräftemangels in einigen Bereichen zentral ist.» So ermögliche dies, erfahrene Mitarbeitende weiter zu beschäftigen, wenn diese das Pensum aufgrund von Familienzuwachs oder anderer Gründe reduzieren möchten.

«Abgesehen vom erhöhten Absprache- und Organisationsbedarf, sehen wir nur Vorteile in der Anwendung von Teilzeitmodellen», führt Barbara Anderegg aus. «Viele unserer Mitarbeitenden arbeiten auch standortübergreifend in Wil und Wattwil.» Ausserdem würde im Rahmen der Netzwerkstrategie regionsübergreifend mit anderen Spitalregionen zusammengearbeitet, um Fachwissen zu bündeln und allen Regionen einen Mehrwert zu bieten. Beispiele dafür seien die Radiologie, die Rettung St. Gallen, die IT oder die Infektiologie. Noch seien zwar bei Ärzten Teilzeitmodelle seltener als in anderen Bereichen, wie der Pflege, den Supportbereichen, dem Facility Management und der Verwaltung, aber auch dort würden «je länger je mehr» solche Modelle eingeführt.

Die Gesellschaft und die Arbeitswelt verändern sich

Dass sich Arbeitgeber an die sich verändernden Bedingungen und Anforderungen der Arbeitswelt anpassen müssen, bestätigt Philip Hunziker, Mitautor des Fachbuchs «Flexible Workforce – Fit für die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt». «Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Damit Arbeitgeber fähige Mitarbeiter anziehen und behalten können, müssen sie sich den sich verändernden Ansprüchen der Arbeitnehmer anpassen.» Ein Arbeitgeber, der das nicht tue, riskiere, für Talente nicht mehr interessant zu sein.

Gemäss Philip Hunziker profitierten die Arbeitgeber auch von solchen Massnahmen. Denn sie würden dabei helfen, Prozesse und Kosten zu optimieren. «Die zunehmende Wichtigkeit von flexiblen Arbeitsmodellen ist eine Realität, vor der man sich nicht verschliessen darf. Als Arbeitgeber sollte man sich auf die daraus resultierenden Chancen fokussieren.»

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