WATTWIL/MADULAIN: Forschen auf hohem Niveau

Junge Toggenburger Forscher vermassen die Sonne, ergründeten die Besonderheiten des St. Moritzersees und beobachteten Ameisen.

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Forschen in den Engadiner Bergen: Das jährliche Forschungslager ist immer Höhepunkt des Academia-Jahres (Bild: PD)

Forschen in den Engadiner Bergen: Das jährliche Forschungslager ist immer Höhepunkt des Academia-Jahres (Bild: PD)

Konzentriert nehmen zwei Mitglieder der Jugendforschungsgruppe Academia im St. Moritzersee Wasserproben aus der Tiefe von 44 Metern. Mit einem Motorboot sind sie an jene Stelle gefahren, wo der See am tiefsten ist. Gleichzeitig messen sie Temperatur, PH-Werte und Leitfähigkeit des Sees in verschiedensten Tiefen. Die Wasserproben analysieren sie dann im Lagerhaus in Madulein noch am gleichen Abend des Forschungstages.

So sieht der Alltag der jungen Forscher im Engadiner Lager aus. Für eine Woche drücken sie nicht die Schulbank, sondern gehen ihren Forschungsprojekten in Madulain im Engadin nach. Tagsüber meist in freier Natur, abends im Labor und an den Computern beim Auswerten der Resultate.

In altersdurchmischten Gruppen gehen die Jungforscher ihren Projekten nach. Der Teamleiter oder die Teamleiterin hat oft schon die Matura im Sack und gibt ihr Wissen und ihre Erfahrung nun an die Jüngeren weiter. Diese wachsen so langsam ins Forschungsleben hinein und übernehmen Jahr für Jahr mehr Verantwortung.

Zehn verschiedene Projekte

Dieses Jahr waren besonders viele junge Schülerinnen und Schüler neu in der Forschungsgruppe academia, wie Rolf Heeb, Leiter der academia und Physiklehrer an der Kanti Wattwil, am letzten Mittwoch am Präsentationsabend der academia ausführte: «Die jungen Forscherinnen und Forscher mussten schnell Verantwortung übernehmen – und was sie in diesem Jahr gelernt haben, ist beeindruckend.» Tatsächlich war die präsentierte Vielfalt und das Niveau der Forschungsarbeiten beeindruckend. An zehn verschiedenen wissenschaftlichen Projekten wurde gearbeitet. Die einen hatten eher physikalischen Charakter, wie beispielsweise das Ausmessen der Sonne, die anderen geologischen, wie die Analyse verschiedener Mineralien. Bei diesem Projekt durfte auch die Unterstützung der ETH in Zürich in Anspruch genommen werden, als es darum ging, die zu Pillen gepressten Gesteinsproben zu analysieren. Man bekomme von aller Seite immer wieder Unterstützung, sei dies an Know-how, sei dies finanzieller Art, bedankte sich Heeb am Präsentationsabend. Anschliessend erklärten drei Projektgruppen in Kurzvorträgen ihre Forschungsarbeit, wobei es hier den ganz jungen Forscherinnen und Forschern gelang, das so zu tun, dass auch Laien verstehen konnten, was genau untersucht wurde, und welche Erfolge erzielt wurden. Wer noch mehr wissen wollte, konnte sich nachher in der Ausstellung mit professionell gestalteten Postern informieren, wobei die Projektmitglieder da waren, um weiter Auskunft zu geben.

Die zahlreich erschienen Gäste liessen sich gerne alles erklären, genossen ein Stück Kuchen, den Austausch mit anderen Gästen oder Jugendlichen und die fröhliche Stimmung am Präsentationsabend. Am Mittwoch wurde jedenfalls klar: Die Jungforscherinnen und Jungforscher sind bereit, sehr viel Arbeit in ihre Projekte zu stecken – und sie sind mit Leidenschaft und Freude bei der Sache. (pd)

www.kantiwattwil.ch