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WATTWIL/HERISAU: Erfolg mit Traditionellem

Thomas Rickenmann befasst sich in seinen Filmen mit Bräuchen und dem bäuerlichen Leben. Dem Publikum gefällt's.
Während das Urnäscher Bloch (Bild) alle zwei Jahre durch das Hinterland zieht, ist das Herisauer Bloch jedes Jahr unterwegs. (Bild: Lorenz Reifler)

Während das Urnäscher Bloch (Bild) alle zwei Jahre durch das Hinterland zieht, ist das Herisauer Bloch jedes Jahr unterwegs. (Bild: Lorenz Reifler)

Der Wattwiler Filmemacher Thomas Rickenmann erreicht mit seinen Werken jeweils ein grosses Publikum. Sein letzter Film «Alpzyt» war mit rund 42 000 Zuschauern der meistbesuchte Schweizer Kino-Dokumentarfilm des Jahres 2016. Nun kommt mit «s’Bloch» bereits sein siebter Streich in die Kinos. Die Zuschauer können dabei sein, wenn die Bloch-Gesellschaft die schönste Fichte im Wald fällt, wenn junge Burschen mit Feuereifer ihr Bloch schmucken und wenn die Buben das Zaueren fur das grosse Fest uben. Dabei erzählen Kinder, Jugendliche und Männer, warum das Bloch fur sie eine so grosse Bedeutung hat und was Tradition fur sie bedeutet.

Der Film wird in verschiedenen Kinos in der Schweiz gezeigt. Einzelne Präsentationen im Cinétreff in Herisau werden von Protagonisten umrahmt. So wird beispielsweise am Freitag, 26. Januar, die Urnäscher Blochmannschaft der Filmpräsentation beiwohnen. Während heute Abend im Cinétreff Herisau die Weltpremiere für eingeladene Gäste stattfindet, wird der Film am Donnerstag, 25. Januar im Cinétreff erstmals öffentlich gezeigt. Auch das Kino Passerelle in Wattwil hat den Film demnächst im Angebot.

Thomas Rickenmann, warum haben Sie ausgerechnet einen Film über das Bloch gemacht?

Dieser Brauch wird im Appenzeller Hinterland seit über 300 Jahren mit einem Rieseneifer gepflegt. Doch es gibt über die Geschichte des Brauches fast nichts zu lesen. Mit diesem Film wollten wir nicht zuletzt auch ein Zeitdokument schaffen.

Was waren die Herausforderungen bei der Realisation des Bloch-Films?

Weil fast alle die Blochveranstaltungen am selben Tag stattfinden, dauerte es mehrere Jahre, bis ich von allen gute Aufnahmen beisammen hatte. Rund 100 Stunden Filmmaterial kamen so zusammen. Fast ein Jahr lang war ich danach noch mit Schneiden beschäftigt. Insgesamt nahm die Arbeit für den Film vier Jahre in Anspruch.

Können Sie von der Filmerei leben?

Ich habe ja für nichts anderes mehr Zeit (lacht). Der Blochfilm wurde von Stiftungen, Gemeinden und dem von Kanton unterstützt, so ist ein schöner Batzen zusammengekommen. Trotzdem sind die Kinoeintritte wichtig für uns. Neben den Kinofilmen führe ich auch Auftragsarbeiten für Firmen und Organisationen aus.

Handelt es sich beim Bloch um einen rein schweizerischen Brauch?

Im Verlauf meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass in Fiss im Tirol ein fast identischer Brauch mit ähnlichen Figuren gepflegt wird. Im Unterschied zum Appenzellerland wird dort eine 35 Meter lange Zirbe (Arve) auf Kufen durchs Dorf gezogen. Auch der Verkaufserlös ist mit 15000 Euro wesentlich höher. Das Fisser Blochziehen findet aber nur alle vier Jahre statt.

Der Film wird in 20 Kinos in der ganzen Deutschschweiz gezeigt. Warum findet die Premiere des Filmes in Herisau statt?

Herisau liegt im Zentrum der Bloch-Gemeinden. Erfahrungsgemäss schauen die Kinobesucher am liebsten Filme über Themen, zu denen sie einen Bezug haben. (ker)

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