Wattwiler Schaufenster in Jodlerfest-Vorfreude

WATTWIL. Acht Tage geht es noch, bis das Nordostschweizerische Jodlerfest in Wattwil losgeht. Jodler, Fahnenschwinger, Alphornbläser und Sennen sieht man aber heute schon – in Miniatur- bis Lebensgrösse in 20 Schaufenstern an der Wattwiler Bahnhofstrasse, Poststrasse und Ebnaterstrasse.

Merken
Drucken
Teilen
Brauchtum-Ausstellung in 20 Wattwiler Schaufenstern: Ott Augenoptik hat nicht nur die komplette Schaufenstergestaltung dem Jodlerfest gewidmet. Auch die Vitrinen im Ladenlokal sind mit Schnitzereien des Ebnat-Kappler Ehepaars Hans und Ruth Bösch geschmückt. (Bilder: Hansruedi Kugler)

Brauchtum-Ausstellung in 20 Wattwiler Schaufenstern: Ott Augenoptik hat nicht nur die komplette Schaufenstergestaltung dem Jodlerfest gewidmet. Auch die Vitrinen im Ladenlokal sind mit Schnitzereien des Ebnat-Kappler Ehepaars Hans und Ruth Bösch geschmückt. (Bilder: Hansruedi Kugler)

Wattwil. Acht Tage geht es noch, bis das Nordostschweizerische Jodlerfest in Wattwil losgeht. Jodler, Fahnenschwinger, Alphornbläser und Sennen sieht man aber heute schon – in Miniatur- bis Lebensgrösse in 20 Schaufenstern an der Wattwiler Bahnhofstrasse, Poststrasse und Ebnaterstrasse. In Holz, Ton und Stoff sind die Figuren, Alphörner und Sennschellen in Läden an der Umzugsroute des Jodlerfest-Umzugs ausgestellt. Hauptinitiant der Ausstellung ist der Oberhelfenschwiler Holzbildhauer Johann Hartmann. Seit vielen Jahren schnitzt er selbst Alpaufzüge und gibt sein Wissen in Privatkursen und an der Klubschule Migros weiter. Die meisten der nun mit Brauchtums-Motiven geschmückten Schaufenster sind vor allem aber mit Werken seiner fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler bestückt. Der zeitliche Aufwand ist enorm. Für einen kompletten Alpaufzug müsse man mindestens 200 Arbeitsstunden einrechnen, meint Johann Hartmann.

IGEZ vermittelte Schaufenster

Aufwendig gestaltet zeigt sich das Schaufenster von Ott Optik: Nicht nur das gesamte Schaufenster, sondern auch die Vitrinen im Laden sind bestückt mit Figuren und Gruppen aus der Werkstatt des Ebnat-Kappler Ehepaars Hans und Ruth Bösch, auch die drei Sennschellen haben die Böschs zur Verfügung gestellt. Johann Hartmann hatte sich mit seiner Idee an die Interessengemeinschaft Einkaufszentrum Wattwil (IGEZ) gewandt. Auf den Mitgliederbrief kamen fast zwanzig Zusagen, was IGEZ-Präsidentin Kathrin Ott freut. Ehrensache, dass sie mit ihrem Laden ebenso mitmacht. Ebenfalls sein ganzes Schaufenster zur Verfügung stellt Erich Sennhauser vom Hörzentrum Sennhauser, der zusätzlich aus seinem Freundeskreis ein Alphorn organisiert hat und sein Talerbecken ins Schaufenster gestellt hat. Auch bei der Bäckerei Forrer, die speziell für das Jodlerfest diverse Spezialitäten kreiert hat, ist das komplette Schaufenster mit Brauchtum dekoriert: Zwei Kinderpuppen mit Tracht sind dabei der Blickfang. Drei Sennschellen hängen bei Apotheke Bütikofer, bei Bichler+Partner Elektro steht eine geschnitzte Trychlergruppe, bei der Papeterie Kostezer ein Original-Butterfass im Schaufenster und bei der Kantonalbank Miniatur-Waldarbeiter.

Eine eigene Idee hatte André Cemin vom gleichnamigen Uhren und Schmuck-Laden, lange vor der Anfrage durch die IGEZ: In seinem Schaufenster stehen Schwemmholz-Jodler mit «Charakterköpfen» aus Ton von der Rheintaler Künstlerin Vreni Gschwend. Deren Objekte hat er vor Jahren entdeckt und schon vor Monaten entschieden, diese vor dem Jodlerfest ins Schaufenster zu stellen.

Gemeinschafts-Jodlerchor

Die Schaufenster-Ausstellung geht aber auf der anderen Thurseite noch weiter: Raiffeisenbank, Viet-Hai Restaurant, Wave Mode, Efeu-Butterfly, Gämperle und Cosys haben ebenfalls Brauchtum ins Schaufenster gestellt. Den Rundgang kann man entweder abschliessen oder beginnen im Casablanca – dort steht ein Jodlerchor im Schaufenster, ein Gemeinschaftswerk von Johann Hartmann und seinen Schülern.

Hansruedi Kugler