Wattwiler Management kauft CEKA

Seit 1979 entwickelt und produziert die CEKA in Wattwil Elektrowerkzeuge. In den letzten Jahren machte die CEKA Schlagzeilen mit innovativen Entwicklungen im Bereich Brennstoffzellen. Nun kaufen die Wattwiler Manager grosse Teile der CEKA. Standort und Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Hansruedi Kugler
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Innovativ und optimistisch: (v. l.) CEKAtec-Produktionsleiter Peter Etterlin, CEKA-Inhaber Dieter C. Kress, CEKAtec-Geschäftsführer Stefan Jud und CEKAtec-Entwicklungsleiter Tino Scacchi. (Bild: Hansruedi Kugler)

Innovativ und optimistisch: (v. l.) CEKAtec-Produktionsleiter Peter Etterlin, CEKA-Inhaber Dieter C. Kress, CEKAtec-Geschäftsführer Stefan Jud und CEKAtec-Entwicklungsleiter Tino Scacchi. (Bild: Hansruedi Kugler)

Wattwil. Wer CEKA sagt, denkt vor allem an Akku-Bohrmaschinen. Dass darauf «Kress» steht, hat mit dem Besitzer Dieter C. Kress zu tun. Sein Familienunternehmen hat zwei Standorte: Im süddeutschen Bisingen mit 160, in Wattwil mit 116 Mitarbeitern. In Bisingen konzentriert sich das Unternehmen weiter auf seine Kernkompetenz Elektrowerkzeuge (Bohrmaschinen, Winkelschleifer). In Wattwil hingegen hat sich die CEKA neben der Entwicklung und Produktion von Elektrowerkzeugen in neue Geschäftsfelder bewegt: Brennstoffzellen und elektromechanische Küchengeräte für Haus, Büro und Gastronomie. CEKA-Geschäftsführer Stefan Jud sprüht vor Optimismus: «Im Herbst 2011 werden wir die ersten Küchengeräte produzieren und für die Brennstoffzellen haben wir einen potenziellen Abnahmevertrag mit einem Grosskunden.»

Kompetenzen verteilt

Für das Unternehmen habe sich deshalb eine strategische Entscheidung aufgedrängt, sagt CEKA-Inhaber Dieter C. Kress: Soll das innovative Wattwil im Unternehmen bleiben oder soll man mit den neuen Geschäftsfeldern eine Tochtergesellschaft oder gar eine neue Firma gründen? Das Wattwiler Management sei an einer Übernahme interessiert gewesen, das «Management- Buyout», also der Kauf der Firma durch das eigene Management, somit die naheliegende Variante. Für Dieter C. Kress war klar: «Unsere Kress-Kernkompetenz liegt bei den Elektrogeräten, nicht bei Brennstoffzellen.» Der Grundgedanke hinter der Aufteilung der Firmen: Jeder macht das, was er am besten kann und übernimmt dafür auch das unternehmerische Risiko. Und die Firma an einen sonstigen Investor zu verkaufen, sei ohnehin nie in Betracht gezogen worden, sagt Dieter C. Kress. Die Gründung der CEKAtec durch das bisherige Management sei zudem ein eindeutiges Bekenntnis für den Standort Wattwil, ein Bekenntnis, welches das langjährige Engagement der Kress-Familie im Toggenburg fortsetze.

So viele Arbeitsplätze wie bisher

Das neue Unternehmen heisst CEKAtec. Am Donnerstag unterschrieben der bisherige Inhaber Dieter C. Kress und die jetzige CEKA-Geschäftsleitung mit Stefan Jud, Peter Etterlin und Tino Scacchi den Vertrag. Peter Etterlin arbeitet schon seit 1981 bei der CEKA in Wattwil, Stefan Jud seit 2002 und Tino Scacchi seit 2007. Die Gründung der CEKAtec wird per 1. Januar 2011 vollzogen. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Verraten wollen sie nur so viel: Neben Eigenkapital des Managements ist ein Finanzinstitut bei der Finanzierung involviert. Und Dieter Kress hat für die Gründung der CEKAtec Finanzunterstützung geleistet. Er wird künftig auch im Verwaltungsrat der CEKAtec sitzen. Die CEKA erzielt einen Jahresumsatz von 42 Millionen Franken und beschäftigt heute in Wattwil 116 Mitarbeiter. 91 von ihnen werden ab 1. Januar 2011 in der neuen CEKAtec angestellt. Die anderen 25 Mitarbeiter werden in der bisherigen, aber deutlich verkleinerten CEKA in Wattwil weiter beschäftigt. Dort wird Dieter C. Kress künftig die Geschäftsleitung übernehmen. Für die Arbeitnehmer ändert sich kaum etwas: In Wattwil werden weiterhin Elektrowerkzeuge entwickelt und produziert. Die neuen Besitzer der CEKAtec rechnen im ersten Jahr mit einem Jahresumsatz von rund 26 Millionen Franken. Beim CEKA-Fabrikladen bleibt alles unverändert: Dort ist weiterhin das ganze Sortiment erhältlich.

Risiko – aber abgesichert

Mit der Konzentration auf die Brennstoffzellen und die Entwicklung und Produktion von Geräten für Küche, Büro und Gastronomie gehe man zwar ein unternehmerisches Risiko ein, sagt Stefan Jud. Aber dieses Risiko sei abgesichert. Man habe sowohl bei den Brennstoffzellen wie auch im Bereich Geräte für Küche, Büro und Gastronomie bereits Verträge mit Grosskunden. Weil diese auf Exklusivität ihrer Produkte pochen, zahlen die Kunden von der Idee über die Entwicklung bis zur Herstellung sämtliche Schritte bis zur Marktreife des neuen Produktes. In diesem Sinne bleibe die CEKAtec ein Zulieferbetrieb, ein Dienstleister mit innovativem Ansatz, so Stefan Jud. Mit der weitergeführten Produktion von Elektrowerkzeugen behalte man zudem ein bewährtes Standbein und vermeide ein Klumpenrisiko. Und weil die Mitarbeiter erfahren seien im Gerätebau, werde die Umstellung auf Küchengeräte kaum Probleme bereiten, ist Stefan Jud überzeugt. Künftig werde die CEKAtec auf vier Standbeinen stehen: Elektrowerkzeuge, Küchengeräte und Brennstoffzellen. Beim vierten Standbein, den Medizinalgeräten, bestehen vorerst lose Kontakte.

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