WATTWIL: Zwinglipasshütte bekommt Anbau

An der HV der SAC-Sektion Toggenburg vom Freitagabend nahmen 172 Mitglieder teil, und sie alle sagten Ja zur Erweiterung und zum Umbau der Zwinglipasshütte. Finanziert werden soll das Projekt mit möglichst günstigem Geld.

Cecilia Hess-Lombriser
Drucken
172 Mitglieder der SAC-Sektion Toggenburg sagen Ja zur Erweiterung und zum Umbau der Zwinglipasshütte. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

172 Mitglieder der SAC-Sektion Toggenburg sagen Ja zur Erweiterung und zum Umbau der Zwinglipasshütte. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

WATTWIL. Es war eine Rekordbeteiligung. Am Freitagabend fällten 172 Mitglieder der SAC-Sektion Toggenburg eine wichtige Entscheidung. Für 1,33 Millionen Franken soll die eigene Zwinglipasshütte auf 1999 Meter über Meer erweitert und umgebaut werden. 550 000 Franken Eigenmittel sind vorhanden, der Rest soll durch Gönner und Sponsorenbeträge und aus weiteren Quellen zusammenkommen. Architekt Peter Büchel erklärte das Projekt detailliert anhand der Pläne und Bilder und beantwortete offene Fragen.

In der jetzigen Zwinglipasshütte hat das Hüttenteam keinen separaten Schlafraum mit Nasszellen. (Bild: pd)

In der jetzigen Zwinglipasshütte hat das Hüttenteam keinen separaten Schlafraum mit Nasszellen. (Bild: pd)

Platzzahl wieder erhöhen

«Die Zwinglihütte ist unsere Haupteinnahmequelle», machte Hanspeter Kalt, Präsident der SAC-Sektion Toggenburg, zu Beginn bewusst. Das Jahr 2015 war ein überaus erfreuliches und generierte über 20 000 Franken Mehreinnahmen gegenüber dem Budget. «Mit dieser positiven finanziellen Grundlage werde ich auch nach dem Umbau keine schlaflosen Nächte haben, meinte Kassier Markus Keller nach der Präsentation der Jahresrechnung. Architekt Peter Büchel aus Weinfelden hat Erfahrung mit dem Bau von SAC-Hütten und weiss um die Anforderungen beim Strom und Abwasser. Das Toggenburger Tagblatt vom 4. Februar berichtete über die Ziele und Verbesserungen des Erweiterungsbaus. Die 1970 erbaute Hütte hatte ursprünglich 42 Plätze. Allerdings mussten sich die Gäste mit 55 Zentimeter breiten Pritschen zufriedengeben. Später wurden die Anzahl Plätze verringert und die Liegefläche verbreitert. Mit dem Projekt soll die ursprüngliche Anzahl wieder erreicht werden. 70 Zentimeter breite Matratzen werden dann zur Verfügung stehen – neue, wie der Voranschlag festhält.

Peter Büchel Zuständiger Architekt für die Erweiterung der Hütte

Peter Büchel Zuständiger Architekt für die Erweiterung der Hütte

Augenmerk Hygienisierung

Was sich markant ändern wird, ist, dass das Hüttenteam einen separaten Raum mit vier Schlafplätzen bekommt und einen Nassraum. Das entspreche den Vorschriften. An die gesetzlichen Vorschriften muss auch das Abwassersystem angepasst werden. Das gesammelte Dachwasser wird durch eine UVC-Anlage aufbereitet. Mittels Ultraviolettstrahlen wird die Entkeimung gewährleistet. Es gibt einen Fettabscheider, damit das Abwasser nicht stinkt. Ein einfaches System ist die Trockentoilette. Sie wird entfeuchtet und belüftet. Das trockene Material kommt in Säcke, die im Fall der Zwinglipasshütte einmal pro Jahr von Trägern ins Tal gebracht werden müssen. Die Flüssigkeit wird auf einer Pflanzenkläranlage verrieselt. Grosses Augenmerk wird der Verhinderung von Schimmelbildung geschenkt. Durch die unregelmässige Belegung ist die Gefahr von Kondenswasser grösser. Ein Solarluftkollektor führt vorgewärmte Frischluft in die Hütte. Die Hütte wird auch dann entfeuchtet, wenn sie unbenützt ist.

Peter Büchel beantwortete schliesslich Fragen zum Projekt, die in der Vorversammlung notiert wurden, die von 50 Mitgliedern besucht worden war. «Es ist ein phantastisches Projekt», sagte Hans Egli, der Hüttenchef. Er betonte, dass der Bau erst begonnen werde, wenn die Finanzierung geregelt sei. «Eine Hypothek ist die letzte Option.» Die Abstimmung fiel klar aus. Einstimmigkeit zum mutigen Projekt.

Die SAC-Sektion Toggenburg will für ihr 150-Jahr-Jubiläum und das 50-Jahr-Hüttenjubiläum im Jahr 2020 gerüstet sein.

Treue Mitglieder

Die übrige HV verlief im gewohnten Rahmen. Der Verein wächst von Jahr zu Jahr. Um 22 Mitglieder 2015 auf 1478. Über 30 Mitglieder wurden für 60, 50, 40 und 25 Jahre geehrt. Der Grosse Preis vom Zwinglipass erging an Bea Federer, die seit 15 Jahren eine der freiwilligen Hüttenwarte ist. «Wir sind eine der wenigen Hütten in der Schweiz, die ehrenamtlich bewartet wird», freute sich Präsident Hanspeter Kalt.

Aktuelle Nachrichten