Wattwil will eine Stadt werden

WATTWIL. Der Gemeinderat hat planerische Grundlagen erarbeitet, um die Entwicklung von Wattwil – vor allem in den Gebieten Rietwis und Bahnhof Süd – voranzutreiben. Damit soll die Bevölkerung wachsen, langfristig bis auf über 10'000 Einwohner.

Sabine Schmid
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Das ehemalige Gelände der Heberlein in der Wattwiler Rietwis soll Platz bieten für attraktiven Wohnraum (links von der Strasse an der Thur) und für Gewerbebetriebe (entlang der Rietwisstrasse). (Bild: Hansruedi Kugler)

Das ehemalige Gelände der Heberlein in der Wattwiler Rietwis soll Platz bieten für attraktiven Wohnraum (links von der Strasse an der Thur) und für Gewerbebetriebe (entlang der Rietwisstrasse). (Bild: Hansruedi Kugler)

Die Vorzeichen stehen gut: Wattwil hat sich als regionales Einkaufs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum etabliert. Die Gemeinde ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden und mit 4400 Arbeitsplätzen belegt sie den 9. Rang im Kanton St. Gallen. Remo Daguati, der Leiter Standortförderung im Kanton St. Gallen, attestiert Wattwil ein grosses Potenzial. Die Gemeinde verfüge über Gebiete an zentraler Lage mit hoher Wohn- und Umgebungsqualität.

Mit dem Rietwis-Areal als G-Standort von kantonaler Bedeutung, der jegliche Nutzung in den Bereichen Einkaufen und wirtschaftliche Entwicklung zulässt, sieht Remo Daguati auch Möglichkeiten, dass Wattwil im wirtschaftlichen Bereich zulegen kann. Damit die Gemeinde Investoren gewinnen kann, brauche sie heute verlässliche Planungsinstrumente.

Die Hausaufgaben gemacht

Wattwil hat diese Hausaufgaben nun gemacht und eine Zentrumsplanung vorgenommen. Im Rahmen dieser hat der Gemeinderat für das Rietwis-Areal einen Rahmenplan als Entwicklungsbasis sowie eine Masterplanung für das Gebiet Bahnhof Süd in Auftrag gegeben. «Diese Grundlagen erleichtern uns, eine Entwicklung zu ermöglichen», erklärt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. Zudem seien sie nötig, um den Investoren zu zeigen, was planerisch möglich sei.

Mit dieser Planung hat der Gemeinderat den Willen bekundet, das Ortszentrum aufzuwerten und eine Quartierentwicklung anzustreben. Für das Gebiet Rietwis ist dies sowohl in den Bereichen Wohnen und Gewerbe sowie Dienstleistung.

Verbindung über Thur

Mit der Entwicklung der Rietwis müsse auch die Lücke zum Zentrum geschlossen werden. Dies könne durch eine Bebauung des Gebiets Bahnhof Süd geschehen, erklärte Alois Gunzenreiner. Aus diesem Grund wurde ein Masterplan erstellt.

Die verschiedenen Bedürfnisse und Absichten der Grundeigentümer werden aufeinander abgestimmt, so dass diese im Rahmen eines Gesamtkonzepts geplant werden können. Markus Brühwiler, Projektleiter für den Masterplan Bahnhof Süd, stellt sich vor, dass auf dem heutigen Parkplatz ein Baukörper für verschiedene Nutzungen erstellt wird. Als Ersatz für die oberirdischen Parkplätze ist der Bau einer öffentlichen Tiefgarage vorgesehen.

Auf dem Platz, wo bis vor einigen Jahren das Tanklager für die Heberlein-Fabriken gestanden ist, könnte ein Hochbaukomplex errichtet werden. Auf der anderen Strassenseite wäre genügend Platz vorhanden, damit die Migros und das Berufsbildungszentrum Toggenburg erweitert werden könnten. Wichtig sei, dass dieser Masterplan aufzeige, wie die verschiedenen Projekte etappiert werden können, fügte Alois Gunzenreiner hinzu. Er ist überzeugt, dass zusätzlicher attraktiver Wohnraum mehr Einwohner nach Wattwil bringt.

Dadurch steige auch die Nachfrage nach Dienstleistungs- und Verkaufsfläche. Aber ob die Planung so umgesetzt wird, hänge letztlich von den Investoren ab, so Gunzenreiner.