WATTWIL: Vivaldissimo auf musikalischer Reise

Vivaldissimo, das Jugendorchester der Kanti und der Toggenburger Musikschule, führt demnächst sein Programm «Von Venedig nach Dublin» auf. Mit Konzerten an der Kanti Wattwil, in Rapperswil und Herisau lädt es zu einer musikalischen Reise ein.

Peter Küpfer
Drucken
Teilen
Die jugendlichen Musikanten werden diese Woche gleich dreimal auftreten. (Bild: Peter Küpfer)

Die jugendlichen Musikanten werden diese Woche gleich dreimal auftreten. (Bild: Peter Küpfer)

Die Reise führt vom Glanz des ­venezianischen Barock bis hin zu mitreissenden Jigs und Reers der bretonischen Volksmusik. Ein Augenschein bei einer der letzten Proben macht es deutlich: Hier ist einmal mehr für Spannung und ungewöhnliche Instrumentenkombinationen gesorgt.

Voll präsent und motiviert

Der vordere Teil der Aula ist prallvoll. Im Gewirr von Geigenbögen, Notenständern, leeren In­strumentenkästen, verschiedenfarbigen, eng bekritzelten Blättern ist auch eine wunderschöne Harfe auszumachen. Dahinter sitzt Kantischülerin Andrina Rödiger aus Jona. Sie bestreitet im kommenden Konzert einen Satz aus Händels Konzert B-Dur für Harfe, zwei Blockflöten und Streicher als Solistin. Aber auch ein Akkordeon ist bei der Probe mit dabei, eine Gitarre und ein Klavier. Hinten stehen die fünf jugendlichen Blockflötenspielerinnen des Herisauer Ensembles Rainbow Sound bereit und warten mit ihrer Lehrerin und Leiterin Christiane Dick auf ihren Einsatz. Lange müssen sie nicht warten. Hermann Ostendarp gibt mit leichtem Fusswippen den beschwingten Takt an, und los geht’s. Wie oft leitet er auch hier das Ensemble von seiner markant geführten Violine aus. Gleich beim ersten Einsatz volle Präsenz (es handelt sich nur schon bei den Violinen um immerhin 14 Musizierende) und dynamisch vorwärts drängender Rhythmus. «Schön», zeigt sich Ostendarp zufrieden, «da haben wir den leichten, beschwingten Sound gerade auch der Celli und vom Bass. Das ist schön hüpfend, tänzerisch, wie besprochen.» Denn schliesslich geht es in diesem Probenabschnitt um den zweiten Konzertteil, den Ausflug in die bretonische Tradition mit ihren mitreissenden Tanzmelodien.

Junge Flötistinnen als Gäste eingeladen

Als Gastformation hat Vivaldissimo für dieses Konzert das Jugend-Blockflötenensemble namens Rainbow Sound eingeladen. Dahinter stehen fünf Mädchen aus Herisau, die mit ihrer Lehrerin Christiane Dick die Blockflöte frisch und kein bisschen angestaubt präsentieren. Ihre Palette reicht von beschwingten Tänzen der Renaissance bis hin zu Rock und Popmusik. «Wir wollen mit unserem Spiel zeigen, was alles in der Blockflöte steckt», sagt Christiane Dick. Das Instrument werde auch heute noch oft unterschätzt. Den Nachweis dazu bringen die jugendlichen Flötistinnen gleich selbst: Ihre rein angeblasenen, jubelnden Melodien unterstützten den mitreissenden Sound der traditionellen irischen Tänze mit einem eigenem Glanz, ebenso aufpeitschend wie Dudelsäcke, aber eine Spur seelenvoller.

Den Schülerinnen und Schülern von Vivaldissimo, auch für dieses Konzert verstärkt von weiteren Gastmusizierenden, ist die Freude an ihrem Spiel anzusehen. Wie Profis setzen sie auch nach mehrmaligem Abwinken ihres Leiters neu an, konzentriert und geduldig. Wie Ostendarp in Erinnerung ruft, ist das Mitspielen in einem Orchester oder Ensemble eines der schönsten und nachhaltigsten Erlebnisse für jugendliche Musizierende. Die Tätigkeit in den verschiedenen, alters- und könnensmässig abgestuften gemeinsamen Jugendorchestern der Kanti und der Musikschule Toggenburg vertieft das im Einzelunterricht Erlernte. Es werden weitere wichtige Impulse aufgenommen. Das gemeinsame Musizieren erhöht die Motivation. Auch in diesem Programm finden überdurchschnittlich begabte junge Instrumentalistinnen und Instrumentalisten Gelegenheit, erste, wichtige Erfahrungen auch im solistischen Spiel zu machen. Das Programm ist attraktiv, den jugendlichen Musizierenden sind für alle drei Konzerte volle Säle zu wünschen.

Peter Küpfer

redaktion@toggenburgmedien.ch

Konzerte: Wattwil am Mittwoch, 15. Februar, Aula Kantonsschule; Rapperswil am Freitag, 17. Februar, Schloss; Herisau am Samstag, 18. Februar, evangelische Kirche. Beginn jeweils um 19 Uhr.